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Artikel vom Freitag, 11. Januar 2019

Elektrosmog: Besser WLAN- statt Mobilfunknetz

„Bei Elektrosmog denken die meisten an Mobilfunkumsetzer oder Hochspannungsleitungen. Die wichtigsten Belastungsquellen lauern aber meist in den Wohnungen selbst", erklärt Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Nicht jeder ist sich bewusst, dass überall dort, wo Strom fließt, auch eine elektromagnetische Strahlung erzeugt wird.

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Besser WLAN- anstatt Mobilfunknetz: Die elektromagnetische Belastung in unserem direkten Umfeld lässt sich damit signifikant reduzieren, ohne auf das Internet verzichten zu müssen. Im Bild WLAN-Router. - Foto: Landesagentur für Umwelt

Besser WLAN- anstatt Mobilfunknetz: Die elektromagnetische Belastung in unserem direkten Umfeld lässt sich damit signifikant reduzieren, ohne auf das Internet verzichten zu müssen. Im Bild WLAN-Router. - Foto: Landesagentur für Umwelt

Dies betrifft alle Elektrogeräte, vom Rasierapparat bis zum Föhn, von der Mikrowelle bis zum Induktionsherd. Aber auch Übertragungsgeräte, Fernsteuerungen, kabellose Telefone und WLAN-Modems erzeugen hochfrequente elektromagnetische Felder.

WLAN-Netz oder Mobilfunknetz?

Um dieser Strahlung in den eigenen 4 Wänden nicht dauerhaft ausgesetzt zu sein und auch andere so wenig wie möglich zu belasten, gelte es, so Verdi, ein paar einfache Regeln zu berücksichtigen. „Wir empfehlen bei der Internetnutzung wann immer möglich WLAN-Netze zu verwenden und nicht vom Mobilfunknetz Gebrauch zu machen", betont Luca Verdi.

Die knapp 0,1 Watt Leistung der WLAN-Verbindung liegt weit unter der bis zu 3000 Watt starken Strahlungsleistung der Mobiltelenfonnetze. „Das Mobilfunknetz anstelle des WLAN-Netzes zu nutzen, wäre wie wenn man beim Lesen eines Buches das Licht einer Straßenlaterne anstelle einer Schreibtischlampe verwenden würde", veranschaulicht Luca Verdi.

Das sind die Vorteile von WLAN

Die Vorteile der WLAN-Technologie liegen auf der Hand: Der Nutzer hat zumindest dieselbe, in den meisten Fällen aber eine bessere Netzqualität. Gleichzeitig kann er einen Beitrag dazu leisten, die Strahlenbelastung gering zu halten: Sei es dadurch, dass die von dieser Nutzung ausgehende Strahlungsmenge deutlich geringer ist, sei es dadurch, dass der Bedarf für den Ausbau und damit für eine weitere Leistungserhöhung des Mobilfunknetzes gering bleibt.

Ab einem Meter Entfernung vom Modem nimmt Strahlung ab

Die Übertragungsleistung der WLAN-Netze ist weitaus geringer als jene der Mobilfunknetze. Zudem geht es nur um den Zeitraum der effektiven Datenübertragung. Bereits ab einem Meter Entfernung vom WLAN-Modem nimmt die Strahlung stark ab.

Um die Belastung in den eigenen 4 Wänden zu verringern, genügt es, diese Geräte in einigen Metern Entfernung beziehungsweise in Räumen zu platzieren, in denen man sich nicht lange aufhält. „Wer diese wenigen und einfachen Vorkehrungen trifft, kann die Strahlung elektromagnetischer Felder zuhause auf ein Minimum reduzieren", resümiert Amtsdirektor Luca Verdi.

Mobiltelefone sehr sensibel auf WLAN-Signale

Viele Menschen sind besorgt, weil auf ihrem Mobiltelefon oft auch die WLAN-Netze der Nachbarn angezeigt werden und sie so eine höhere Strahlenbelastung fürchten. „Der Grund dafür ist, dass die Mobiltelefone extrem sensibel auf die WLAN-Signale sind: Der Beitrag der WLAN-Netze unserer Nachbarn zur gesamten elektromagnetischen Belastung ist vernachlässigbar", erklärt der Experte der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz.

„Zudem listet das Mobiltelefon auch Netze auf, mit denen wir uns in der Vergangenheit verbunden haben, auch wenn sie aktuell nicht mehr in Reichweite sind. Auch das kann zusätzliche Verwirrung schaffen."

Sensibilisierungskampagne zum bewussten Umgang mit Mobiltelefonen

Die intelligente Nutzung von WLAN-Netzen ist ein zentrales Thema der Sensibilisierungskampagne zum bewussten Umgang mit Mobiltelefonen, die die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz gemeinsam mit der Agentur für Presse und Kommunikation des Landes sowie verschiedenen Landesabteilungen (Gesundheit, Schulämter, Informatik, Mobilität und Zivilschutz) ab Februar dieses Jahres umsetzen wird.

Weitere Informationen zum Thema elektromagnetische Strahlung sind auf der Homepage der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz zu finden.

stol/lpa

 

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