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Artikel vom Donnerstag, 22. August 2019

CITES-Konferenz: Elfenbeinhandel bleibt verboten

Der seit fast 30 Jahren strikt verbotene Handel mit Elfenbein wird vorerst nicht aufgeweicht. Gegen den Protest mehrerer Länder im südlichen Afrika lehnten Vertreter der 183 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) entsprechende Anträge am Donnerstag in Genf ab. Die Beschlüsse müssen am Ende der Konferenz kommende Woche vom Plenum noch abgesegnet werden.

Viele Regierungen waren strikt gegen eine Aufweichung des Handels Foto: APA (KEYSTONE)

Viele Regierungen waren strikt gegen eine Aufweichung des Handels Foto: APA (KEYSTONE)

Ein weitere Beschluss war, die Giraffe besser zu schützen. Der internationale Handel mit Fleisch, Leder und Jagdtrophäen oder die Verschiffung der Tiere an Zoos und Zirkusse soll künftig nur noch dann möglich sein, wenn das Exportland nachweist, dass die Bestände dadurch nicht weiter gefährdet werden. Die Giraffenbestände sind nach Schätzungen in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent auf rund 100.000 Tiere zurückgegangen. Vor allem Länder im südlichen Afrika protestierten dagegen.

Neue Restriktionen könnten sich negativ auf Wildschutz auswirken

Bei Elefanten und Giraffen argumentierten Sambia, Botswana, Namibia und Simbabwe, ihre Bestände seien stabil oder würden größer, dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen. Probleme gebe es nur in Ländern weiter nördlich. Die Bevölkerung müsse in der Lage sein, von dem Wild kommerziell zu profitieren. Der Vertreter Sambias warnte, die Bevölkerung könne bei anhaltenden oder neuen Restriktionen das Interesse am Wildschutz verlieren.

Das könne die Wilderei verschlimmern und das Überleben der Arten gefährden. „Wir können keine guten Zoos sein, wenn die Zoowärter nicht bezahlt werden”, sagte der Vertreter Botswanas.

Wildmanagement der südafrikanischen Länder vorbildlich

Elefantenspezialistin Susan Lieberman von der Organisation Wildlife Conservation Society bescheinigt den Ländern im südlichen Afrika gutes Wildmanagement. „Wenn alle afrikanischen Elefanten im südlichen Afrika lebten, hätten wir kein Problem”, sagte sie in Genf. „Leider ist das aber nicht der Fall.”

Deshalb seien auch die 32 weiter nördlich liegenden Länder der Afrikanischen Elefanten-Koalition gegen den Handel. „Die 32 Länder der Koalition sagen: Wir haben vielleicht eine Chance, unsere Elefanten zu retten, aber nur, wenn der Elfenbeinhandel strikt verboten bleibt.”

Tierschützer fürchten Fälschungen und Bestechungen

Tierschützer fürchten, dass Wilderer Lizenzen für Elfenbein fälschen oder sich durch Bestechung besorgen und ihr Material so als legale Ware ausgeben könnten. Wenn Handel erlaubt sei, werde es für Zöllner schwierig, illegales Material zu erkennen.

„Und das Signal an Konsumenten wäre fatal: Wenn Elfenbein wieder legal zu kaufen wäre, würde die Nachfrage steigen”, sagt Arnulf Köhncke von der Umweltstiftung WWF. Jeden Tag werden nach Schätzungen mehr als 50 Elefanten von Wilderern erlegt, die das Elfenbein der Stoßzähne überwiegend nach Asien schmuggeln.

Viele Regierungen waren strikt gegen eine Aufweichung des Handels. „Für den Kampf gegen die Wilderei ist es wichtig, dass es auch weiterhin keinen internationalen legalen Markt gibt, über den gewildertes Elfenbein 'rein gewaschen' werden kann”, erklärte die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze.

apa/dpa

 

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