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Artikel vom Montag, 15. April 2019

Geförderter Wohnbau für viele nicht mehr leistbar

Der geförderte Wohnbau – mit Betonung auf Bau – war über Jahrzehnte Flaggschiff und Stolz der Südtiroler Eigenheimförderung. Jetzt scheint die Nachfrage nach gefördertem Baugrund zurückzugehen. „Der Druck lässt nach“, sagt Leonhard Resch vom Verein Arche im KVW. Und gar einige Bürgermeister geben ihm Recht. Der Grund: Gefördertes Bauen ist für viele nicht mehr leistbar.

Das Interesse an gefördertem Baugrund lässt eindeutig nach.

Das Interesse an gefördertem Baugrund lässt eindeutig nach. - Foto: shutterstock

Leonhard Resch weiß, wovon er spricht. Er begleitet pro Jahr rund 35 Wohnbau-Genossenschaften bei der Verwirklichung des Traums vom Eigenheim. „Hatte ich vor 12 oder 15 Jahren in Eppan noch 50 bis 60 Antragsteller, so sind es jetzt noch 20“, sagt Resch. Die Städte Bozen, Brixen und Bruneck nimmt er aus, da sei die Nachfrage nach gefördertem Bauland nach wie vor riesengroß. „Aber in den Dörfern sinkt die Nachfrage, da warten nicht mehr 3 Leute auf eine Wohnung“, sagt Resch.

Interesse lässt nach

„Das Interesse an gefördertem Baugrund lässt eindeutig nach. Die Nachfrage ist im ländlichen Raum in den letzten Jahren zurückgegangen. Das kann ich klar bestätigen. Bei den Häuslbauern spielt der Preis eine große Rolle, und viele haben das Geld nicht mehr“, sagt Vahrns Bürgermeister Andreas Schatzer.

Ein völliges Auslaufmodell sei das Reihenhaus. Kostenpunkt rund 500.000 Euro. „Die fallen weg, weil sie sich die Leute eh nicht mehr leisten können“, sagt Resch. Der Bau von Reihenhäusern werde von vielen Gemeinden abgestellt, auch von Vahrn. „Sie sind u.a. für ältere Leute, die mittlerweile drin wohnen, auch unpraktisch“, so Schatzer.

„Ein Reihenhaus können sich die Leute nicht mehr leisten. Die Zeiten sind vorbei, wo gespartes Geld der vorherigen Generation für die nächste da ist“, sagt der Eppaner Bürgermeister Wilfried Trettl. Aber auch der Druck, geförderten Baugrund auszuweisen, sei nicht mehr da. Familien könnten sich meistens nur mehr 2 Kinder leisten und müssten auch beim Eigenheim den Gürtel enger schnallen.

Wir haben Grund genug, aber keine Leute mehr

„Wir haben in Siebeneich 2 Baulose für geförderten Wohnbau ausgewiesen und kriegen sie nicht an den Mann. Vor 14 Jahren, als ich Bürgermeister geworden bin, war die Nachfrage sehr stark, dann hat sie Jahr für Jahr abgenommen“, sagt Terlans Bürgermeister Klaus Runer. Er sehe dafür 2 Gründe: Die geburtenschwachen Jahrgänge und die enormen Baukosten. „Entweder jemand erbt, sonst ist es nicht zu stemmen. Die Kosten für ein Klimahaus sind obendrein gewaltig. Das rechnet sich nie. Und leben will auch jeder, nicht nur bauen. Hier gilt es nachzujustieren. Wir haben Grund genug, aber keine Leute mehr“, meint Runer. Und ein Reihenhaus sei sowieso etwas „Tschoppetes, weil man es nicht teilen kann“, so Runer.

Für Andreas Tappeiner, Laaser Bürgermeister, ist das Ganze eine Frage von Angebot und Nachfrage. „Die Kalkulation ist aufgrund der Kosten – ein Eigenheim kostet, auch wenn der Grund gefördert ist, 400.000 Euro – eine andere geworden. Sind günstige Wohnungen am Markt, wird lieber gekauft als gebaut. Diese Tendenz ist aufgrund der Kosten feststellbar. Andererseits habe ich in Laas, wo Immobilienanbieter nicht so aktiv sind wie in der Fraktion Eyrs, letztes Jahr gefördertes Bauland ausgewiesen, und 6 Bauwerber waren sofort gefunden.“

D/lu/stol

Hubert Tscholl, Margreid

Das hat mit der Verarmung der Bevölkerung zu tun, andererseits mit den unsinnigen Vorschriften, die von der Landesregierung erlassen wurden. Es kann doch nicht sein, wenn ein gut ausgebildeter Handwerker sich ein Eigenheim für seine Familie nicht mehr leisten kann.

15.04.2019 13:00 Uhr

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Josef Flarer, Meran

Ja und wen wundert es?? Abgesehen vom Preis: die Vorschriften, bzw, die Voraussetzungen sind ja völlig daneben. - Hat man zu wenig gespart, passt nicht. Hat man zuviel gespart, passt nicht. Haben die Schwiegereltern in Spee (auch wenn mann mit denen nicht auskommt) zu viel, passt nicht. Die Argumnente liessen sich noch fortsetzen ...

15.04.2019 08:39 Uhr

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2 Kommentare

 

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