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Artikel vom Donnerstag, 8. März 2018

Brennerbasistunnel: Stand der Arbeiten

Der Brennerbasistunnel (BBT) ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Österreich und Italien, mit Beteiligung der Europäischen Union. Der Tunnel wird in Zukunft Franzensfeste mit Innsbruck und der bestehenden Innsbrucker Umfahrung verbinden und dadurch mit 64 Kilometern Länge die längste unterirdische Bahnverbindung der Welt sein.

Die Arbeiten am Brennerbasistunnel schreiten gut voran.

Die Arbeiten am Brennerbasistunnel schreiten gut voran.

Durch den Brennerbasistunnel werden in Zukunft mehr Güter effizienter und schneller per Bahn transportiert. Auch der Personenverkehr wird vom Tunnel enorm profitieren: die Reisezeit zwischen Bozen und Innsbruck soll sich um etwa eine Stunde verringern.

Beim BBT handelt es sich um ein Tunnelsystem, das bei Fertigstellung aus insgesamt rund 230 Kilometern Tunnel bestehen wird. Derzeit wird auf 8 Baustellen gearbeitet. Im vergangenen Jahr wurden am BBT knapp 20 Kilometer ausgebrochen, in den vergangenen 9 Jahren wurden bereits 80 Kilometer durchörtert, das entspricht etwa einem Drittel der Gesamtlänge.

Zeitlich und finanziell im Plan

Heute sind alle 4 Zugangsstollen, ein beträchtlicher Teil des Erkundungsstollens und diverse Verbindungstunnels und Kavernen ausgebrochen. Teilweise wurde auch mit dem Bau der Hauptröhren begonnen, durch die in Zukunft die Züge verkehren werden. Bei Mauls, zum Beispiel, sind bereits 7 Kilometer Hauptröhren gebaut.

Die Arbeiten verlaufen sowohl zeitlich als auch finanziell nach Plan. Die Inbetriebnahme ist im Jahr 2027 vorgesehen.

Die größten Baulose

  • In Mauls sind die Arbeiten am größten Baulos des Brennerbasistunnels, genannt Mauls 2-3, in vollem Gang. Dieses sieht den Bau von 65 Tunnelkilometern vor, sowohl in Richtung Norden als auch in Richtung Süden. Nach Abschluss dieses Bauloses im Jahr 2023 werden alle Rohbauarbeiten auf italienischer Seite beendet sein. Für den Vortrieb der Tunnelröhren in Richtung Staatsgrenze kommen drei Tunnelbohrmaschinen (TBM) zum Einsatz. Die erste davon, getauft auf den Namen „Serena“, soll bereits im März in Betrieb gehen. Innerhalb der ersten Wochen des kommenden Jahres nehmen auch die verbleibenden zwei Maschinen den Vortrieb auf.
  • Das zweite große Baulos auf Südtiroler Seite ist jenes der Eisackunterquerung, nördlich von Franzensfeste. Auf dieser Baustelle entstehen bis 2022 insgesamt 6 Kilometer Haupt- und Verbindungstunnel. In diesem relativ kurzen Bereich kommt jedoch eine Vielzahl von verschiedenen Baumethoden zum Einsatz: neben dem Vortrieb in bergmännischer und offener Tunnelbauweise werden spezielle Bodenverfestigungs- und Vereisungstechniken angewandt, um die Straßen- und Bahnanlagen sowie den Fluss Eisack zu unterqueren.
  • In Österreich sind die Arbeiten am Baulos Tulfes-Pfons bereits weit fortgeschritten. So wurden seit 2014 bereits die Verbindungstunnel zur bestehenden Eisenbahnumfahrung Innsbruck (Inntaltunnel, seit 1994), der Rettungstunnel für Letztere, die Nothaltestelle Innsbruck, ein Abschnitt der Hauptröhren sowie knapp 10 Kilometer Erkundungsstollen in Richtung Süden gebaut. Die Arbeiten an diesem Baulos werden innerhalb Juni 2019 abgeschlossen.
  • Der Auftrag für das größte Baulos auf österreichischer Seite, Pfons-Brenner, befindet sich in der Vergabephase. Die Arbeiten beginnen im Jahr 2018: im Zuge der 7-jährigen Bauzeit werden 53 km Tunnel errichtet.

stol

 

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