Werbung - Redaktion - Donnerstag, 24. Mai 2012
31. Januar 2012
© 2012 APA/AFP
Kino / TV

62. Berlinale steht im Zeichen der politischen Umbrüche

Der arabische Frühling findet auch auf der diesjährigen Berlinale seinen Niederschlag.

„Es ist eine Zeit der Aufbrüche und der Umbrüche“, sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des neuen Programms. Den Filmen sei anzusehen, dass die Perspektive der Menschen sich ändere. Der Eröffnungsfilm „Les adieux a la Reine“ („Leb wohl, meine Königin“) behandelt allerdings ein historisches Thema: die letzten Tage von Königin Marie-Antoinette zur Zeit der Französischen Revolution.

„Viele Filme werden aus der Sicht der Betroffenen erzählt“, sagte Kosslick. Anders als im vergangenen Jahr wird es nur einen 3D-Film geben. Im Wettbewerb um den Goldenen Bären stehen insgesamt 18 Filme, die alle Weltpremieren sind. Die 62. Berlinale, zu der jedes Jahr Zehntausende Besucher in die deutsche Hauptstadt kommen, findet vom 9. bis zum 19. Februar statt. Dieses Jahr präsentiert sich die Schau, bei der 395 Filme vorgeführt werden, auch äußerlich in einem neuen Stil: Nach einem knallroten „B“ in leuchtendem Strahlenkranz im Vorjahr tanzt jetzt der Berlinale-Bär in gedeckten Retrofarben über die Plakate.

Präsident der Internationalen Jury ist diesmal der britische Filmemacher Mike Leigh, der zuletzt 2008 die Sozialkomödie „Happy-Go-Lucky“ im Wettbewerb präsentierte. Mit ihm gemeinsam werden unter anderem die französische Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg, der niederländische Fotograf Anton Corbijn und die deutsche Schauspielerin Barbara Sukowa über die Vergabe der Goldenen und Silbernen Bären entscheiden. Auch der Gewinner des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2011, Boualem Sansal aus Algerien, sitzt in der Jury.

Den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk erhält die US-amerikanische Schauspielerin Meryl Streep, die seit Ende der 70er-Jahre zahlreiche Erfolge auf der Leinwand feierte, unter anderem in „Kramer gegen Kramer“, „Out of Africa“, „Der Teufel trägt Prada“ und „Mamma Mia“. Ihr neuester Film „The iron lady“ („Die eiserne Lady“) über Margaret Thatcher wird zur Preisverleihung vorgeführt.

Ein Highlight wird die diesjährige Retrospektive sein. Sie widmet sich den Anfängen der Filmgeschichte. Der Deutsche Willi Münzenberg und der Russe Moisej Alejnikow produzierten zwischen 1921 und 1936 gemeinsam rund 600 Filme, die sowohl in Moskau wie in Berlin aufgeführt wurden. Aus diesem Fundus zeigt die Berlinale 32 Programme mit 44 Stumm- und Tonfilmen, darunter Sergej Eisensteins Meisterwerk „Oktjabr“ („Oktober“) von 1928.

In der Sektion Panorama werden unter anderem vier Dokumentarfilme aus arabischen Ländern vorgeführt, die sich mit den jüngsten politischen Entwicklungen beschäftigen. Die US-Schauspielerin Angelina Jolie wird ihren Debütfilm „In the land of blood and honey“ („Im Land, wo Blut und Honig fließen“) vorstellen, der eine Liebesgeschichte zwischen einem Serben und einer Bosnierin in einem serbischen Internierungslager zu Zeiten des Bosnienkriegs erzählt.




Hier können Sie den Artikel bewerten
 
On-Tour Fotos zum den Archiv