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Artikel vom Samstag, 3. Februar 2018

Italien: Faschist schießt aus Auto - 6 Afrikaner verletzt

Ein Großeinsatz der Polizei hat am Samstag in der italienischen Stadt Macerata stattgefunden. Aus einem fahrenden Auto soll ein Mann mehrere Schüsse auf Migranten abgegeben haben. Sechs Personen wurden verletzt. Der Attentäter ist italienischer Staatsbürger und wurde während des Zeigens des faschistischen Grußes festgenommen.

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Die Polizei konnte den Verdächtigen Luca Traini festnehmen. - Foto: Salvatore Merlo/Twitter

Die Polizei konnte den Verdächtigen Luca Traini festnehmen. - Foto: Salvatore Merlo/Twitter

Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Wagen ein, auch Videoüberwachungsanlagen wurden überprüft. An Bord des Fahrzeuges befand sich ein bewaffneter Mann, berichteten italienische Medien.

Die öffentlichen Verkehrsmittel in der 320.000 Einwohnerstadt in den Marken wurden gestoppt. Der Bürgermeister, Romano Carancini, appellierte an die Bürger, nicht außer Haus zu gehen.

Mann festgenommen

Gegen Mittag hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen, teilte sie am Samstag auf Twitter mit.

Mittlerweile sind weitere Einzelheiten der Tat und über den Täter bekannt. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, soll es sich bei dem Angreifer um einen 28-jährigen Italiener handeln. 

Täter zeigt faschistischen Gruß

Luca Traini, so der Name des Attentäters, konnte nach den von ihm auf Migranten abgegebenen Schüssen an mehreren Orten der Stadt von der Polizei festgenommen werden.

Und zwar, als er mit der italienischen Flagge um die Schultern gebunden, vor einem Denkmal für Gefallene auf dem Siegesplatz inmitten der Stadt Macerata den faschistischen Gruß zeigte.

Bei seiner Festnahme habe der Mann keinen Widerstand geleistet. Im Auto fanden die Carabinieri die mutmaßliche Tatwaffe, eine Pistole.

Foto: LaPresse

6 Personen verletzt

6 Personen sind bei dem Angriff verletzt worden. Es handelt sich ausschließlich um Migranten. 5 von ihnen sind ins Krankenhaus gebracht worden, einer davon befindet sich in Lebensgefahr. 

Zur Zeit sucht ein Polizeihubschrauber nach einem möglichen Komplizen. 

Racheakt wird vermutet

Die Tat ereignete sich nur wenige Tage, nachdem die zerstückelte Leiche einer 18-jährigen Italienerin in zwei Koffern entdeckt worden war. Ein aus Nigeria stammender Migrant und Drogendealer sitzt deshalb in Untersuchungshaft. Eine Racheaktion wird vermutet.

Die Römerin Pamela Mastropietro war am Montag aus einer Drogenentzugsanstalt bei Macerata verschwunden, in der sie sich seit wenigen Tagen wegen ihrer Rauschgiftprobleme aufhielt. Die Trolleys mit ihrer Leiche waren am Mittwoch auf einer Landstraße in Pollenza nahe Macerata von einem Mann bemerkt worden, der die Polizei informierte.

In der Wohnung des Nigerianers wurden die blutbeschmierten Kleider der jungen Frau und ein Beil gefunden, mit dem der Täter die Leiche zerstückelt haben soll. Der Nigerianer bestritt die Vorwürfe.  (STOL hat berichtet)

dpa/stol/vs

 

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