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Artikel vom Samstag, 15. Juni 2019

Wiener Regenbogenparade: „Star für einen Tag“

Die Wiener Regenbogenparade ist auch bekannt für das bunt-schrille Styling zahlreicher Teilnehmer: Der Bogen spannte sich am Samstag vom „unschuldigen“ Engel über Teufel bis hin zu Dragqueens, Bräuten und lustig-bunten Verkleideten. Die Regenbogenfarben waren natürlich omnipräsent. Auch von fast-nackt bis züchtig gekleidet war alles dabei.

Foto: APA

Ein Eye-Catcher und bei Fotografen wie als Selfie-Objekt gleichermaßen beliebt war „Franka“ – ein Künstlername – aus München, die sich als wandelnder Schminktisch verkleidet hat.

Auf ihren Rücken war ein Spiegel samt Lippenstiften geschnallt, auf der toupierten Haarpracht war ein Flakon platziert. Den Tisch selbst – samt Bürste, Make-up und Pinsel – hielt sie mit ihrem Körper. „Ich bin für einen Tag ein Star, das liebe ich“, freute sich sie über das Interesse an ihrem Outfit. Wie sie auf die Idee gekommen ist? „Drag, Schminken, Gay, Parade – das ist alles für mich eine Symbiose“, sagte sie der APA.

Foto: APA

Das Kontrastprogramm dazu bot der US-Amerikaner Nick aus Seattle in Washington. Er trug ein S/M-Outfit, mit Lederpeitsche in der Hand. Bei ihm war nur das Wichtigste verdeckt, seine Kehrseite hingegen komplett nackt. Dass sich die Menschen nach ihm umdrehten und ihre Handys zückten, um Fotos von ihm zu machen, war für ihn kein Problem. „Es stört mich nicht. Es ist nur ein nackter Körper. Jeder hat einen.“

Foto: APA

Auch Südtiroler mit von der Partie

Auf den ersten Blick fast Angst konnte man hingegen von Ronnie aus Südtirol bekommen, der sich in eine Art Teufel verwandelt hatte: rote Fellweste, schwarze Fingernägel-Krallen, Plateau-Schuhe mit Totenköpfen, bedrohliches Make-up. Angst müsse man vor ihm aber keine haben, versicherte er lachend. „Ich habe einfach einen Totenkopffaible. Bunt liegt mir nicht.“

Foto: APA

Als Ehepaar in Ballpracht kamen „Katja“ und „Zoran“ – beides Künstlernamen. Sie in einer aufwendigen Ballrobe über und über mit violettem Glitzer besetzt, er in einem dazupassenden Paillettensakko und Netzstrumpfhose. Die Kleidung wurde von „Katja“ selbst kreiert. Im Kleid stecken 40 Stunden Arbeit, wie sie verriet.

Foto: APA

Ganz in der „Farbe der Unschuld“ kam der Wiener Mathias zur Parade – nämlich als weiß gewandter Engel samt weißen Plateau-High-Heels. „Ich habe mir gedacht, jeder kommt in Regenbogenfarben. Ich wollte etwas Weißes, Unschuldiges.“

Foto: APA

Ebenfalls in weiß gekleidet war Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst: Sie trug einen weißen Latexanzug. Ihr Ziel bei der Outfitwahl war: „Dass ich gut ausschauen will“, sagte sie der APA lachend. Auch vor der Hitze fürchtete sie sich nicht: „Da muss man durch.“

Foto: APA

Auch wenn die Regenbogenparade auf den ersten Blick wie eine große schrill-bunte Party scheint, so ist sie eigentlich eine Demonstration für die Gleichberechtigung von LGBTIQ-Menschen – also der homo-, bi-, trans- und intersexuellen Personen. Die LGBTIQ-Community sei genauso divers, wie die Beiträge und Outfits der unterschiedlichen Teilnehmer, Demonstrierenden und Zusehern divers seien, ließ dazu Katharina Kacerovsky, Organisatorin der EuroPride, deren Teil die Parade heuer ist, die APA wissen. „Wir sind bunt und nicht bunt. Wir sind schrill und nicht schrill. Wir sind nicht kategorisierbar.“

apa

 

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