29. Juli 2010
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Lokal

"Immer mehr Südtiroler beanspruchen Sozialleistungen"

Der Bedarf an Sozialleistungen ist in den vergangenen Jahren in Südtirol deutlich angestiegen. Die größten Zuwächse gibt es in den Bereichen der Pflege, Betreuung und finanziellen Sozialhilfe.

Dies teilten Landesrat Richard Theiner und Abteilungsdirektor Karl Tragust bei der heutigen Pressekonferenz zu den sozialen Trends des Jahres 2009 mit.

„Das soziale Netz ist in Südtirol in vielen Bereichen gut aufgebaut worden“, so Landesrat Theiner. „Die Landesmittel für das Soziale sind nicht nur als Ausgaben für Hilfe und Fürsorge zu verstehen, vielmehr sind sie Investitionen in Menschen und eine Garantie für den gerechten Ausgleich in der Gesellschaft“, betonte der Familien- und Soziallandesrat.

Wirtschaftskrise hat Bedürfnis nach Sozialhilfe erhöht

Vor allem aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise gab es in den vergangenen Jahren mehr Ansuchen um finanzielle Sozialhilfe. Die Bezieher von Mindesteinkommen und Mietgeld haben im vergangenen Jahr um 23 Prozent zugenommen.

Auf diese Entwicklung hat das Land entgegen der nationalen und EU-weiten Politik mit einer Erhöhung der finanziellen Sozialhilfe reagiert. So sind die Ausgaben für Mindesteinkommen und Mietgeld von 10.369.000 Euro im Jahr 2008 auf 15.819.000 Euro im Jahr 2009 erhöht worden.

„Wir können mit Genugtuung feststellen, dass das soziale Netz, das in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde, der Krise standgehalten hat“, freute sich Theiner. „Wir möchten mit dieser Politik fortfahren, denn gerade in Krisenzeiten müssen Bedürftige unterstützt werden.“

Kein Missbrauch von Sozialleistungen

In Bezug auf den Vorwurf des Missbrauchs der Sozialleistungen vonseiten der Ausländern wies Landesrat Theiner darauf hin, dass der Anteil der Sozialleitungen an Nicht-EU-Bürger mit 4,74 Prozent unter deren Bevölkerungsanteil, der 5,2 Prozent ausmacht, liegt.

Dynamische Entwicklung auch bei Pflege und Betreuung

„In Südtirol gibt es eine enorme Anzahl von Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind“, betonte Landesrat Theiner. 14.032 pflegebedürftige Menschen sind es insgesamt. Davon werden 10.538 zu Hause gepflegt, 3494 sind in Heimen untergebracht. Diese große Anzahl geht einher mit der steigenden Lebenserwartung, erklärte Theiner.

Im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten hat die Anzahl an Betreuten in der Hauspflege beträchtlich zugenommen. Waren es im Jahr 2005 noch 3546 Betreute, so stieg deren Anzahl im vergangenen Jahr auf 4691.

Auch in den Alten- und Pflegeheimen wird ein ständig wachsender Bedarf an Betreuung vermerkt. Vom Jahr 2005 auf das Jahr 2009 wurde die Anzahl der Betten in den Heimen von 3623 auf 3919 erhöht.

Die Betreuungsplätze in Kinderhorten, Kindertagesstätten und bei Tagesmüttern sind vom Jahr 2005 bis zum Jahr 2009 um 52,3 Prozent gestiegen. 2063 Plätze waren es im vergangenen Jahr insgesamt.

Landesrat Theiner sieht in diesem Zuwachs eine sehr positive Entwicklung. Er geht davon aus, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen auch weiterhin steigen wird und betonte, wie wichtig es sei, dass das Land auch in Zukunft mit schnellen Maßnahmen und Investitionen in diesem Bereich reagiert.

Evelyn Reso




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