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Artikel vom Freitag, 10. August 2018

Mord an Ulrike Reistenhofer jährt sich zum 20. Mal

Vor genau 20 Jahren, am 10. August 1998, ist die damals 19-jährige Ulrike Reistenhofer tot am Rienzufer bei Ehrenburg aufgefunden worden. Die Grazerin war mit einem Stein erschlagen worden. Bis heute fehlt von dem Mörder der jungen Frau jede Spur.

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Von Ulrikes Mörder fehlt auch nach 20 Jahren jede Spur. - Foto: D

Von Ulrikes Mörder fehlt auch nach 20 Jahren jede Spur. - Foto: D

Ulrike Reistenhofer war von Zürich mit dem Zug in Richtung Graz gefahren. In Innsbruck, wo sie umsteigen sollte, verlor sich ihre Spur. Wie Reistenhofer nach Ehrenburg kam, ließ sich nur vermuten. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass sie von jemandem in einem Fahrzeug mitgenommen wurde, möglicherweise vom Mörder. 

Die Fahnder hörten unzählige Personen an, überprüften Telefone, nahmen einige Männer unter die Lupe, die verdächtig erschienen; sie ließen nichts unversucht, doch es war vergebens. Keiner der Hinweise und Ermittlungsansätze führte zum Mörder.

2001 legte der ermittelnde Staatsanwalt Markus Mayr den Fall als ungelöst zu den Akten. 2004 geriet der bundesdeutsche Lkw-Fahrer Frank Thäder ins Visier. Thäder, der 2003 in Rosenheim wegen Mordverdacht an der Tschechin Anna Kolarova (31) einsaß, hatte gestanden, auch Carmen Wieser (19) aus Sillian getötet zu haben. Doch die Daten aus den Lkw-Fahrtenschreibern entlasteten Thäder.

Ulrike Reistenhofer wurde tot am Rienzufer bei Ehrenburg aufgefunden. - Foto: D

Haiku von „Serialkiller“ beim Kreuz und im Netz

In der Folge wurde bekannt, dass jemand im Jahr 2003 bei dem Kreuz am Rienzufer, das für Ulrike aufgestellt worden war, ein Gedicht abgelegt hatte – ein so genanntes Haiku (traditionelle japanische Gedichtform; Anm. d. Red.). Das Haiku war auch in Internet-Foren aufgetaucht – gezeichnet von „Serialkiller“.

Die Art und Weise, in der das Gedicht geschrieben war, deutete stark darauf hin, dass der Dichter etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Die Fahndung der Polizei endete jedoch beim Internet-Provider in Wien: Damals war es noch nicht Pflicht, die IP-Adressen der Personen, die auf Internetseiten zugreifen, für längere Zeit zu speichern. Eine weitere Spur, die im Sand verlief. Die Ermittlungen wurden vorerst auf Eis gelegt.

Den nächsten Anlauf zur Klärung des Falles nahmen die Ermittler im Februar 2012.

Männliche DNS am Tatort sichergestellt

Während der Stein, mit dem Ulrike Reistenhofer erschlagen worden war, keine verwertbaren Spuren aufwies, waren auf der Kleidung Hautfetzen sichergestellt worden. Damals konnte aus den Partikeln aber kein brauchbarer DNS-Code isoliert werden. Nun aber konnten die Forensik-Experten der Uni Innsbruck den Hautfetzen ihren genetischen Fingerabdruck entlocken: Es war eindeutig männliche DNS. Diese wurde gleich mit allen aktenkundigen Straftätern aus Italien, Österreich und Deutschland abgeglichen. Treffer gab es keinen.

Im Jahr 2017 kam der Fall zum vorerst letzten Mal in Bewegung. Im Jänner 2014 waren DNS-Spuren am Leichnam der französischen Austausch-Studentin Lucile Klobut (20) sichergestellt worden, die in Kufstein am Ufer des Inn entdeckt worden war. Im November 2016 wurden dann DNS-Spuren in Endingen bei Freiburg an der ermordeten Joggerin Carolin Gruber (27) gesichert.

Mord in Nordtirol: Kein Treffer bei Abgleich

Bundesdeutsche und Nordtiroler Gerichtspolizisten holten bei der Staatsanwaltschaft in Bozen alle rund um die Ermordung von Ulrike Reistenhofer relevanten Informationen und verfügbaren Daten ab.

Während in den Fällen Klobut und Gruber ein 40-jähriger Lkw-Fahrer aus Rumänien ausgeforscht werden konnte (und für den Mord an Gruber inzwischen auch zu lebenslanger Haft verurteilt wurde), ergab die Überprüfung auf mögliche Überschneidungen mit dem Mord in Ehrenburg ebenso wenig einen Treffer wie der DNS-Abgleich.

Trotzdem: Wenn jemand den Mörder von Ulrike Reistenhofer noch überführen kann, ist es „Kommissar“ DNS. Die Informationen bleiben im EU-weiten Datennetz gespeichert. Ein Abgleich ist damit auch künftig jederzeit möglich.

Auch die Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ beschäftigte sich im Juli 1999 mit dem Fall Reistenhofer (siehe Video).

D/rc

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