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Artikel vom Sonntag, 21. April 2019

Terror in Sri Lanka - Über 200 Tote

Bei einer verheerenden Anschlagsserie auf christliche Kirchen und Hotels sind am Ostersonntag in Sri Lanka nach Polizeiangaben mehr als 200 Menschen getötet worden.

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An mehreren Orten kam es zu Explosionen.

An mehreren Orten kam es zu Explosionen. - Foto: APA/AFP

Bei den Anschlägen starben über 200 Menschen.

Bei den Anschlägen starben über 200 Menschen. - Foto: APA/AFP

Es kam bereits zu mehreren Festnahmen.

Es kam bereits zu mehreren Festnahmen. - Foto: APA/AFP

Bei den koordinierten Explosionen wurden außerdem mehr als 500 Menschen verletzt, wie Sprecher von sieben örtlichen Krankenhäusern der Deutschen Presse-Agentur sagten.

Der Minister für Wirtschaftsreformen, Harsha de Silva, berichtete unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, unter den Toten seien auch rund 30 Ausländer. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

„Terroristische Attacke“ 

Die Polizei sprach von mindestens drei Festnahmen, Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene von sieben. Er machte Extremisten für die „terroristische Attacke“ verantwortlich.

Der Minister verhängte eine landesweite Ausgangssperre, die bis zum frühen Montagmorgen gelten sollte. Zudem sperrte die Regierung nach seinen Angaben vorübergehend den Zugang zu sozialen Medien. Die Schulen sollten die kommenden zwei Tage geschlossen bleiben, die Universitäten unbefristet.

Touristen unter den Toten

Unter den Opfern befinden sich auch rund 30 Ausländer. Die Herkunft der getöteten Ausländer war zunächst nicht vollständig klar. Einer sei ein Niederländer, teilte Außenminister Stef Blok in Den Haag mit. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolou sollen auch zwei Türken getötet worden sein.

Der südasiatische Inselstaat mit seinen tropischen Stränden ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Dort hat es seit Jahren keinen größeren Anschlag gegeben. 2009 war dort ein 26 Jahre dauernder Bürgerkrieg zu Ende gegangen. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung Sri Lankas sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

Terror in Kirchen und Hotels

Insgesamt gab es am Sonntag mindestens acht Detonationen, darunter drei in Kirchen und drei weitere in Luxushotels.

Bei den Kirchen handelte es sich um die St.-Antonius-Kirche in der Hauptstadt Colombo, die St.-Sebastians-Kirche im rund 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Negombo sowie die Zionskirche in Batticaloa, rund 250 Kilometer östlich von Colombo. In den Kirchen fanden gerade Ostergottesdienste statt. Dort gab es die meisten Opfer. Nach Polizeiangaben wurde die Attacke auf die Kirche in Negombo vermutlich von einem Selbstmordattentäter ausgeführt.

Außerdem gab es Explosionen in den Fünf-Sterne-Hotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombio. Dort sollen auch Ausländer verletzt worden sein. Später wurde eine siebte Explosion in einem kleinen Hotel in einem Vorort der Hauptstadt Colombo mit zwei Toten gemeldet. Eine achte Explosion ereignete sich am Nachmittag in einer Wohngegend in Dematagoda, einem anderen Vorort Colombos. Dort wurden drei Polizisten von einer einstürzenden Wand erschlagen.

Die Explosionen in den Kirchen und Luxushotels fanden fast zeitgleich statt. Die erste wurde aus der Kirche in Colombo gemeldet, die übrigen fünf alle innerhalb von nur 30 Minuten.

Hier kam es zu den Anschlägen. 

Zunächst bekannte sich niemand zu den Angriffen. Staatspräsident Maithripala Sirisena, der auch Verteidigungsminister ist, sagte, die Streitkräfte und die Polizei gingen der „Verschwörung“ auf den Grund.

Die Oberbefehlshaber der Streitkräfte trafen mehrere Minister zu einer Krisensitzung. Premierminister Ranil Wickremesinghe sagte, die Anschläge „zielten klar darauf ab, das Land zu destabilisieren“.

apa/dpa/stol

 

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