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Artikel vom Freitag, 8. März 2019

Pestizidverbrauch in der Landwirtschaft: BM Veith in Rom

Am Donnerstag hat eine Pressekonferenz in der römischen Abgeordnetenkammer zum Thema Pestizidverbrauch in der Landwirtschaft stattgefunden. Teilgenommen an der Konferenz hat auch der Malser Bürgermeister Ulrich Veith.

Ulrich Veith und Vandana Shiva.

Ulrich Veith und Vandana Shiva.

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wehren sich gegen den Einsatz von Pestiziden, fasste der Malser Bürgermeister Ulrich Veith das Ergebnis der Pressekonferenz zusammen: „Der Widerstand wächst Tag für Tag“. In der Tat, die Aussagen der  Konferenzteilnehmer, zu denen auch die Umweltmedizinerin Patrizia Gentilini, die langjährige Mitarbeiterin der FAO (Food and Agricultural Organisation der UNO), Nadia El-Hage Scialabba, Maria Grazia Mammucini (Federbio), Claudio Bizzotto des Comitato Genitori Asilo San Giacomo (Veneto) und Tiziano Quaini (Mitinitator Marsch gegen Pestizide) gehörten, bestätigten diese Zusammenfassung.

Aber nicht nur das Kämpfen für mehr Schutz vor Ackergiften für Mensch und Natur stand im Mittelpunkt der Plädoyers: Auch das Thema verdeckte Kosten, die in der industriellen Landwirtschaft steckten und von ihr – gerade im Gesundheitswesen – verursacht werden, ging an die Adresse von Kammerabgeordneten und Senatorinnen: „In jedem Euro Lebensmittel stecken drei Euro, die für Umwelt- und Gesundheitsschäden wieder ausgegeben werden müssen“, so Nadia El-Hage Scialabba. Die Vereinigung des Elternverbandes der Kindergartenkinder von San Giacomo im Veneto will nicht weiter hinnehmen, dass Pestizide im Boden, auf den Steinmauern und in den Hecken des Kindergartenareals gefunden werden, die die Gesundheit ihrer Kinder gefährden. Gerade die Gesundheit von Landwirten, so die Medizinerin Gentilini, sei gefährdet. Doch nicht nur, sagt sie, und stützt sich dabei auf wissenschaftliche Studien, die den Nachweis erbrachten, dass Pestizide im direkten Zusammenhang mit Alzheimer, Parkinson, Unfruchtbarkeit, Krebsarten und gesundheitsschädigenden Auswirkungen auf das Ungeborere stehen.

„2030 frei von Pestiziden“

Für die Grande Dame des Saatgutes, Vandana Shiva ist es erklärtes Ziel, 2030 auf einem Planeten frei von Pestiziden zu leben, denn angesichts der weltweiten Situation der Natur, so Shiva, müsse man in den nächsten zehn Jahren dazu kommen. Auch die Demokratie stehe auf dem Spiel: „Eine der größten Herausforderungen der heutigen Demokratie ist, den Einfluss krimineller Machenschaften in der Landwirtschaft zurückzudrängen“; die Kartellisierung der Saatgutindustrie war nur eines von vielen Beispielen. Die Aussagen von Vandana Shiva bestätigt der Agrar-Atlas 2019: Daten und Fakten zur EU-Landwirtschaft, (Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung et. al.) wo die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger für deutlich mehr biologischen Landbau und mehr Schutz von Natur und Umwelt im eklatanten Gegensatz zu den Richtlinien, Erlassen und Gesetzen der EU-Landwirtschaftspolitik stehen.

Doch wo viel Gegenwind weht, ist genug Luft für wachsende Hoffnung: „Der Moment für starke Allianzen für gesundes Essen und die Zurückeroberung der Demokratie ist hier. Und genau das braucht es jetzt“. Davon sprach auch der Malser Bürgermeister Ulrich Veith in Rom: „Unabhängig davon, wie das Verwaltungsgericht entscheidet, sind wir davon überzeugt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben“.

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