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Artikel vom Samstag, 28. Juli 2018

„Juwel auf 3030 Metern“: Neue Schutzhütte am Schwarzenstein

Wie eine Zinne geformt ragt die neue Schutzhütte mit Kupferblechverkleidung aus dem Gestein am Trippachsattel auf 3030 Metern Meereshöhe. Am Samstag wurde die neue Schutzhütte am Schwarzenstein feierlich eröffnet.

Wie eine Zinne ragt die neue Landesschutzhütte am Schwarzenstein im Ahrntal aus dem Gestein.

Wie eine Zinne ragt die neue Landesschutzhütte am Schwarzenstein im Ahrntal aus dem Gestein. - Foto: LPA

Bereits seit Anfang Juli ist die 2070 Kubikmeter umfassende Schutzhütte am Schwarzenstein nun in Betrieb. Bei der offiziellen Eröffnung am Samstag war auch Landeshauptmann Arno Kompatscher anwesend.

„Den Bergsteigern und auch uns Hüttenpächtern gefällt die neue Hütte, vor allem auch, weil sie innen sehr schlicht, aber doch funktional gehalten ist, mit dem Komfort, der eben notwendig ist“, sagte Hüttenpächter Günther Knapp.

Auch der Ahrntaler Bürgermeister Helmuth Klammer zeigte sich erfreut: „Für unsere Gemeinde - aber auch darüber hinaus - ist die neue innovative Hütte eine einzigartige Errungenschaft, die sicherlich bald zu den schönsten Hütten im Alpenraum zählen wird“. Pfarrer Christoph Wiesler und Erwin Knapp von der Diözese segneten das neue Gebäude, und Landeshauptmann Kompatscher übergab dem Hüttenwirt die Südtiroler Fahne für die Schutzhütte.

Schmale Zinne, die den Weg weist

Helmut Stifter, der gemeinsam mit Angelika Bachmann die Hütte geplant hatte, beschrieb den Bau als „schmale Zinne“, die den Bergsteigern bereits von weitem den Weg weist, in der das Landschaftsbild innen und außen erlebbar und die Kraft der Natur mitten in den Bergen spürbar mache.

Die Gäste treten durch einen witterungsgeschützten Eingangsbereich mit Garderobe in die sechsgeschossige Hütte und kommen vorn dort direkt in die Stube aus Fichtenholz mit umlaufender Eckbank, großen Tischen und Hockern. Im ersten und zweiten Untergeschoss sind Trockenraum, WC, Lager, Werkstatt und Technik untergebracht. Schlafkojen mit insgesamt 50 Schlafplätzen und Bäder für die Gäste gibt es im zweiten und dritten Obergeschoss verteilt nach allen Richtungen. Im dritten Obergeschoss liegen die Räume für Pächter und Personal.

Gebaut wurde die neue Hütte in nur acht Monaten, und zwar im Klimahaus-A-Standard mit Nettobaukosten von 2,97 Millionen Euro.

Die im Gemeindegebiet von St. Johann im Ahrntal gelegene alte Schutzhütte am Schwarzenstein war von der Alpenvereinssektion Leipzig errichtet und bereits 1895 eröffnet worden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie vom italienischen Staat enteignet und auch militärisch genutzt. Wegen des schlechten baulichen Zustands wurde das Gebäude 2016 abgerissen und etwa hundert Meter oberhalb des alten Standorts neu errichtet. Projektsteurer waren Andrea Sega, Hans-Peter Santer und Wolfgang Obkircher. Gebaut wurde die neue Hütte von den Generalunternehmen Burgerbau KG & Co sowie Oberlechner & Messner GmbH.

Die Schutzhütte am Schwarzenstein dient als Ausgangspunkt für die Besteigung der umliegenden Dreitausender und zählt zu den 26 landeseigenen Schutzhütten. Von diesen sollen nächsthin vorrangig die Müllerhütte, das Becherhaus, die Teplitzerhütte, die Lenkjöchlhütte, die Zisgmondyhütte, die Langkofelhütte, die Zufallhütte, die Schaubachhütte und die Zwickauerhütte verbessert werden. Die entsprechenden Baukonzessionen sind in Vorbereitung. 2019 soll dann die Prioritätenliste 2 folgen. Die Landesabteilung Vermögen richtet sich bei der Instandhaltung der Schutzhütten nach drei Prioritäten, die von einer Kommission vergeben werden, in der die alpinen Vereine AVS und CAI zusammenarbeiten.

lpa

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