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Artikel vom Donnerstag, 9. November 2017

Geld fürs Glücksspiel sitzt immer lockerer

Würden sich alle Südtiroler - vom Baby bis zum Greis - am Glücksspiel beteiligen, so belaufen sich die Ausgaben pro Kopf pro Jahr auf 1145 Euro. Würden die erzielten Gewinne auf all diese Spieler ausgeschüttet, ergäbe sich ein Minus von 310 Euro für jeden. Doch das Glücksspiel treibt nicht die Masse, sondern die Einzelnen an den Rand des Ruins und darüber hinaus.

Schön wäre ein Gewinn schon, aber für die Wenigsten wird der Wirklichkeit.

Schön wäre ein Gewinn schon, aber für die Wenigsten wird der Wirklichkeit. - Foto: D

5 Jahre lang hat die Agentur für Zoll und Monopole keine offiziellen Glücksspieldaten mehr publiziert. Und jetzt die Ernüchterung. Die Glücksspieleinsätze sind in der Region von 1,205 Milliarden Euro jährlich auf 1,217 Milliarden gestiegen. Dabei sind die in den Wind geschriebenen Einsätze für ausländische Online-Gewinnspiele oder ähnliches wie „binäre Optionen“, illegale Online-Gewinnspiele und das in Südtirol beliebte Mitspielen bei deutschen und österreichischen Klassenlotterien usw. noch nicht mitgezählt.

Ausgaben von 1145 Euro durchschnittlich pro Kopf pro Jahr 

Nachdem Experten davon ausgehen, dass die Glücksspieleinsätze in der Region jeweils zu 50% auf die beiden Provinzen aufgeteilt werden können, ergibt sich für Südtirol die unglaubliche Summe von einer Pro-Kopf-Ausgabe von 1.145 Euro pro Jahr (also von den Babys bis zu den Greisen).

Rechnet man die Gewinne gegen die Glücksspieleinsätze auf, kommt man hier bei uns auf durchschnittliche Ausgaben von 310 Euro pro Kopf und Jahr. Jedoch: Dieses gegenseitige Aufrechnen ist, wie viele Glücksspiele, auch irreführend. Die Spieler und Gewinner sind nicht die selben Personen. Und tendentiell gewinnen wenige viel und es spielen viele.

Lebenshaltungskosten laufen leicht aus dem Ruder

„Glücksspiele lassen die Lebenshaltungskosten leicht aus dem Ruder laufen", so der Geschäftsführer der VZS, Walther Andreaus. So werde für die Spielleidenschaft eines/r Einzelnen oft die finanzielle Grundlage der gesamten Familienmitglieder in Mitleidenschaft gezogen. "Glücksspiel wird damit zunehmend zum sozialen Problem, nicht allein ein Abhängigkeitsproblem im Bereich der Gesundheit. Auch die Auswirkungen auf die Kaufkraft und damit auf die Wirtschaft sind nicht zu unterschätzen.“ Denn überwiegend spielen jene, die eh schon wenig haben. 

Steckbrief der Spieler: 

In Italien spielen 47% der Notleidenden
56% der Personen mit einem mittel/niedrigen Einkommen
70% der Arbeitnehmer auf unbestimmte Zeit
80,2% der Gelegenheitsarbeiter
86% der Arbeitnehmer in Lohnausgleich
61% der Akademiker
70,4% der Maturanten
80,3% der Mittelschulabgänger
47,1% haben zwischen 15 und 19 Jahren
58,1% der Jungen
36,8% der Mädchen

 Laut Espresso-La Repubblica.it vom 07/02/2017

hermann zanier, Meran

Erschreckende Zahlen: können sie richtig sein?61% der Akademiker? 80% der Mittelschulabgänger?

09.11.2017 14:58 Uhr

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1 Kommentar

 

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