Startseite » Chronik im Überblick » Lokal

Artikel vom Freitag, 5. Oktober 2018

„Einzelner Jagdunfall darf nicht zu Jagdverbot führen“

Ende September ist es in Ligurien zu einem tödlichen Jagdunfall gekommen. Ein junger Mann der im Wald unterwegs war, wurde von einem Geschoss getroffen und starb an den Verletzungen. Schwere Unfälle im Zuge der Jagdausübung bieten manchen Bewegungen immer wieder Anlass, die Jagd insgesamt infrage zu stellen. Der Südtiroler Jagdverband nimmt dazu nun in einer Aussendung Stellung.

Der Jagdverband ist sich sicher, dass Einzelvorfälle nicht zu gesetzlichen Maßnahmen gegen die Jagd im Allgemeinen führen dürfen.

Der Jagdverband ist sich sicher, dass Einzelvorfälle nicht zu gesetzlichen Maßnahmen gegen die Jagd im Allgemeinen führen dürfen. - Foto: shutterstock

Der tragische Jagdunfall in Ligurien (STOL hat berichtet) hat dazu geführt, dass Umweltminister Sergio Costa von der 5 Sterne Bewegung ein Jagdverbot an Sonntagen in Erwägung gezogen hat. Noch schärfere Reaktionen kursieren gegenwärtig im Netz: Man sollte die Jagd gleich ganz abschaffen, erklärten dort die Einbringer dieser Internet-Initiative.

Skitourengehen oder Autofahren ebenfalls verbieten?

Aber es gibt auch gegenläufige Kampagnen, die darauf verweisen, dass die Schäden, die etwa beim Autofahren angerichtet werden, im Verhältnis gerechnet, viel häufiger sind.

„Ja, man darf sich zu Recht fragen, ob denn nicht auch das Autofahren verboten oder eingeschränkt werden müsste, wenn etwa ein Alko-Lenker einen Todesfall verursacht, oder das Bergsteigen, wenn einer einmal einen Stein ins Rollen bringt, der andere verletzt, oder das Skitourengehen, wenn dabei eine tödliche Lawine losgetreten wird. Schlussendlich würde dies bedeuten, dass „die ganze Gesellschaft jahrein, jahraus in ihren Wohnungen bleibt und Facebook schaut“, heißt es etwas verbittert-ironisch in der von Jägern initiierten Gegenreaktion zur Abschaffungs-Initiative.

Schaden für Jägerschaft immens

Abgesehen vom tragischen Verlust eines Menschenlebens, sei der Schaden für die gesamte Jägerschaft und Jagd immens, wenn es, aus welchen Gründen auch immer, zu Vorfällen wie kürzlich in Ligurien kommt, so der Jagdverband. Und betont, dass solche tragischen Einzelvorfälle dennoch nicht zu gesetzlichen Maßnahmen führen dürften. Eine Anlass-Gesetzgebung mittels Verboten habe nämlich noch nie zu dem erwarteten Ergebnis geführt, so der Verband.

Unfälle vermeiden

Vielmehr muss das Möglichste getan werden, dass Unfälle vermieden werden, so der Verband. Jägerinnen und Jäger seien sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst, wenn sie mit der Waffe im Revier unterwegs sind, sie sind gut ausgebildet im Umgang mit Waffen und, das Wichtigste: Sie dürfen nur dann einen Schuss abgeben, wenn sie auch wissen, auf was sie schießen und dass die Geschosse keinen Schaden anrichten, betont der Jagdverband in seiner Aussendung am Freitag.

Vorsicht und Umsicht ist das A und O

„Die Südtiroler Jägerprüfung biete gute Voraussetzungen für das Erlernen dieser Grundregeln des Weidwerkes. Es darf in der Vorsicht und Umsicht im Umgang mit Waffen nie nachgelassen werden. Die in Südtirol übliche Jagdausübung sei ein guter Garant dafür, dass schwere Unfälle vermieden werden: Wer ein Stück Wild zum Abschuss frei hat, muss es vor dem Erlegen ansprechen, auf den Kugelfang achten und darf erst dann drücken, wenn er sicher ist, dass durch die Schussabgabe kein Schaden entstehen kann“, erklärt der Verband.

„Fehler Einzelner dürfe nicht Auswirkungen auf alle haben“

„Es gibt in unserer Gesellschaft wenig Tätigkeiten, in denen nicht auf die eine oder andere Weise Missgeschicke oder – schlimmer – Unfälle passieren können“, betont der Jagdverband.

„Die unverzeihlichen Fehler Einzelner dürfen daher nicht zu Einschränkungen der Gesamtheit führen, sondern es ist darauf zu achten, dass der Jäger sich verantwortungsbewusst verhält und Schaden von den Mitbürgern fernzuhalten versucht. Die Jägerinnen und Jäger unseres Landes verspüren diese Verantwortung heute schon, und in der Zukunft wird es nicht anders sein“, so der Jagdverband abschließend.

stol

 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos