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Artikel vom Montag, 26. August 2019

Waldbrände: Brasiliens Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Angesichts der verheerenden Brände im Amazonasgebiet ermittelt die Polizei nun gegen die Organisatoren des sogenannten „Tag des Feuers”. Zuvor hatte die Zeitschrift „Globo Rural” berichtet, dass sich im Bundesstaat Pará zuletzt über 70 Personen in einer Whatsapp-Gruppe dazu verabredet hatten, große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand zu stecken.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. - Foto: APA (AFP)

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. - Foto: APA (AFP)

Ziel der koordinierten Aktion sei gewesen, den rechten Präsidenten Jair Bolsonaro bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hieß es im Zeitungsbericht. „Die Bundespolizei wird den Fall mit ihrer Expertise aufklären”, schrieb Justizminister Sérgio Moro am Sonntag auf Twitter. „Kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet wird hart bestraft.” Nach Regierungsangaben sind mittlerweile Militärflugzeuge im Kampf gegen die Flammen im Einsatz.

Dank Bränden neue Weideflächen für Vieh

Nach Einschätzung von Naturschützern werden die meisten Brände von Farmern gelegt, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen. Da es momentan in der Region ungewöhnlich trocken ist, greifen die Brände immer wieder auch auf intakte Waldflächen über.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jänner nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer attackieren Präsident Bolsonaro

Umweltschützer werfen dem rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

Zahlreiche Menschen protestierten am Sonntag gegen Bolsonaros Umweltpolitik. An einer Demonstration im Stadtteil Ipanema in der Millionenmetropole Rio de Janeiro beteiligten sich Künstler, Umweltaktivisten und Politiker. „Der Amazonas bleibt, Bolsonaro geht”, skandierten sie. Der populäre Sänger Caetano Veloso sagte dem Nachrichtenportal G1: „Ich bin hier, um die Flagge des Umweltschutzes hochzuhalten. Die Brände im Amazonasgebiet zeigen, wie wichtig das ist.”

43.000 Soldaten stehen im Einsatz im Amazonasgebiet

Nachdem Bolsonaro wegen seiner zögerlichen Reaktion auf die Brände weltweit in die Kritik geraten war, schickte er nun die Streitkräfte in den Kampf gegen die Flammen. In 7 Bundesstaaten der Region sollten Soldaten bei den Löscharbeiten helfen und gegen Brandstifter vorgehen. Insgesamt stehen im Amazonasgebiet mehr als 43.000 Soldaten zur Verfügung.

Ein am Sonntag vom Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video zeigt eine Maschine, die Tausende Liter von Wasser über Wäldern des Bundesstaates Rondonia ausschüttet. Nach Angaben des Büros von Präsident Jair Bolsonaro hat dieser derartige Armeeeinsätze in bisher 7 Bundesstaaten genehmigt, nachdem deren Regierungen entsprechende Hilfe beantragt hatten. Details zu diesen Einsätzen lagen zunächst nicht vor.

Israel will ein Löschflugzeug zur Unterstützung schicken, wie Bolsonaro am Sonntag bei Twitter mitteilte. 2 Flugzeuge der brasilianischen Luftwaffe wurden am Wochenende bereits bei den Löscharbeiten im Bundesstaat Rondônia eingesetzt.

Hilfe vom G7-Gipfel zugesichert

Angesichts des Flammeninfernos wollten auch die großen Industriestaaten nun rasche Hilfe anbieten. Mit den Ländern der Region in Südamerika werde Kontakt aufgenommen, sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron beim G7-Gipfel in Biarritz. Es gehe um „technische und finanzielle Mittel”. Zudem solle es auch Unterstützung bei der Aufforstung geben.

Kolumbien will den Vereinten Nationen nun einen regionalen Pakt für den Schutz des Regenwaldes vorschlagen. Präsident Iván Duque sagte am Sonntag, er wolle den Pakt im September vor der UN-Vollversammlung präsentieren. Zwar gebe es in seinem Land derzeit keine Waldbrände vom gleichen Ausmaß wie in Brasilien, die Amazonas-Länder müssten sich aber vorbereiten. Duque äußerte sich bei einem Besuch eines Eingeborenen-Dorfes im Amazonas-Gebiet nahe der Grenzen zu Brasilien und Peru.

apa/ag.

armin huber, bozen

Das Thema schein aber niemanden zu interessieren. Alle denken, dass jedes Volk nur für seinen Staat zuständig sei und alles andere illegal und gegen die Weltordnung sei..... und die Umwelt, ja die liebe Umwelt hat es bis jetzt geschafft nicht zu kippen.... ja dann wird es auch noch etwas länger irgendwie so weitergehen. Es reicht wohl zu sehen wie wenige Leute hier mitdiskutieren um zu verstehen wie wenige Leute das Thema interessiert. Ist wohl interessanter ans neue Auto oder ans neue Kleid oder den nächsten Urlaub zu denken als an solche Themen die unpopulär, langweilig sind .... am änder könnte man sich dabei ja verspannen oder nicht mehr guter Laune sein. Oder was meinst ihr?

26.08.2019 08:38 Uhr

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ARTUR POERNBACHER, BRUNECK

Was in Brasilien abläuft ist totale Ignoranz. Da darf der Westen und die Welt nicht zusehen, denn es geht hier nicht nur Brasilien sondern um das Klima der Erde.

26.08.2019 08:29 Uhr

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2 Kommentare

 

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