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Artikel vom Freitag, 11. Januar 2019

Hotel Rigopiano: Vater von Opfer wegen Blumen verurteilt

Weil er in Gedenken an seinen im Hotel Rigopiano gestorbenen Sohn Blumen an die Unglücksstelle gelegt hat, ist ein Vater zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. In wenigen Tagen jährt sich das tragische Lawinenunglück in den Abruzzen zum 2. Mal.

Nur 11 von 40 Personen überlebten die Lawine, die das Hotel Rigopiano im Jänner 2017 erfasste und unter sich begrub.

Nur 11 von 40 Personen überlebten die Lawine, die das Hotel Rigopiano im Jänner 2017 erfasste und unter sich begrub. - Foto: APA/AFP

Stefano Feniello war eines der 29 Opfer, die am 18. Jänner 2017 im Hotel Rigopiano in Farindola starben, nachdem das Gebäude von einer Lawine erfasst und verschüttet wurde. Die Lawine war nach einer Erdbebenserie im Gran-Sasso-Massiv ausgelöst worden.

Im Mai wollte sein Vater Alessio Blumen an jene Stelle legen, an der sein Sohn gestorben war, und missachtete dafür die Absperrungen der Gerichtspolizei. Nun wurde der Vater vom Gericht in Pescara verurteilt: Er habe das abgesperrte Gebiet betreten, obwohl er mehrfach von den dort positionierten Wächtern aufgefordert wurde, es nicht zu tun.

Alessio Feniello veröffentlichte das Urteil auf Facebook: „Ich wollte Blumen an jenen Ort legen, wo sie meinen Sohn umgebracht haben. (...) Jetzt macht mir der Richter folgenden Vorschlag: Entweder zahle ich 4550 Euro oder ich muss 2 Monate ins Gefängnis. Ich antworte dem Richter damit, dass ich keinen Cent zahlen werde, und, wenn nötig, auch 3 Monate im Gefängnis verbringe.“

Der Vater klagt weiter an: „Mach doch bitte ernsthafte Verfahren. Da du von uns Italienern gezahlt wirst, verliere nicht Zeit mit solchen Nichtigkeiten. (...) Jene, die nichts getan haben, um die 29 Personen in Rigopiano zu retten, sind alle noch auf freiem Fuß, ich hingegen muss zahlen...“

Nach dem Lawinenunglück hatte die Staatsanwaltschaft von Pescara Ermittlungen gegen 23 Personen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung eingeleitet, darunter gegen den ehemaligen Polizeichef von Pescara, den Präsidenten der Provinz Pescara sowie gegen den Bürgermeister von Farindola. Notrufe sollen ignoriert worden sein, auch hätte sich der Rettungseinsatz in der Abruzzen-Gemeinde verzögert.

Nur 11 Menschen überlebten, 2 hatten sich zum Zeitpunkt der Lawine im Freien aufgehalten, 9 Personen, darunter 4 Kinder, konnten aus den Trümmern des Hotels befreit werden.

10 Millionen Euro für die Hinterbliebenen

Wie Innenminister Matteo Salvini am Freitag erklärte, sollen die Hinterbliebenen der Opfer von Rigopiano insgesamt 10 Millionen Euro erhalten. „Wie versprochen haben wir in einer Woche das durchgeführt, was andere in 2 Jahren nicht geschafft haben“, so der Lega-Chef am Donnerstag. Das Innenministerium wolle das Geld zur Verfügung stellen.

stol/liz

Christoph Scheidegger, Hersiwil Schweiz

Sture Machtdemonstration der Justiz. Richter ohne Herz!

11.01.2019 15:10 Uhr

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Paul Kirchhoff, Albstadt

Italiens Justiz ein Käfig voller Narren ?

11.01.2019 14:24 Uhr

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2 Kommentare

 

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