ASGB-Jugend: "...wir sind arbeitsmarktpolitisch nicht relevant?"
Alexander Wurzer von der ASGB-Jugend kritisiert Helmuth Sinn für Aussagen, die der Direktor der Landesabteilung Arbeit auf einer Pressekonferenz zur Arbeitsmarktsituation der Jugendlichen in Südtirol gemacht haben soll.
Sinn habe die Zahl der rund 3.000 arbeitslosen Jugendlichen im Alter von 15 bis 29 Jahren als "verschwindend gering und außerdem arbeitsmarktpolitisch nicht relevant“ bezeichnet, kritisiert Alexander Wurzer.
„Wie sollen wir den zig Jugendlichen, die wöchentlich die ASGB-Jugend aufsuchen, erklären, dass sie arbeitsmarktpolitisch nicht relevant wären?“, so Wurzer.
„Landeshauptmann Luis Durnwalder hatte erst am Montag erklärt, dass die Vollbeschäftigung in Südtirol in Zukunft gefährdet sei. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit liege über dem Durchschnitt“, so der Gewerkschaftsvertreter.
Es möge durchaus stimmen, dass Südtirol - wie Sinn erklärt habe - im Vergleich zum Rest Italiens gut dastehe, doch die Art und Weise, wie der Direktor der Landesabteilung Arbeit die positive Situation Südtirols hervorstreiche, gebe zu denken.
„Das Schönreden von Tatsachen bringt niemandem etwas. Die Pressekonferenz hätte viel mehr zum Ziel haben sollen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und Perspektiven zur Verringerung der prekären Arbeitsverhältnisse aufzuzeigen“, unterstreicht Wurzer.
Angesichts der Situation der befristet angestellten Jugendlichen beharrre die ASGB-Jugend in aller Schärfe auf ihren Forderungen an die Politik, sich umfassender damit zu beschäftigen.
„Vor allem im öffentlichen Sektor, der vorbildlich gegenüber der Privatwirtschaft wirken sollte, erwarten wir uns endlich Taten. Die hohe Quote prekär Angestellter kann in diesem Sektor so nämlich nicht hingenommen werden“, unterstreicht Wurzer abschließend.