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Artikel vom Donnerstag, 15. November 2018

Mit Smileys gegen Alkoholmissbrauch

Mit Emojis gegen Alkohol: Die neue Alkoholpräventionskampagne des Landes setzt auf Smartphone-Ästhetik.

Die Alkoholpräventionskampagne setzt auf Emojis.

Die Alkoholpräventionskampagne setzt auf Emojis. - Foto: shutterstock

Laut neuesten Daten liegt Südtirol beim täglichen Konsum von Alkohol unter dem staatlichen Durchschnitt. „Diese positive Entwicklung erfreut uns ganz besonders und ist auch der seit 2007 kontinuierlich wiederkehrenden Kampagnen-Arbeit mit den Experten unserer Fachdienste und dem Forum Prävention geschuldet“, begrüßte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker das Fortsetzen der Alkoholpräventionskampagne.

Die crossmediale Kampagne „Keine Kompromisse“ setzt auf einen modernen und einprägsamen Kommunikationsstil, nämlich jenen der „Handy-Chat“-Ästhetik und verwendet dabei Smileys bzw. Emojis, also diverse Piktogramme. „Wie eine WhatsApp-Nachricht schafft es die Kampagne Aufmerksamkeit zu wecken. Die Betrachter werden auf sympathische Art und Weise zu einer kritischen Haltung bezüglich Alkohol ermutigt“, machte Peter Koler vom Forum Prävention bei der Vorstellung am Donnerstag deutlich.

Die neue Alkoholpräventionskampagne setzt auf Smartphone-Ästhetik. Foto: LPA

Soziale Normen verändern

Dabei will die Neuauflage nicht bloß die Risiken von übermäßigem Alkoholkonsum aufzeigen, sondern auch soziale Normen verändern und den Alkoholverzicht salonfähig machen. „Nicht nur alkoholkranke Menschen werden gesellschaftlich geächtet, auch Menschen, die aus Überzeugung völlig auf Alkohol verzichten, werden überschnell abgestempelt. Gegen diesen tief in der Südtiroler Gesellschaft verwurzelten Umgang mit Alkohol will man mit dieser Kampagne Sensibilisierungsarbeit leiste“, betonte Stefania Sepp, Psychologin und Psychotherapeutin im Ambulatorium der Organisation "Hands" auf der heutigen Pressekonferenz.

Dass in der Gesellschaft bereits ein Umdenken stattgefunden hat, zeigen die aktuellen Zahlen: Laut den neuesten ISTAT-Daten (2018) liegt Südtirol beim täglichen Konsum von Alkohol unter dem gesamtstaatlichen Durchschnitt von 21,4 Prozent. 16,1 Prozent (2014 waren es 18,5%) der Südtiroler – 26,6 Prozent (2014: 27,6%) der Männer sowie 5,9 Prozent (2014: 9,9%) der Frauen – konsumieren täglich Alkohol. Lediglich in Sizilien trinken verhältnismäßig weniger Personen täglich Alkohol. Unter Berücksichtigung des Geschlechts zeigt sich zudem, dass die Quote der Männer italienweit die zweitniedrigste ist.

„Binge-Drinking“ rückläufig

Ebenso ist die Quote der Südtiroler, die einen moderaten Alkoholkonsum pflegen, also die vom Gesundheitsministerium empfohlenen Mengen nicht überschreiten, um nicht auf gesundheitliche Probleme zu stoßen, eine der italienweit höchsten. Auch das sogenannte „Binge-Drinking“, der Konsum von sechs oder mehr Standardgetränken bei einer Gelegenheit, ist rückläufig: 13,6 Prozent der Befragten in Südtirol wurden der „Binge-Drinking“-Kategorie zugeordnet. 2014 waren es 17,8 Prozent.

Die Präventionskampagne stützt sich auf Anzeigen und Banner in Print- und digitalen Medien sowie in den Zügen der Südtiroler Transportstrukturen. Auf keinekompromisse.it – einer eigens geschaffenen Landingpage – werden die Botschaften der Kampagne vorgestellt. Zusätzlich stehen weitere Angebote zur Verfügung: ein Selbsttest über den eigenen Alkoholkonsum, Informationen zu Alkohol, Tipps zu „Feiern mit Niveau“ und der Shuttlefinder, eine App, um schnell und unkompliziert einen Shuttle vor Ort zu finden. Erweitert wird die Kampagne mit den Straßenschildern und der Botschaft "Wer fährt, trinkt nicht". In einer zweiten Phase kommen zusätzlich Radiospots und Plakate im öffentlichen Raum zum Einsatz.

Die Kampagne ist eine zentrale Maßnahme des Landespräventionsplans, wird von der Landesabteilung Gesundheit getragen und vom Forum Prävention umgesetzt. Mit ihrem Markenzeichen – weißes Rufzeichen auf rotem Kronenkorken – ist sie vielen bereits bekannt.

Foto: Forum Prävention Broschüre/Screenshot

Auch der Beitrag der Sendung „Südtirol Heute“ hat das Thema aufgegriffen. 

stol

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