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Artikel vom Donnerstag, 23. Mai 2019

„Laurins Kristall“ bringt Donnerwetter mit sich

Der geplante Glasturm „Laurins Kristall“ sorgt für Diskussionen. Nachdem der Gemeinderat von Welschnofen am Mittwoch sein Ok für die Errichtung gegeben hat, sprechen sich der Alpenverein Südtirol, der Dachverband für Natur- und Umweltschutz, der Heimatpflegeverband Südtirol und CAI Alto Adige einstimmig dagegen aus. Sie sagen: „Berge brauchen keine Geschmacksverstärker.“

Der geplante Glasturm Touch The Dolomites, auch Laurins Kristall genannt, sorgt für Aufregung. - Foto: Griplan/Tscholl

Der geplante Glasturm Touch The Dolomites, auch Laurins Kristall genannt, sorgt für Aufregung. - Foto: Griplan/Tscholl

„Bei seiner Sitzung am Mittwoch hat sich der Gemeinderat von Welschnofen mehrheitlich für den Bau des Besucherzentrums in Form eines Glasturmes in der Nähe der Kölner Hütte ausgesprochen – trotz des eindeutig negativen Gutachtens des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Dolomiten UNESCO“, heißt es in der Aussendung.

Die Stiftung bewerte das Gebäude Touch the Dolomites (TTD) als massive Störung („evidente perturbazione“) des Weltnaturerbes. Deshalb komme sie in allen Punkten zu einem negativen Gutachten.

Mit dem sogenannten „Gläsernen Kristall“ führt man, so die Stiftung Dolomiten UNESCO, einen Fremdkörper mit negativen Auswirkungen auf den ästhetischen und touristischen Wert in das Weltnaturerbe ein. Das TTD erfülle den Anspruch der Projektwerber, eines der wichtigsten Tore zum Weltnaturerbe aufzuwerten, nicht und habe deshalb laut Stiftung an diesem sensiblen Ort keinerlei Daseinsberechtigung.

Mit Verwunderung stelle die Stiftung außerdem fest, dass ihr Vorschlag, den Glasturm an einer alternativen Stelle wie etwa in Talstationsnähe zu errichten, nicht in Betracht gezogen wurde.

Alpenverein Südtirol, Dachverband für Natur- und Umweltschutz, Heimatpflegeverband Südtirol und CAI Alto Adige hatten sich bereits im Vorfeld zum Projekt aus mehreren Gründen negativ geäußert.

„Hauptkritikpunkte sind: Der Rosengarten ist eine Attraktion an sich und braucht keine Inwertsetzung und Inszenierung durch eine künstliche Landmarke, er hat bereits seinen kulturellen, spirituellen und ökologischen Eigenwert. Das TTD ist Ausdruck des Aufrüstens für einen kurzsichtigen Eventtourismus der verkennt, dass ein möglichst unberührtes Weltnaturerbe der eigentliche Schatz ist, von dem wir alle, allen voran auch Tourismus und Wirtschaft, profitieren“, heißt es in der Aussendung.

Die Entscheidung zur geplanten Bauleitplanänderung liegt nun bei der Landesregierung. Die Verbände fordern in der Aussendung die Landesregierung auf, die verschiedenen negativen Gutachten – sei es von Landeskommissionen wie auch der UNESCO – Ernst zu nehmen und den Glasturm folgerichtig abzulehnen.

„Wir appellieren hier insbesondere an den Landeshauptmann, der politisch versprochen hat, die Fachgutachten der eigenen Kommissionen zu respektieren und sich bei den Entscheidungen zu Eigen zu machen.“

stol

Gregor Beikircher, Vahrn

Wer bisher nicht erkannt hat, dass dieses fahle Kunstkristall-Bauwerk das "Weltnaturerbe Dolomiiten" mehr herabwürdigt als hervorhebt, der ist es nicht wert, eine solche Heimat zu haben und sollte eigentlich in einer künstlichen Glaskristallwelt für lange Zeit eingesperrt werden. Ich glaube kaum, dass er/sie dann noch eine solche einseitige Phantasieprojektion der vielfältigen Naturkulisse des Rosengartens vorsetzen möchte.

23.05.2019 21:38 Uhr

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