Griechen mobilisieren gegen drakonisches Sparpaket
Das drakonische Sparpaket, mit dem die griechische Regierung allein heuer 3,3 Milliarden Euro einsparen will, stößt auf breiten Widerstand der Bevölkerung.
Wenige Stunden nach der nächtlichen Einigung der Regierungsspitzen haben die Gewerkschaften am Donnerstag zu einem zweitägigen Streik aufgerufen.
In den Zeitungskommentaren wurde das Sparpaket als „untragbar“ verurteilt, auch Spitzenpolitiker gingen auf Distanz zu den Maßnahmen, die die drohende Staatspleite des Landes abwenden sollen.
Das Sparpaket ist die Voraussetzung für neue Milliardenhilfen der Europäischen Union, ohne die Griechenland Mitte März pleitegeht. Bereits am Donnerstagabend kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zu einer Sondersitzung zusammen, um über Griechenland zu beraten.
Die Spitzen der drei die Regierung stützenden Parteien – Sozialisten (PASOK), Konservative (Nea Dimokratia/ND) und ultrarechte LAOS („Völkische Orthodoxe Gesamtbewegung“) – hatten sich in der Nacht auf Donnerstag in siebenstündigen Verhandlungen auf Eckpunkte des Sparpakets geeinigt.
Offen ist nur noch eine Frage, teilte das Büro von Regierungschef Lucas Papademos mit. „Wir kämpfen hart um die Pensionen“, sagte der Chef der Konservativen, Antonis Samaras, im Fernsehen.
Dabei geht es um einen Betrag in Höhe von 300 Millionen Euro. Die mit Griechenland verhandelnde „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) räumte Athen zwei Wochen Zeit ein, um die Pensionsfrage zu klären.