Startseite » Chronik im Überblick » Chronik

Artikel vom Freitag, 21. April 2017

Hinter dem Anschlag steckt möglicherweise Aktienspekulation

Der mutmaßliche Attentäter auf den Bus des Fußballklubs BVB soll nach Erkenntnissen der Ermittler mit sogenannten Put-Optionen auf einen Wertverfall der Klubaktie spekuliert haben.

Der beschädigte BVB-Bus nach dem Anschlag. Jetzt sitzt ein Tatverdächtiger in Haft.

Der beschädigte BVB-Bus nach dem Anschlag. Jetzt sitzt ein Tatverdächtiger in Haft. - Foto: APA/AFP

Käufer von Put-Optionen erwerben das Recht, einen sogenannten Bezugswert wie etwa eine Aktie in einem bestimmten Zeitraum – oder zu einem bestimmten Zeitpunkt – zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Im Gegenzug ist der Verkäufer dieser Option verpflichtet, den Wert zu dem festgesetzten Preis auch zu kaufen – unabhängig davon, wie hoch der Kurs zu diesem Zeitpunkt liegt.

Der Käufer der Put-Option rechnet also mit fallenden Kursen. Nur dann kann er mit diesem Instrument Geld verdienen. Der Verkäufer geht vom Gegenteil aus. Dafür, dass er die vereinbarte Kaufsumme jederzeit zur Verfügung haben muss, erhält er vom Käufer eine Prämie. Steigen die Kurse, macht der Verkäufer mit dieser Prämie Gewinn. Fallen die Kurse, verdient der Käufer mit seiner Wette Geld.

Bei dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus soll es einen Zusammenhang zu Spekulationen mit solchen Put-Optionen geben. Der Tatverdächtige setzte offenbar auf fallende Kurse der BVB-Aktie. Der Wert der Aktie sank seit dem Anschlag tatsächlich um 5,5 Prozent: von 5,67 Euro zu Handelsbeginn am Tag des Anschlags am 11. April auf 5,36 Euro bis zum Handelsschluss am Donnerstag.

dpa

 
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos