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Artikel vom Samstag, 3. Februar 2018

Mordfall Gross: 23 Hinweise eingegangen

Zum 20. Todestag des Managers der Kastelruther Spatzen Karlheinz Gross rollte die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ wie berichtet den Fall am vergangenen Mittwoch nochmal auf. Seitdem seien 23 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Rudi Cerne, Moderator der Sendung, erklärt, warum man auch nach 20 Jahren noch Hoffnung auf Aufklärung hat.

Im Mordfall Gross sind rund 20 teils wertvolle Hinweise eingegangen. - Foto: Screenshot

Im Mordfall Gross sind rund 20 teils wertvolle Hinweise eingegangen. - Foto: Screenshot

Im Mordfall Gross sind rund 20 teils wertvolle Hinweise eingegangen.

Im Mordfall Gross sind rund 20 teils wertvolle Hinweise eingegangen. - Foto: D

Bei dem Fall handelt es sich um einen höchst mysteriösen Mordfall, der die deutsche Kriminalpolizei seit 20 Jahren auf Trab hält. Rund 1000 Spuren wurden seit 1998 überprüft. Bis zu 20 Beamte arbeiteten zeitweise in der Soko „Spatzen“ an dem Fall.

Vor 20 Jahren kam Karlheinz Gross, der Manager der beliebten Band Kastelruther Spatzen, grausam ums Leben, nachdem der damalige 39-jährige mit eingeschlagenem Schädel in einem Magdeburger Industriegelände gefunden wurde. (STOL hat berichtet) Selbst eine Not-OP konnte den Manager nicht retten. Nicht nur die Mitglieder der "Kastelruther Spatzen" wollen endlich Gewissheit, wer Karlheinz Gross ermordet hat.

Zahlreiche Hinweise

Nach der Ausstrahlung am Mittwochabend sind rund 23 Hinweise bei der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord eingegangen, obwohl der Fall bereits 20 Jahre zurückliegt. Einige, so ein Polizeisprecher, „könnten zielführend sein."

Hier können Sie die Sendung noch einmal sehen. Ab der 44. Minute sehen Sie den Fall von Karlheinz Gross.

Laut Homepage von „Aktenzeichen XY“, soll einer der Anrufer behauptet haben, dass es sich bei dem Tod des Managers eigentlich um einen Unfall handelt. Das passt jedoch nur teilweise mit den bisherigen Kenntnissen der Polizei überein. So war beispielsweise der Fund- nicht der Todesort. Außerdem können die Kopfverletzungen nicht bei einem Unfall entstanden sein.

Hoffnung besteht immer

In einem Interview mit dem TV-Sender mdr Sachsen-Anhalt antwortet der Moderator von „Aktenzeichen XY“, Rudi Cerne, auf die Frage, warum man sich in der Sendung auch nach so langer Zeit mit dem Fall beschäftigt, wie folgt:

„Wir hatten auch schon Fälle, die lagen noch länger zurück und konnten durch ‚Aktenzeichen‘ geklärt werden. Im Fall um den Tod des Managers der Kastelruther Spatzen vermute ich, dass es sich dabei nicht nur um eine Person handelt, die etwas weiß. Es gibt mit Sicherheit Personen, die informiert worden sind, die als Mitwisser gesucht werden.“

Mord verjährt nie, Mitwisserschaft schon

„Wenn es tatsächlich Mord gewesen sein sollte, dann verjährt der nie. Mitwisserschaft dagegen kann schon nach kürzerer Zeit verjähren. An die Person heranzukommen, das ist unsere Motivation, den Fall noch einmal zu senden. Es ist natürlich ein sehr prominenter Fall. Es gibt sehr viele Personen, die davon gehört haben. Aber die Polizei kommt nicht weiter. Und wir wirbeln noch mal Staub auf für die Polizei. Die herkömmlichen Ermittlungsmethoden sind ausgeschöpft, jetzt greift die Öffentlichkeitsfahndung und da sind wir mit ‚Aktenzeichen‘ der erste Ansprechpartner“, so Cerne weiter.

„Wir wissen aus der Erfahrung, dass Mitwisser dieses Wissen als große Last mit sich herumschleppen“

Auf die Frage des mdr-Redakteurs Roland Jäger, wie Cerne denn die Chancen auf Aufklärung sehe, betont der Moderator, dass es immer immer gute Chancen gebe.

„40 Prozent der Fälle, die in mehr als 50 Jahren "Aktenzeichen XY" vorgestellt wurden, sind geklärt worden – mitunter direkt über Hinweisgeber, die bei uns zugesehen haben. Und wir wissen aus der Erfahrung, dass beispielsweise Mitwisser dieses Wissen als große Last mit sich herumschleppen. Diese Last wird mit der Zeit immer schwerer. Und mit Ausstrahlung der Sendung kommt noch einmal ordentlich Gewicht dazu“, ist sich Cerne sicher.

stol/vs

 

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