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Artikel vom Freitag, 4. Mai 2018

Drama in der Schweiz: „Die Toten sind neben uns gelegen“

5 Menschen, darunter 3 Bozner, sind vergangenen Sonntag in der Schweiz rund 500 Meter von der rettenden Hütte entfernt ums Leben gekommen. Überrascht von einem heftigen Schneesturm, abgestürzt oder erforen. Weitere 2 starben wenig später an den Folgen von Unterkühlung im Krankenhaus. Vier Österreicher waren zum Zeitpunkt des Unglücks am selben Ort in den Walliser Alpen unterwegs. Thomas Pflügl, OEAV-Landesalpinreferent, sprach mit der österreichischen „Kronenzeitung“ über die Berg-Tragödie.

Vier Österreicher waren zum Zeitpunkt des Unglücks in der Schweiz am selben Ort in den Walliser Alpen. Thomas Pflügl, OEAV-Landesalpinreferent, sprach mit der österreichischen „Kronenzeitung“ über die Berg-Tragödie.

Vier Österreicher waren zum Zeitpunkt des Unglücks in der Schweiz am selben Ort in den Walliser Alpen. Thomas Pflügl, OEAV-Landesalpinreferent, sprach mit der österreichischen „Kronenzeitung“ über die Berg-Tragödie. - Foto: APA

Im Schneesturm bewältigten die vier Alpinisten aus dem oberösterreichischen Freistadt die Königsetappe auf der „Haute Route“ durch die Walliser Alpen, berichtet einer der beteiligten Tourengeher Thomas Pflügl, OEAV-Landesalpinreferent in einem Interview mit der Kronenzeitung (Freitagsausgabe).

Doch während dem Quartett der Aufstieg zur Hütte, der „Cabane des Vignettes“, auf 3157 Metern Höhe problemlos gelang, erfroren wenige Hundert Meter von der Hütte entfernt fünf Menschen, darunter die 3 Bozner Elisabetta Paolucci (44) sowie das Ehepaar Marcello Alberti (53) und Gabriella Bernardi (53) (STOL hat berichtet)

Quartett schätzte Situation als bewältigbar ein

Auf die Frage des Krone-Redakteurs Christoph Gantner, ob bei dem Aufstieg der Vierergruppe aus Österreich Schneesturm herrschte, antwortete Thomas Pflügl, dass sie schnell und robust gewesen wären, immer GPS-Daten gehabt hätten, Karten lesen und Biwak bauen könnten, und dass sie in einem Einschnitt zwischen zwei Graten hoch gestiegen wären. Trotzdem hätten sie immer wieder diskutiert, ob sie nicht umdrehen sollten, fanden das Risiko aber bewältigbar.

Zu dem Zeitpunkt sei die Föhnwalze über dem Wallis nicht zu übersehen gewesen, sie seien nicht überrascht über den Sturm, höchstens vom Ausmaß gewesen, aber nicht vom Timing, so Pflügl. 

„Wir haben die Überlebenden mit Tee versorgt“

Als die Toten dann am Montag entdeckt wurden, wurden sofort Rettungshubschrauber angefordert. Diese brachten die Opfer zur Hütte. Thomas Pflügl war hautnah dabei und erzählt im „Krone“-Interview: „Wir haben die Tische weggeräumt, Decken aufgelegt. Wir haben die 14 Opfer mit Tee versorgt, ihnen gut zugeredet, sie gestreichelt. Aber fünf waren schon tot, sind neben uns gelegen.“

Leichname werden am Freitag nach Bozen überführt

Die Leichname von Marcello Alberti (53), Gabriella Bernardi (52) und Elisabetta Paolucci (44) werden am heutigen Freitag von Sion (Wallis) nach Bozen überführt. Das Begräbnis von Elisabetta Paolucci findet am Montag statt.

stol

 

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