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Artikel vom Donnerstag, 18. Juli 2019

20 gerissene Schafe in Nordtirol: Bär vermutet

Auch in Nordtirol scheint wieder ein Bär umzugehen. Im Almgebiet zwischen dem Sellraintal und dem Inntal wurden zuletzt 20 Schafe gerissen, teilte das Land am Donnerstag mit. Dies deute darauf hin, dass sich „ein großer Beutegreifer“ in der Gegend aufhalten könnte bzw. aufgehalten hat, hieß es.

Eines der zwischen Sellraintal und Inntal gerissenen Schafe. - Foto: apa/Zeitungsfoto.at/privat

Eines der zwischen Sellraintal und Inntal gerissenen Schafe. - Foto: apa/Zeitungsfoto.at/privat

„Die unsystematische Vorgangsweise und das Bild, das die Risse zeigen, deuten auf einen Bären hin. Bisher wurden uns allerdings keine Sichtungen gemeldet“, erklärte Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer. Letzteres deute wiederum darauf hin, dass es sich eher um ein scheues Tier handeln dürfte. Eine unmittelbare Gefahr für Wanderer bestehe nicht, wurde betont. Es sollten jedoch die allgemeinen Verhaltensregeln beachtet werden.

Derzeit werde die Situation vor Ort abgeklärt. Auch Wildkameras wurden bereits aufgestellt. Die von den toten Schafen genommenen Proben wurden zur DNA-Analyse eingeschickt.

Unter den Schafbesitzern in dem betroffenen Gebiet herrscht laut Land jedenfalls große Verunsicherung. Wer seine Schafe vorsichtshalber abtreibe, könne beim Land um eine Erstattung der Futterkosten am Heimbetrieb ansuchen. Auch für die verursachten Schäden gebe es eine Entschädigungsregelung.

Zuletzt hatte es in Nordtirol zweimal „Bärenalarm“ gegeben. Im Bereich des Klausenwaldes bei Reutte im Außerfern wurde Ende Juni ein Foto von einem Bären aufgenommen. Zuvor war ein Rotwildkadaver in der Nähe gefunden worden.
Anfang Juni war ein Bär im Pitztal von einer Wildkamera fotografiert worden. Dieser wurde mit drei kurz zuvor gerissenen Schafen in Verbindung gebracht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelte es sich bei dem Bären um ein bisher unauffälliges männliches Jungtier aus dem Trentino, hieß es.

Im Trentino hatte in den vergangenen Tagen ein Braunbär für Aufsehen gesorgt, der am Sonntag nach mehreren Attacken auf Nutztiere in ein Tierpflegezentrum nahe Trient gebracht worden war, von dort aber sofort wieder ausgebüxt ist. Nach dem dreijährigen Exemplar mit der Bezeichnung M49 wird derzeit fieberhaft gesucht. Im Trentino leben heute rund 50 Bären.

stol/apa

 

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