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Artikel vom Donnerstag, 23. Mai 2019

Aus für „Forst Sarntal“

Frühblüher zwischen Eiszapfen und Felsen zeigt das Profilbild der Facebook-Seite „Forst Sarntal“. Es spricht an – aber nicht mehr lange. „Wegen Anweisungen von oben und ohne plausible Begründung sind wir leider gezwungen, unsere Facebook-Seite mit Ende des Monats zu schließen“: So heißt es im einstweilen letzten Beitrag.

Ein Bild, das erst kürzlich auf der Seite veröffentlicht wurde. - Foto: Facebook/Forst Sarntal

Ein Bild, das erst kürzlich auf der Seite veröffentlicht wurde. - Foto: Facebook/Forst Sarntal

„Die Richtlinien sind einzuhalten“: So heißt es  dazu von oberster Stelle. „Forst Sarntal“ ist  eine viel besuchte Seite mit vielen Kommentaren zu den Beiträgen  über Schneelage und Schneeprofile, über Waldschäden und Waldarbeiten, über   Wasserableitungen oder Restwassermengen in den Bächen. Mit Fotos wurden die Beiträge untermauert; die Texte sind zweisprachig.

„Menschen hinter der Forststation zeigen“

Jetzt bleibt das aus. „Schade, war sehr interessant“, heißt es in einem  der über  50 Kommentare dazu. Auch  Walter Villucchi, der stellvertretende Leiter der Forststation Sarntal, der gemeinsam mit seinen Kollegen die Seite betreute,  bedauert das  Aus: „Mit dieser Seite wollten wir die Menschen hinter der Forststation zeigen und darüber informieren, was wir  – neben dem Ausfüllen von  Formularen – noch alles tun.“ 

So könne die  Bevölkerung   über die  Aktivitäten und ganz allgemein über Inhalte informiert werden, die mit Natur, Landschaft und Erholung im wunderschönen  Tal zu tun haben. Damit stehe die Forststation in stetem Kontakt mit den Menschen.

Seite außerhalb der Arbeitszeiten befüllt

Im letzten Beitrag wird auch darauf hingewiesen, dass die Facebook-Seite nicht institutionell war. Jegliche Informationsarbeit und Aktualisierung sei aus Leidenschaft und selbstverständlich außerhalb der  Arbeitszeit erfolgt.

Das aber stört die Landesforstabteilung.  „In der Arbeitszeit muss der Förster seine Arbeit erledigen; was danach geschieht, ist privat, und da haben dienstliche Inhalte nichts zu suchen“, sagte Landesforstdirektor Mario Broll auf Anfrage.

Zentrale Absprache zu den Hinweisen

Außerdem – und dies sei der erste Grund für die Order – müsse zentral abgesprochen werden, welche Inhalte nach außen gehen. Denn wenn die 38 Forststationen ohne Rückkoppelung  Inhalte – gewiss in gutem Glauben –  veröffentlichten, könne  es infolge unterschiedlicher Ansichten zu Fehlleitungen der Bevölkerung kommen. Das heißt, dass zentral koordiniert werden müsse, was nach außen geht. 

„Wir wollen niemandem etwas wegnehmen und auch nicht Informationen vorenthalten – dazu bestehe kein Anlass – aber der richtige Dienstweg muss eingehalten werden“, betont Broll.

Die Order, die Facebook-Seite einzustellen, sei nicht etwa auf Reklamationen hin ergangen, sondern  länger schon  im Gespräch.  

stol

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