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Artikel vom Dienstag, 12. September 2017

Familie stirbt in Krater nahe Neapel - Bub bleibt zurück

Ein tragisches Unglück hat sich im Inneren des Vulkankraters von Solfatara in Pozzuoli bei Neapel ereignet. Beim Versuch, ihren Sohn zu retten, verloren auch die Eltern ihr Leben. Der jüngere Sohn der Familie blieb alleine zurück.

In diesem Loch im Krater der Solfatara starben die Eltern gemeinsam mit ihrem 11-jährigen Sohn.

In diesem Loch im Krater der Solfatara starben die Eltern gemeinsam mit ihrem 11-jährigen Sohn. - Foto: LaPresse

Wie es zu dem Unglück in der Solfatara in Pozzuoli kam, sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher in Neapel kurz nach dem Unglück am Dienstagmittag. Fest steht, dass es sich bei den Toten um eine Familie aus Turin handelt.

Der 11-jährige Sohn war ersten Erkenntnissen zufolge wohl über die Absperrung des Vulkankraters Solfatara geklettert und dort in Treibsand oder auf bröckligen Boden geraten. In dieser Zone sind die Schwefelgase besonders stark, weshalb der Bub wohl das Bewusstsein verlor. 

Der 45-jährige Vater eilte dem Sohn nach, um ihn zu retten, sank jedoch selbst im Boden ein. Sowohl er als auch die 42-jährige Mutter, die ihrerseits versuchte, ihren Ehemann herauszuziehen, starben vermutlich an den giftigen Gasen. Die Feuerwehrmänner konnten die 3 Personen nur noch tot bergen.

Allein der 7-jährige Sohn der Familie blieb zurück.

„Ich lebe seit 40 Jahren hier, aber einen Unfall wie diesen habe ich noch nie erlebt“, erklärte Armando Guerriero, Besitzer einer Bar an der Solfatara, gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. 

Der Bub war nach der Tragödie in seine Bar gebracht worden. „Wir haben versucht in zu beruhigen, aber er hat immer wieder nach seinen Angehörigen gefragt.“

Die Solfatara gehört zu den Phlegräischen Feldern. Zahlreiche Gasaustritte machen den Vulkankrater sowohl optisch als auch olfaktorisch zur Touristenattraktion. Auch eine Sauna aus der Römerzeit ist erhalten.

stol/dpa

 

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