Werbung - Redaktion - Donnerstag, 24. Mai 2012
15. Dezember 2011
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Bildung

Mehrsprachiges Klassenzimmer: Hilfe für Lehrer vorgestellt

Das EURAC-Institut für Mehrsprachigkeit und Fachkommunikation hat am Mittwoch zahlreichen Südtiroler Lehrkräften die Ergebnisse Projekte zu mehrsprachigem Schulunterricht vorgestellt.

 Insbesondere wurden Konzepte vorgestellt, die die Lehrkräfte bei ihrer Arbeit in mehrsprachigen Klassenzimmern unterstützen sollen. Ziel ist es, dass alle Schulkinder, auch jene mit Migrationshintergrund, in den Unterricht integriert werden, zum Sprachenlernen motiviert werden und voneinander profitieren. Heute werden mehr als 60 Sprachen werden in Europa gesprochen.

 

In den Südtiroler Schulklassen ist der sprachliche Hintergrund der Schüler längst bunt gemischt. Die meisten Lehrkräfte werden in ihrer Ausbildung jedoch nicht auf die mehrsprachige Realität in den Schulklassen vorbereitet und auf Schulklassen, in denen es keine gemeinsame sprachliche Basis für alle Schüler gibt. Das Projekt „Marille“, das in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Fremdsprachenzentrum des Europarats in Graz durchgeführt worden ist, hat europaweit verschiedene Prinzipien, Praktiken und Strategien gesammelt und erforscht, die zeigen, wie verschiedene sprachliche Hintergründe im Unterricht integriert und positiv genutzt werden können.

 Alle Sprachen der Kinder im Unterricht integrieren

„Wir haben uns in erster Linie gefragt: Wie können alle gut lernen? Und welche Ideen, welchen Rahmen braucht es für einen neuen Umgang mit dieser mehrsprachigen Situation“, erklärt Andrea Abel, Koordinatorin des EURAC-Instituts für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit.  Wichtig sei vor allem, dass sich der Unterricht vom rein einsprachigen Erstsprachenunterricht – also in Südtirol Deutsch oder Italienisch – lösen muss in Richtung eines inklusiven, „einschließenden“ Unterrichts, der auch Elemente des Zweitsprachenunterrichts integriert und der alle Sprachen, auch Migranten-, Regional- und Minderheitensprachen in einer Klasse sichtbar macht, so Abel.

Das bedeute keinesfalls, dass Lehrer alle Sprachen beherrschen müssen. Doch sollten sie in der Lage sein, mehrere Sprachen in ihren Unterricht miteinzubeziehen und das gesamte sprachliche Repertoire der Schüler zu fördern. Dies, indem sie etwa Texte in verschiedensten Sprachen behandeln und die Schüler raten lassen, welche Sprachen das sind, welche Merkmale die verschiedenen Sprachen ausmachen, wie man bestimmte Textstellen vergleichen kann, usw.

 Damit kann die Wertschätzung für verschiedene Sprachen und die Motivation für das Sprachenlernen bei den Kindern gefördert werden.  Konkrete Lehrerfortbildungen zum Zweitsprachenunterricht wurden im Projekt „LinguaINCLUSION“ durchgeführt, das von Sabine Wilmes, ebenfalls Linguistin am EURAC-Institut für Mehrsprachigkeit und Fachkommunikation, vorgestellt wurde. Mit Partnern aus neun europäischen Ländern wurde gemeinsam eine Materialgrundlage für Lehrkräfte gesammelt und publiziert.




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