Startseite » Chronik im Überblick » Lokal

Artikel vom Dienstag, 6. August 2019

Heftigster Hagelsturm in Bozen seit 2008

Nachdem ein heftiges Unwetter über Bozen niedergegangen ist, standen zahlreiche Einsatzkräfte in der Landeshauptstadt im Einsatz. Die Hauptprobleme, die durch den Sturm verursacht wurden, waren Überschwemmungen, gelöste Dachteile und gefährliche Gebäudeteile. Außerdem stürzten in der Stadt viele Bäume aufgrund des starken Windes um. 2 Personen wurden verletzt. Ein solches Hagelgewitter hat Bozen seit 2008 nicht mehr gesehen, berichtet Landesmeteorologe Dieter Peterlin. Die Stadtverwaltung weist die Bürger darauf hin, die öffentlichen Parkanlagen aus Sicherheitsgründen zu meiden.

Video-Player wird geladen...
In der Sassaristrasse legte sich ein Baum auf ein Kondominium. Die Sicherungsarbeiten sind noch im Gange. - Foto: BF Bozen

In der Sassaristrasse legte sich ein Baum auf ein Kondominium. Die Sicherungsarbeiten sind noch im Gange. - Foto: BF Bozen

In der Guntschnastraße nahe der Grundschule Gries wurde ein Auto von einem umfallenden Baum getroffen und komplett zerstört. Ein weiterer Baum fiel in den Friedhof der alten Grieser Pfarrkirche. - Foto: Facebook

In der Guntschnastraße nahe der Grundschule Gries wurde ein Auto von einem umfallenden Baum getroffen und komplett zerstört. Ein weiterer Baum fiel in den Friedhof der alten Grieser Pfarrkirche. - Foto: Facebook

Die Brennerstraße steht unter Wasser. - Foto: Privat

Die Brennerstraße steht unter Wasser. - Foto: Privat

Das Unwetter fegte wie berichtet um kurz vor 14 Uhr über Bozen. Starkregen, Sturmböen mit bis zu 72 Kilometer pro Stunde und ein etwa 5-minütiger Hagel mit Hagelkörnern einer Größe von etwa 2 Zentimetern sorgten für Aufregung und für zahlreiche Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr in der Landeshauptstadt. Das Gewitter dauerte weniger als 20 Minuten (von 13.40 - 14 Uhr)- es wurde jedoch 27 Millimeter Wasser pro Quadratmeter ausgestoßen. Ein solches Hagelgewitter hat Bozen schon lange nicht mehr gesehen, berichtet Landesmeteorologe Dieter Peterlin.

500 Blitzeinschläge

Den letzten so starken Hagel gab es in der Stadt am 24. Juni 2008. Entstanden ist das Gewitter laut dem Experten zu Mittag im oberen Vinschgau und zog dann langsam Richtung Südosten über das Ultental, Etschtal, Bozen und das Schlerngebiet. An der Wetterstation in Bozen, nahe dem Krankenhaus, wurden Windspitzen von 72 Kilometer pro Stunde verzeichnet (höchster Wert seit 6 Jahren), die Hagelkörner waren bis zu 2 cm groß, 27 mm Niederschlag in 20 Minuten (neuer Stationsrekord für Bozen), insgesamt 500 Blitzeinschläge.“ (Dieter Peterlin)

Für Bozen ungewöhnliches Ereignis

Ist das ungewöhnlich? Für Bozen handelt es sich um ein ungewöhnliches, weil sehr seltenes Ereignis. Wenn man hingegen ganz Südtirol betrachtet kommen solche Gewitter schon öfters vor. Die Auswirkungen sind natürlich ganz anders wenn es eine Stadt tritt als im weniger besiedelten Gebiet.

Video-Player wird geladen...

Mehrere Hotspots, 2 Verletzte

Die Hauptprobleme, die durch den Sturm verursacht wurden, waren Überschwemmungen, gelöste Dachteile und gefährliche Gebäudeteile. Weiteres stürzten in der Stadt viele Bäume aufgrund des starken Windes um. In der Triestestrasse musste ein Autofahrer auf die Hilfe der Feuerwehr zurückgreifen, weil er aus seinem von einem Baum getroffenen Auto nicht mehr aussteigen konnte.

