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Artikel vom Donnerstag, 14. September 2017

Kriegsrelikte im Vahrner See

Zu Beginn noch ein Gerücht, dann aber erschreckende Wahrheit: Mitglieder der Spezialeinheit der Taucher und Kampfschwimmer der italienischen Kriegsmarine haben am Seeboden des Vahrner Sees mit Gewehr- und Handgranaten explosive Relikte aus dem Ersten Weltkrieg gefunden.

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Beinahe 300 Sprengkörper wurden im See von Tauchern gefunden. - Foto: Marina militare

Beinahe 300 Sprengkörper wurden im See von Tauchern gefunden. - Foto: Marina militare

2 Militärautos fuhren am Mittwoch beim Gasthaus „Zum Vahrner See“ vor. Ihnen entstiegen Taucher der Spezialeinheit der Taucher und Kampfschwimmer der italienischen Kriegsmarine COM.SUB.IN, die bei der Einheit S.D.A.I. in Ancona stationiert ist.

Beinahe 300 Sprengkörper gefunden

285 österreich-ungarische Zeitzünder-Gewehrgranaten und 4 Handgranaten – allesamt aus dem Ersten Weltkrieg stammend – brachten die Taucher an Land und übergaben sie dem Heer, dem zweiten Alpini-Regiment von Trient.

Die Sprengkörper stammen aus dem Ersten Weltkrieg. - Foto: Marina militare

Während ein Teil der Sprengkörper bereits entschärft wurde, dürfte der Rest in Absprache zwischen Heer und COM.SUB.IN noch gesprengt werden.

Keine Gefahr für Seebesucher

Angefordert hat die Spezialeinheit die Präfektur Bozen nach dem im August gemachten Fund. Ihr werden die Taucher auch melden, dass noch weitere Kriegsrelikte am Grunde des Sees schlummern. Weitere Einsätze der Marinetaucher sind nicht auszuschließen. Wann sie erfolgen, ist noch unklar.

Solange die Sprengkörper nicht bewegt werden, sollen Schwimmer und Seebesucher nicht Gefahr laufen, ihr Leben aufs Spiel zu setzen.

Die Mitglieder der Spezialeinheit vermuten, dass die Sprengkörper bewusst im See entladen worden sind. Sie schließen nicht aus, dass – da die Eisenbahnlinie am See vorbeiführt – mit dem Ausladen der Granaten Zugwaggons leichter gemacht werden sollten.

Gewährleistung einer sicheren Bademöglichkeit und Schifffahrt

Diese ist eine von vielen Aktionen der Spezialeinheit der italienischen Kriegsmarine, um für die Unversehrtheit der Bevölkerung zu sorgen.

Es handelt sich um Operationen mit hoher Gefahrenstufe, um die Sicherheit der Bademöglichkeit und der Schifffahrt zu gewährleisten.

Im vergangenen Jahr haben die Taucher der Kriegsmarine insgesamt 12.400 explosive Sprengkörper sichergestellt und zerstört. Seit Jahresbeginn 2017 sind es bereits 16.318, die aus Meeren, Flüssen und italienischen Seen geholt und entschärft worden sind, ohne jene zu zählen, deren Projektil kleiner als 12,7 Millimeter ist.

stol/ive

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