SEL und Edipower: „Kein Anlass zu falschem Triumph“
Die SEL AG wird sich an der italienischen Energiegesellschaft Edipower beteiligen. Die SEL wird dafür ihre zehnprozentige Beteiligung am Unternehmen Delmi - gekauft im Jahr 2005 - einbringen und sieben Prozent an Edipower halten.
Während SEL-Präsident Wolfram Sparber von einem „guten Ergebnis“ spricht, sehen die Grünen im Deal ein „bitteres Erbe“ der alten SEL-Spitze.
„Kein Anlass zu falschem Triumph: SEL hat den jüngsten Verbleib in der Gesellschaft Edipower nur aus dem Grund beschlossen, um die unvermeidliche finanzielle Einbuße für das Land zu mildern. Sie hat aber nicht das Mindeste mit der Südtiroler Energiepolitik zu tun, die auf erneuerbarer, auf unserem Territorium produzierter Energie gründet“, schreiben die beiden Landtagsabgeordneten der Grünen, Hans Heiss und Riccardo Dello Sbarba.
Edipower sei ein Gigant im Bereich fossiler Energie und „die Kraftwerke von Edipower benötigen dringend überfällige Investitionen, die kurzfristig auf 800 Millionen zu beziffern sind“. Außerdem laboriere Edipower an einem Schuldenberg von 1,1 Milliarden Euro, so die Grünen.
„Vor allem aber: Edipower hat mit der 40-Prozent-Quote, die Edison an den Hydros- und Seledison-Kraftwerken hält, nicht das Geringste zu tun“, kritisieren die zwei Landtagsabgeordneten.
Der neue Verwaltungsrat mache gute Miene zum bösen Spiel: „Er hat sich zum Verbleib entschlossen, mit der Aussicht innerhalb von fünf Jahren auszusteigen, in der Hoffnung, dann doch noch einen höheren Preis zu erzielen und einstweilen einige Dividenden zu kassieren“, so Heiss und Dello Sbarba.