Startseite » Chronik im Überblick » Chronik

Artikel vom Dienstag, 10. Juli 2018

Happy End in Thailand: Auch Arzt und Rettungstaucher draußen

Das Höhlendrama von Thailand ist nach 17 Tagen Zittern und Bangen glücklich zu Ende gegangen: Alle 12 Spieler der Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer sind gerettet. Die letzten 5 Eingeschlossenen – darunter auch ein 11-Jähriger, der jüngste – wurden am Dienstag von Spezialtauchern ins Freie gebracht. Der wieder hochgefährliche Einsatz war erst nach mehr als 8 Stunden vorbei. Insgesamt benötigte das Team für die entscheidende Phase der Rettung 3 Tage. Aus aller Welt trafen am Abend Glückwünsche ein.

Video-Player wird geladen...
Auch die letzten Taucher und ein Arzt konnten am Dienstagabend die Höhle verlassen. - Foto: Facebook/Thai Navy Seals

Auch die letzten Taucher und ein Arzt konnten am Dienstagabend die Höhle verlassen. - Foto: Facebook/Thai Navy Seals

Happy End in Thailand.

Happy End in Thailand. - Foto: APA/AFP

Das Höhlendrama von Thailand ist nach 17 Tagen Zittern und Bangen glücklich zu Ende gegangen.

Das Höhlendrama von Thailand ist nach 17 Tagen Zittern und Bangen glücklich zu Ende gegangen. - Foto: APA/AFP

Das Happy End grenzt für viele an ein Wunder. Auch Experten hatten es kaum für möglich gehalten, das Team des Fußballvereins „Wildschweine“ aus ihrem Zufluchtsort in 4 Kilometern Tiefe sicher nach draußen zu bringen.

Foto: Facebook

Am Abend kamen schließlich noch ein Arzt und 3 weitere Retter aus der Höhle, die dort seit dem Wochenende für alle Fälle ausgeharrt hatten.

Ein Taucher verlor bei den Vorbereitungen sein Leben 

Der Weg zurück ans Licht dauerte für die Kinder zwischen 11 und 16 Jahren jeweils mehrere Stunden. Große Teile der Höhle waren überflutet. Keiner der jungen Fußballer hatte Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von den Profis in den Schlepptau genommen wurden. Manche Stellen in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non waren extrem eng. Folgendes Video zeigt NICHT die Rettungsaktion in Thailand, demonstriert aber die Bedingungen, die auch bei der Aktion in Thailand an gewissen Stellen vorgeherrscht haben.

Bei aller Freude erinnerten die Thais aber auch daran, dass bei den Vorbereitungen letzte Woche ein 37-jähriger Taucher starb. Ihm war der Sauerstoff ausgegangen.

Der letzte von insgesamt 3 höchst gefährlichen Einsätzen hatte um 10.08 Uhr Ortszeit (05.08 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) begonnen. Zuvor hatte es die ganze Nacht über wieder heftig geregnet. Als Ziel gab Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn aus, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen – was dann auch tatsächlich gelang. Kurz vor 19 Uhr kam von der Marine die erlösende Nachricht: „Alle 12 Wildschweine und der Trainer sind draußen. Alle sind in Sicherheit.“

Die ersten 8 Geretteten im Krankenhaus 

Bei den ersten beiden Tauch-Aktionen am Sonntag und Montag waren bereits 8 Jungen gerettet worden, jeweils in Vierer-Teams. Ihnen geht es verhältnismäßig gut. Sie sollen aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben. Am Dienstag entschieden die Retter dann aber, die restlichen 5 Eingeschlossenen alle herauszuholen. Niemand wollte dem Trainer oder gar einem der Jungen zumuten, eine weitere Nacht in der Dunkelheit ausharren zu müssen – und das noch allein.

Ein Kampf gegen Wetter und Zeit

Das Fußballteam war am 23. Juni bei einem Ausflug in die Höhle von den Wassermassen überrascht worden. Erst nach 9 Tagen, in denen es keinerlei Lebenszeichen gab, wurden die Jungen und ihr Trainer von britischen Höhlentauchern entdeckt. Die Rettung wurde dann zu einem Kampf gegen Wetter und Zeit. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison. Die ganze Zeit drohte, dass das Wasser in der Höhle so schnell steigt, dass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss.
In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es auch am Dienstag wieder heftige Regenfälle. Dann brannte plötzlich die Sonne vom Himmel herab. Das Kernteam des Rettungseinsatzes bestand aus mindestens 19 Spezialtauchern, die meisten aus dem Ausland. Insgesamt waren mehr als 1000 Retter beteiligt.

2 Gerettete: Mittelschwere Lungen-Infekte 

Nach Angaben der behandelnden Ärzte geht es den anfangs Geretteten den Umständen entsprechend gut. Die Kinder sollen jetzt aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai bleiben. 2 haben minderschwere Lungen-Infekte. Nach den mehr als 2 Wochen in der Dunkelheit müssen alle zum Schutz vor dem Tageslicht Sonnenbrillen tragen. Die ersten bekamen auch schon Besuch von Eltern und Geschwistern. Allerdings durften sie sich nur durch Glasscheiben sehen, aus Angst vor Infekten.

Das Drama wurde in aller Welt mit großem Interesse verfolgt. Zu den ersten Gratulanten gehörte US-Präsident Donald Trump. Er schrieb auf Twitter: „Was für ein schöner Moment. Ein großartiger Job.“

dpa

 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos