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Artikel vom Freitag, 15. März 2019

Hundebiss: 69-Jähriger aus Meran nur knapp dem Tod entronnen

„Zur Mister-Südtirol-Wahl wollte ich eh nicht mehr antreten.“ 2 Wochen nach dem Vorfall nimmt K.L. die Sache mit Galgenhumor. Dabei hätte den 69-jährigen Meraner die Bissattacke eines Pitbull beinahe das Leben gekostet. „Ich lebe noch“, sagt der Rentner zur Begrüßung in seinem Arbeitszimmer.

Die Wunde am Gesicht des Mannes. - Foto: D

Die Wunde am Gesicht des Mannes. - Foto: D

So als sei Humor das einzige Mittel gegen den Schmerz – außen wie innen. Denn eines steht fest: Der Meraner hat die Bissattacke nur mit viel Glück überlebt. Hätte der Hund an jenem folgenschweren 1. März nur knappe 2 Zentimeter weiter hinten zugebissen, hätte er die Halsschlagader seines Opfers zerfetzt.

„Im Krankenhaus haben mir die Ärztinnen gesagt: Wenn statt mir ein kleines Kind gebissen worden wäre, dann wäre es sicher nicht mehr unter den Lebenden. Es läge jetzt auf dem Friedhof begraben“, erzählt der Meraner, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert. Ihm komme es so vor, als beginne nun sein zweites Leben, bemerkt er ohne Sarkasmus.

Wie es zu der Attacke kommen konnte, kann sich der Mann bis heute nicht erklären. 

Er war am 1. März auf dem Weg von der Innenstadt zu seinem Friseur in Untermais. Da er in der Nähe der Pfarrkirche keinen freien Parkplatz vorfand, stellte er sein Auto auf dem Privatparkplatz vor dem Geschäft eines Nachbarn ab, der im selben Haus wohnt wie er.

Nach der Hundeattacke ohnmächtig geworden

„Ich wollte eigentlich nur fragen, ob ich das Auto dort 20 Minuten stehen lassen kann. Doch als ein Mitarbeiter die Tür öffnete, startete der Hund unter dem Tisch auf mich zu, sprang mir an den Hals und stieß mich die Treppen hinunter auf den Gehsteig“, erinnert sich der 69-Jährige, der erst 10 Tage zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatte.

Er nahm dann nur noch wahr, wie der Hundebesitzer, sein Nachbar, den Pitbull von ihm wegzerrte; danach wurde das blutende Opfer ohnmächtig. Der Erste, der Hilfe leistete, war ein Stadtpolizist, der in der Nähe einen Schülerlotsendienst versah.

Erst im Krankenhaus kam K.L. wieder zu sich, als ihm 2 Ärztinnen in einer dreistündigen Operation das Gesicht zusammenflickten. Die Bissattacke wird neben den Narben auch andere bleibende Schäden hinterlassen. So haben die Hundezähne einen Nerv verletzt, weshalb der Mann im Mundbereich teilgelähmt ist. Auch wurde der Unterkiefer so verschoben, dass vermutlich eine Anpassung der Zahnprothese nötig sein wird.

Der Rentner kann sich den Angriff nicht erklären, schließlich sei er Hund und Herrchen im Mietshaus schon oft begegnet, teils sogar im Aufzug. Allerdings sei das Tier da immer angeleint gewesen. Das Opfer pflegt einen guten nachbarlichen Kontakt zu dem Hundehalter, der ihn auch bereits besucht und sich entschuldigt habe. „Ich will ihm sicher nichts Böses, und er tut mir auch leid, da er für den Hund keine Versicherung abgeschlossen hat“, erklärt der Pensionist. Trotzdem habe er den Vorfall natürlich melden müssen, und die Stadtpolizei habe vom Amts wegen Anzeige erstattet, was bei Verletzungen mit einer Heilungsdauer von mehr als 20 Tagen vorgeschrieben sei.

Im Interview mit „Südtirol Heute“ erzählt er von dem Vorfall. 

„Hundehalter sollen Tiere anleinen“

Der Hundehalter wollte sich auf Anfrage der „Dolomiten“ zu dem Vorfall nicht näher äußern. Er habe die Angelegenheit nun seinem Rechtsanwalt übergeben.

Der Pitbull ist übrigens in einem ersten Moment von den Behörden ins Tierheim in der Sill gebracht worden – gegen den Willen des Besitzers, dessen heftiger Widerstand noch ein gerichtliches Nachspiel haben könnte. Vor kurzem wurde das Tier seinem Herrchen jedoch wieder ausgehändigt.

K.L. möchte nur, dass die Hundehalter ihrer Pflicht nachkommen, die Tiere im öffentlichen Raum anzuleinen oder – bei großen Hunden – mit Maulkorb zu versehen. Er gerate in den vielen Meraner Parks täglich in Situationen, in denen dies nicht der Fall sei.

D/ki

Karin Gasser, St.Johann in Ahrntal

Wo immer man sich in Südtirol aufhält...Gibt genügend Orte auch im Ahrntal wo Hundehalter ihrer Pflicht nicht nachkommen ihre Vierbeiner anzuleinen und sagt man was heißt es bloß der tut niemanden was.Heißt doch so schön Maulkorbpflicht von Hunden in öffentlichen Verkehrsmitteln.Zu oft wird selbst in Bussen dieser Pflicht nicht nachgekommen.Letzten Samstag von St.Peter nach Prettau ist eine Frau zugestiegen.War echt streng das Gekläffe ihres Hundes..Buslenker natürlich nichts gesagt.Retour um 16.10 von Kasern dasselbe Dilemma.

28.03.2019 19:39 Uhr

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Siegfried Tasser, Brixen

Das Netz ist voll von Filmen über Pitbull Attacken, man sieht seltenFilme von Angriffen von Hunden anderer Rassen. Warum wohl? Für diese Rasse, nicht umsonst wird auch von Kampfhunden gesprochen u. sind in mehreren Ländern sogar verboten, gehört bedingungslos Leinen u. Maulkorbpflicht.

15.03.2019 08:27 Uhr

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2 Kommentare

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