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Artikel vom Freitag, 21. Juli 2017

Auch Neonazis wollen tanzen

Wenn ein Konzert „Rock gegen Überfremdung“ heißt, dann ist die Botschaft offensichtlich. 6000 Neonazi-Kameraden feierten am vergangenen Samstag im thüringischen Themar Rock für Rechts. Und einige Südtiroler tanzten mit.

Die Division Südtirol auf Themar-Einsatz. - Foto: Flickr/Lionel C. Bendtner

Die Division Südtirol auf Themar-Einsatz. - Foto: Flickr/Lionel C. Bendtner

Themar ist eine beschauliche Landstadt im südlichen Thüringen. Ein paar Fachwerkhäuser, eine mittelalterliche Stadtmauer, eine spätgotische Kirche – die mediale Aufmerksamkeit an der Stadt und ihren 3000 Einwohnern war bis vergangene Woche eher verhalten.
Wenn Medien wie die „Zeit“ oder die „Frankfurter Rundschau“ plötzlich über diese Ecke im südlichen Thüringen berichten, dann muss das einen handfesten Grund haben.

6000 Neonazis rocken für Rechts

Es war ein Konzert, das die Aufmerksamkeit der Presse auf sich lenkte. Oder besser gesagt Motto, Veranstalter und Konzertbesucher. „Rock gegen Überfremdung“ lockte 6000 Besucher nach Themar, die gemeinsam zum Sound der Bands Stahlgewitter, Sleipnir, Lunikoff Verschwörung, Flak, Blutzeugen und Uwocaust rechtsrockten.

Festivalbesucher unter sich. - Twitteraccount Frank Stollberg

Knapp 30 Südtiroler unter den Teilnehmern

Laut Antifa Meran handelte es sich bei der Veranstaltung um das größte Neonazi-Treffen in Deutschland in diesem Jahr. „Ein Treffen mit Netzwerkcharakter“, wie die „Zeit“ schreibt, und mit einschlägiger Gästeliste – Exponenten der extremen Rechte wie Günter Deckert, Dieter Riefling und Jan Jaeschke waren als Redner geladen. „Vertreter sämtlicher deutscher Neonazi-Gruppen nahmen an der Großveranstaltung teil“, schreibt der Südtiroler Antifa-Ableger. Auch knapp 30 Burggräfler.

Gute Kontakte zwischen Südtirol und Thüringen

Laut „Frankfurter Rundschau“ pflegen rechtsextreme Gruppen aus Südtirol seit vielen Jahren enge Beziehungen zur thüringischen Neonazi-Szene. Die Südtiroler Teilnahme, vorwiegend junge Männer aus dem Burggrafenamt sowie Sympathisanten des „Veneto Fronte Skinhead“, wird laut Antifa durch Fotomaterial belegt, das die, laut deutschem Verfassungsschutz von Linksextremisten genutzte, Internplattform Indymedia online veröffentliche.

Auch den heimischen Medien sind zwei der ins Netz gestellten Namen bekannt. Laut Recherchen des Tagblatts „Dolomiten“ wurden diese beiden Themar-Besucher 2008 im Zuge der Operation „Odessa“, einer Polizeiaktion gegen Rechtsextremismus in Südtirol, wegen mutmaßlich rassistischer Übergriffe festgenommen.

Festnahmen gab es auch beim behördlich genehmigten „Rock gegen Überfremdung“, das heuer zum zweiten Mal stattfand. Sechs Personen wurden vorübergehend festgenommen, 43 Personen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Beleidigung angezeigt.

300 Personen demonstrierten gegen das Festival.-Twitteraccount: Patricia Hecht

Südtiroler Szene unter Beobachtung

Auch die Südtiroler Szene stehe weiterhin unter Beobachtung, erklärte Giuseppe Tricarico, Fahndungsleiter der Bozner Polizei, auf „Dolomiten“-Nachfrage.

Und auch die Antifa will weiter beobachten, denn „das Burggrafenamt und der Vinschgau haben immer noch ein Naziproblem, angesichts dessen die Gesellschaft nicht untätig bleiben kann.“

Und so wird das beschauliche, unbekannte thüringische Themar, plötzlich auch in Südtirol zum Thema.

stol/aw

Sebastian Wagner, 97514 Markertsgrün

Etmund Rogler bringt es auf den Punkt. während Walter Bamer auf dem linken Auge an "grünen" Star leidet.

21.07.2017 23:36 Uhr

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Hermann Santer, Hafling

@Bamer u. Consorten Was meine Argumente angeht, da hätte ich Ihnen noch Einiges zu sagen, aber mich mit Ihnen auszutauschen, das langweilt mich. Wenn Sie meinen Kommentar, speziell den letzten Satz, richtig gelesen hätten, dann ist Ihre Entgegnung so überflüssig wie ein Kropf!

21.07.2017 17:53 Uhr

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Dario Mair, Lana

Wenn sich Zwei streiten freut sich der Dritte, denn er hat idiotenfreie Fahrt

21.07.2017 17:47 Uhr

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Walter Bamer, Bozen

@Santer und Co: Haha, auf die Antwort habe ich gewartet… Sag das dem deutschen Statistikamt, ist deren offizielle Homepage. Oder sag das dem dem ISTAT, dem ASTAT. Wenn man keine Argumente mehr hat, dann sagt man eben so was.

21.07.2017 16:55 Uhr

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Hermann Santer, Hafling

@ Bamer, Bozen Dazu wäre zu sagen: Traue keiner Statistik, außer du hast sie selbst gefälscht. Und die Antifa soll nicht so auf dicke Hose machen, sie waren in einer Reihe mit den linken Chaoten in Hamburg. Für mich sind beides Gesindel, die einen links, die anderen rechts.

21.07.2017 16:14 Uhr

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Walter Bamer, Bozen

@Etmunt: Na schtimmt, sell hom de nia getun. Nazis tian so eppas net. Des usch in der Statistik unten ganz klar ersichtlich. http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Massive-Schaeden-nach-rechten-Krawallen-in-Leipzig-Connewitz http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-01/rechte-gewalt-fluechtlinge-buergerwehren-bka-chef Und eine Statistik zum Vergleich: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4721/umfrage/vergleich-der-anzahl-von-rechten-und-linken-gewalttaten/ Betrachtet man ausschließlich die politisch motivierten Gewalttaten von rechts, dann überwiegen die Fälle von Körperverletzung. Hinzu kommen u. a. Fälle von Brandstiftung, Landfriedensbruch, Raub- und Widerstandsdelikte und im Extremfall Tötungsdelikte einschließlich versuchter Tötungsdelikte. Diese richten sich in erster Linie gegen „Linksextremisten oder vermeintliche Linksextremisten“, gegen Ausländer, Juden oder andere politische Gegner. Quelle: Wikipedia

21.07.2017 11:59 Uhr

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Etmunt Rogler, Bozen

Hobn de a Fahrzeuge in Brand gesteckt ode geschäfte geplündert? Schäden in Milionenhöhe verursacht usw. I glab es war la gerecht wenn an beiden Seiten vom Fluss gesucht werd. Net la am Rechten Ufer...

21.07.2017 10:38 Uhr

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7 Kommentare

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