Werbung - Redaktion - Donnerstag, 24. Mai 2012
08. Februar 2012
Siegfried Brugger (links), Karl Zeller mit Christian Welponer © 2012 Siegfried Brugger (links), Karl Zeller mit Christian Welponer
Lokal

Südtirol als Vorbild für West-Papua

Südtirol will sich für die eingeborene Bevölkerung in Papua-Neuguinea in einen Minderheitenkonflikt in Asien einbringen.

Die Parlamentarier Karl Zeller und Siegfried Brugger (beide SVP) haben in der römischen Abgeordnetenkammer einen Beschlussantrag eingebracht, in dem sie auf die kolonialistische Ausbeutung West-Papuas durch Indonesien und auf die erschreckenden, massiven Menschenrechtsverletzungen gegenüber dessen Urbevölkerung hinweisen.

Die Regierung in Rom soll dazu verpflichtet werden, sich in ihren bilateralen Beziehungen mit Indonesien und auf internationaler Ebene für die Gewährung einer echten kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Autonomie an die 1,5 Millionen Papuas einzusetzen.

In dem 1963 von Indonesien besetzten West-Papua auf der Insel Neuguinea nördlich von Australien ist laut dem Bozner Journalisten und Bergsteiger Christian Welponer ein „Völkermord in Zeitlupe“ an den indigenen Papuas im Gang.

Über 100.000 Ureinwohner sollen bereits von den indonesischen Soldaten und Polizisten ermordet und über 10.000 vertrieben worden sein. Welponer prangert zudem Umweltzerstörung durch Minenkonzerne und Kokosölplantagen an.

Das indonesische Militär und die indonesische Polizei herrschten praktisch unumschränkt in West-Papua, Menschenrechtsverletzungen mit willkürlichen Verhaftungen, Folterungen und Morden an den Papuas seien an der Tagesordnung.

„Deshalb ist auch ausländischen Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen, ja sogar dem Flüchtlichskommissariat der Vereinten Nationen UNHCR und dem Internationalen Roten Kreuz sowie ausländischen Journalisten seit 2003 die Einreise nach West-Papua verboten“, so Welponer.

„2001 wurde West-Papua zwar eine sogenannte 'Special Autonomy' gewährt, doch fehlen bis heute die meisten Durchführungsbestimmungen. Die zur Verfügung gestellten Finanzmittel werden überwiegend zum Aufblähen des indonesischen Behördenapparates verwendet, wenn sie nicht überhaupt in unbekannten Kanälen versickern. Die Papuas lehnen deshalb geschlossen diese 'Special Autonomy' ab.“

Aus diesem Grund setze er sich für eine neue, echte Autonomie für West-Papua ein, die sich am Modell der Südtiroler Autonomie orientieren könne.

„Eine solche neue Autonomie für West-Papua müsste in jedem Fall mit effizienten Kontrollmechanismen und einem verbindlichen Operationskalender versehen sein, um einerseits den Erlass der nötigen Durchführungsbestimmungen und andererseits den beschlossenen zweckgebundenen Einsatz der Finanzmittel zu gewährleisten“, fordert Christian Welponer.

„Die Autonome Provinz Bozen-Südtirol ist der Beweis dafür, dass diese Konflikte eine friedlich Lösung finden können, welche die Rechte beider Seiten respektiert“, unterstreichen Karl Zeller und Siegfried Brugger in ihrem Beschlussantrag.

Wichtig sei in erster Linie, dass eine den Papuas gewährte Autonomie nicht nur auf dem Papier existiere, sondern dass den Papuas ein effektiver Freiraum gewährt werde, und zwar nicht nur in kultureller und sprachlicher Hinsicht sondern auch im Bezug auf die Besitzverhältnisse.

„Da auch die Südtiroler hart um ihre Autonomie haben kämpfen müssen und dabei die Hilfe von außen sicher eine große Wirkung gehabt hat, teilen wir die Hoffnung der Papuas auf die Gewährung einer Autonomielösung und halten eine Intervention von Seiten europäischer und anderer Staaten sowie von internationalen Gremien für sinnvoll“, erklären die beiden Parlamentarier.




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