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Artikel vom Montag, 24. Oktober 2016

Astat-Studie: Wer sind Südtirols Glücksspieler?

350.000 Südtiroler haben in ihrem Leben bereits einmal ein Glücksspiel mit Geldgewinn ausprobiert - das sind 82,4 Prozent der Südtiroler Bevölkerung. Das Südtiroler Landesinstitut für Statistik, Astat, hat am Montag die Ergebnisse einer Studie über Spielgewohnheiten und Spielsucht der Südtiroler Bevölkerung veröffentlicht.

1500 Südtiroler spielen wöchentlich an einem Geldautomaten.

1500 Südtiroler spielen wöchentlich an einem Geldautomaten. - Foto: D

Fast jeder zweite Südtiroler spielt mindestens einmal im Jahr, meist durch den Kauf von Rubellosen. Zu diesem Schluss kommt das Astat auf Grundlage einer 2016 durchgeführten Erhebung. Am häufigsten, so die Studie, haben dieses Jahr Südtiroler zwischen 21 und 30 Jahren ein Glücksspiel ausprobiert - das sind fast 60 Prozent. Die Werte anderer Altersgruppen sind niedriger: 17 bis 20 Jahre (39,8 Prozent), 31 bis 40 Jahre (52,4 Prozent), 41 bis 50 Jahre (48,3 Prozent), 51 bis 60 Jahre (46,7 Prozent) und 61 und mehr Jahre (37,3 Prozent).

Männer spielen mehr als Frauen

Auffallend ist der Unterschied nach Geschlecht, über 54 Prozent der Männer haben in den letzten 12 Monaten an einem Glücksspiel teilgenommen, bei den Frauen sind es 39 Prozent.

Weitaus geringer, deswegen aber nicht zu unterschätzen, ist die Anzahl der Spielsüchtigen in Südtirol. 1,3 Prozent gelten als pathologische Spieler: das sind zwischen 4000 und 7000 Personen. Sie greifen vor allem auf Rubellose und Lotto, allerdings auch auf Geldspielautomatten, Sportwetten und Online-Geldspielautomaten zurück.

12.000 Südtiroler gelten hingegen als problematische Spieler.

Rubellos: Südtirols beliebtestes Glücksspiel

Das am weitesten verbreitete Glücksspiel sind die Rubellose, insgesamt haben 156.000 Südtiroler in den letzten 12 Monaten ein Rubellos gekauft, mehr als 15.000 spielen wöchentlich. Darauf folgt Lotto bzw. Superenalotto – jährlich füllen an die 55.000 Personen einen Tippschein aus.

Auf den „hinteren Plätzen“ findet man die Geldspielautomaten, rund 1500 Südtiroler spielen einmal pro Woche daran. Onlinespiele sind laut Studie weniger verbreitet, 2 Prozent der Südtiroler Bevölkerung versuchen online ihr Glück (8000 Personen), vorwiegend mit Kartenspielen.

Bei allen Glücksspielarten, auch dies geht aus der Astat-Erhebung hervor, ist der Anteil der Spieler unter den Männer höher als jener der Frauen. Am häufigsten spielen Südtirols Spieler in Tabaktrafiken bzw. Bars.

Kein großer Unterschied zwischen Sprachgruppen

Exzessives Glücksspiel ist vorwiegend unter jungen Männern verbreitet, der Anteil der Nicht-EU-Bürger ist darunter relativ hoch. Zwischen den Südtiroler Sprachgruppen besteht hingegen kein signifikanter Unterschied.

Eklatant ist hingegen der Unterschied hinsichtlich der beruflichen Stellung, der Anteil exzessiver Spieler ist unter Arbeitssuchenden und befristet Beschäftigten sehr hoch – das Prekariat nimmt wesentlich Einfluss auf das Spielverhalten, so das Astat.

Spielsüchtige, auch dies ein Resultat der Studie, rauchen verhältnismäßig mehr, dasselbe gilt für den Alkoholkonsum.

4000 Spieler haben finanzielle Probleme

Die Gründe für die Teilnahme an einem Glücksspiel variieren: Manche spielen aus Langeweile, andere zur Entspannung, andere um Probleme zu vergessen. Mehr als 4000 Spieler haben aufgrund ihres Glücksspiels bedeutende finanzielle Probleme.

Maßnahmen gegen Glücksspiel setzen

Dass es sich bei Glücksspiel um ein gesellschaftliches Problem handelt und dagegen Maßnahmen zu setzen sind, davon sind knapp 76 Prozent der Befragten überzeugt.

Viele wichtige Informationen rund um das Thema Spielsucht sowie einen Selbsttest findet man unter: aktion-spielsucht.it

stol