In der Sassaristrasse legte sich ein Baum auf ein Kondominium. Die Sicherungsarbeiten sind noch im Gange. Für diese Arbeiten wurde die Drehleiter von der Freiwilligen Feuerwehr von Leifers verwendet. In der Gaismair/Roenstrasse wurde ein Baum durch den Wind entwurzelt. Er fiel hinunter und blockierte die Straße. In der Aosta-Straße wurde ein junger Mann von einem Ast getroffen und leicht verletzt.

27 Feuerwehren gleichzeitig im Einsatz

Neben der Berufsfeuerwehr Bozen waren auch die Freiwilligen Feuerwehren von Bozen, Gries und Haslach im Einsatz,  unterstützt auch von einigen Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehren von St. Jakob und Leifers. In den Stunden unmittelbar nach dem Sturm arbeiteten bis zu 27 Feuerwehrmannschaften gleichzeitig.

Bis 17 Uhr sind insgesamt 140 Einsätze bewältigt worden.

Foto: Facebook

Zahlreiche Straßen und Plätze standen ebenfalls unter Wasser, wie etwa der Parkplatz bei der Kohlerer Seilbahn, einige Straßen in Zwölfmalgreien und in der Innenstadt. 

Video-Player wird geladen...

Laut ersten Informationen sollen auch die Straßen rund ums Krankenhaus und um die Claudiana unter Wasser stehen. Auch ins Krankenhauses soll Wasser eingedrungen sein.

Blechdach auf Straße geschleudert

In der Romstraße wurden Teile eines Blechdaches auf die Straße auf einen Zebrastreifen geschleudert. Auch in der Crispistrasse deckte der starke Wind ein Blechdach ab. 

Ein Blechdach landete auf der Straße. - Foto: DLife

In der Landwirtschaft sind durch den minutenlangen Hagel große Schäden zu befürchten. Die Hagelkörner waren etwa olivgroß. 

Extreme Ausfälle im Grünkeil

Auch im Einsatz stand Vizebürgermeister Luis Walcher, der als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an der Räumung des Bozner Krankenhauses beteiligt war. „Diese Unwetter sind mittlerweile der neue Normalzustand im Bozner Talkessel. Die Unwetter vom Dienstag sind die heftigsten Niederschläge seit dem Gewitter vom 28. Juni 2008“, erklärt er. Auch in Landwirtschaft sind die Schäden erheblich. „Im Grieser Grünkeil sprechen wir sowohl bei Apfel- als auch beim Weinbau von 100-prozentigen Ausfällen.“

Im Bild: Vizebürgermeister Luis Walcher bei den Aufräumarbeiten im Bozner Krankenhaus - Foto: Gemeinde Bozen

SEAB-Mitarbeiter im Einsatz zur Straßenreinigung

Auch die SEAB alle verfügbaren Mitarbeiter eingesetzt, um die Straßen der Stadt so schnell wie möglich zu reinigen.

Derzeit wurden ein Koordinator und acht Mitarbeiter, darunter Straßenkehrer, Fahrer und Auflader in den außerordentlichen Dienst gerufen. Die Interventionsbereiche, auf die sie sich in erster Linie konzentrieren, sind das Gebiet rund um die Europa-Allee/Mailandstraße und Bahnhofsallee/Brennerstraße, in denen die größten Probleme gemeldet wurden. Auf Anfrage der Stadtgärtnerei wurde auch die Sammelstelle für Gartenabfälle in der Volta-Straße geöffnet. Diese steht nun den Feuerwehren und der Stadtgärtnerei für die Abgabe aller Gartenabfälle, die durch die Räumungsarbeiten anfallen, zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung weist daraufhin, die öffentlichen Parkanlagen aus Sicherheitsgründen zu meiden. Außerdem sollen sich die Bürger bei Sichtung von potenziellen Gefahrenherden bei der Feuerwehr oder Gemeindegärtnerei melden.

stol/vs/wh

Mehr Meldungen vom Bezirk

 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos