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Artikel vom Mittwoch, 3. Januar 2018

Pestizide: Veith-Interview sorgt für Zündstoff

Die Südtiroler Pestizid-Diskussion ist einmal mehr auch in Deutschland ein heißes Thema. So hat der Malser Bürgermeister Ulrich Veith im deutschen Reisemagazin „Geo Saison“ über Wanderungen durch Südtirols Apfelmonokulturen abgeraten. Beim Wirtschaftsdienstleister IDM ist man alles andere als erfreut über diese „Werbung“, wie das Tagblatt "Dolomiten" am Mittwoch berichtet.

In einem Interview rät BM Ulrich Veith von Wanderungen durch Apfelplantagen ab. (Symbolfoto/Archiv).

In einem Interview rät BM Ulrich Veith von Wanderungen durch Apfelplantagen ab. (Symbolfoto/Archiv). - Foto: APA

In seiner neuesten Ausgabe hat „Geo Saison“, das mit einer Auflage von rund 206.000 Exemplaren zu den bekanntesten deutschen Reisemagazinen zählt, mit dem Malser Bürgermeister Ulrich Veith gesprochen.

Unter anderem betont Veith: „Wir wollten einfach nicht in einer Gemeinde leben, wo wir die Kinder davor warnen müssen, zwischen den Apfelbäumen zu spielen.“ Darauf fragt  „Geo Saison“: „Ist die Situation so schlimm?“ Antwort: „In den Bergregionen ist Südtirol wild und naturbelassen, aber in den Tälern mit den Apfelmonokulturen, so  weit das Auge reicht, würde ich niemandem empfehlen, wandern zu gehen.“

Von Seiten des IDM kommt scharfe Kritik. „Weder Mals noch die Pestiziddiskussion wird dadurch besser, wenn man Südtirol in einem Medium mit dieser Tragweite anschwärzt,“ so IDM-Kommunikationschef Thomas Aichner auf Nachfrage der "Dolomiten". 

Ulrich Veith betont hingegen in einem Interview mit den "Dolomiten": „Ich würde es nochmal so sagen.“

D/gam

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

Andrea Spechtenhauser, Schluderns

Die Story ist für mich einfach nur blöd,auch wenn sie ausgerechnet einigen Apfelbauern gefallen könnte,weil sie dann endlich Ruhe auf ihren Wegen und Feldern haben.Sie gibt auch allen Kritikern unter den Bauern recht,dass alle bisherigen Bemühungen und Verbesserungen nur für die Katz waren.Nebenbei sei erwähnt,dass auch einige biologisch und auf pflanzlicher Basis hergestellten Pflanzenschutzmittel als "Pestizide" registriert sind.Interessant finde ich auch,dass ausgerechnet in den eigenen vier Wänden und in den Hausgärten viel enspannter mit dem Thema umgegangen wird und dass sich so manches Gebräu,das augenscheinlich wirkt, keiner wissenschaftlichen und aufwändigen Gesundheitsanalyse und Umweltanalyse unterziehen muss. Was die Kinder angeht,so habe ich außerhalb der Spritzarbeiten nicht nur meine eigenen,sondern auch die aus Verwandschaft und die Freunde meiner Kinder mit aufs Gemüse und Obstfeld mitgenommen.Sie haben sich auf dem Feld richtig ausgetobt,sind zwischen den Baumreihen gerannt,durften herumschreien ,im Dreck wühlen,mit Spielautos auf Erdhäufen spielen,in den Obstgroßkisten und den Grenzbäumen Häuser bauen und durften auf dem alten Traktor ihre Fantasyfahrten machen.Diese Kindheit würde ich heute vielen Kindern wünschen! Meine größte Angst hat damals immer den Wassergräben und Flüssen gegolten,in denen leider wirklich oft Kinder gestorben sind .

03.01.2018 11:44 Uhr

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Maier Rudi, Völs am Schlern

Ich bin auch der Meinung, dass Südtirol mit der Umstellung auf pestizidfreie Landwirtschaft eine große Möglichkeit hat um auf langer Sicht die kleinen Landwirtschaftlichen Betriebe erhalten zu können,aber..... dies muss mit Aufklährungs und Überzeugungsarbeit erreicht werden und nicht mit Verboten und Volksabstimmungen ! Nur was langsam und aus Überzeugung wächst hat Bestand ! Und zu Herrn Veith, der Ansatz ist ja nicht schlecht, aber wieso hat in Mals ein Teil der Bevölkerung über die Landwirtschaft abgestimmt ? Wenn schon Pestizidfrei , dann für alle! Herr Veith,wieso wurden bei der Befragung nicht auch die Hausgärten, Balkonblumen öffentliches Wegenetz usw. miteinbezogen ? Es ist einfach, ein Kreuzchen zu machen, dass der Bauer nebenan nicht mehr mit dem Spritzfass fahren darf, aber " gegen die Läuse auf meinen Balkonblumen geh ich mir schnell in den Laden ein "Gift" holen ". Nur der selber auf die Pestizide verzichtet, darf dies auch von anderen verlangen!!! In diesem Sinne lade ich alle Südtiroler und Südtirolerinnen mal ein, im eigenen Gartenhäuschen oder "Giftschrank" nachzusehen was so alles an Briefchen und Fläschchen mit " abtötenden " Mittelchen rumstehen, diese sind dann im nächsten Fachhandel abzugeben und dann erst ist mit den Fingern auf die Bauern zu zeigen.

03.01.2018 10:10 Uhr

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Josef Pius Gritsch, Brixen

Südtirol will ja überall der Primus sein. Also sollte dies auch hier gelten, zumal die Ebenen immer mehr mit Monokulturen zugepflastert werden. Aber ganz so sauber sind die Almen auch nicht; dort stinkt die Gülle teils wörtlich zum Himmel (trotz Ausbringverbot).

03.01.2018 09:48 Uhr

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Ausserer Oskar, Kastelbell/Tschars

Bevor über diese Dinge geurteilt wird, sollte man sich ausführlich informieren u. dann sich zumindest in Europa umschauen u. vergleichen, wo die Produktion von Lebensmitteln gegenüber der Umwelt im Verhältniß besser geregelt bzw. schonender produziert wird als hier in Südtirol. Dass das immer noch besser geht aber auch viel in diese Richtung getan wird, vor allem im Vinschgau, kann keiner bestreiten. Kann sein , dass vielen, die die Materie nicht kennen, alles noch zu wenig ist u. zu langsam geht. Dass aber in diesem Wandel die Natur die Hauptrolle spielt, weiß jeder, der sich damit auseinander setzt. Wenn man versucht mit der Brechstange vor zu gehen u. jetzt besonders mit solchen Aussagen das noch verstärken will, obwohl jeder weiß, wie sensibel darauf reagiert wird, kann man nur schaden u. niemanden Nutzen ikl. Natur u. Umwelt. Denn beide Elemente mögen die Brechstange gar nicht, und geben es uns immer auf ihre eigene Art u. weise wieder zurück, dann aber ohne Kompromisse. Gerade Diejenigen, die sich so als Naturverbunden zeigen, müssten das am besten wissen. Manche Aussagen u. Kommentare wie diese lassen sich mehr von Emotionen leiten als von einem fundierten Wissen od. einfach nur von einem gesunden Hausverstand.

03.01.2018 09:44 Uhr

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Patrick Gstrein, Lana

Ich würde von Südtirol erwarten, dass wir eine Vorbildfunktion einnehmen!

03.01.2018 08:51 Uhr

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hermann zanier, Meran

PS zu vorhin: man sollte sich auch entscheiden, ob man die Apfelwiesen als touristische Attraktion betrachten und anpreisen will, dann muss etwas getan werden, oder ob man sie einfach als das betrachtet, was sie sind, nämlich Massenproduktionsstätten von Äpfeln. Dann muss auch etwas unternommen werden, aber nur soviel, dass die Gesundheit der Menschen und somit die Umwelt nicht gefährdet werden. Dazu würde meiner Meinung nach die Einschränkung der "Schutzmittel" gehören.

03.01.2018 08:48 Uhr

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hermann zanier, Meran

Mit den Monokulturen hat Herr Veith vollkommen recht; man braucht nur einmal die "Weinstraße" von Lana nach Süden befahren, die erste Rebe bekommt man in St. Pauls zu Gesicht. Seitdem ich (es war vor Jahren, wie es jetzt ist, weiß ich nicht um ehrlich zu sein) mit einem ekligen Schutzmittel vollgespritzt wurde, habe ich mich nie mehr auf einen öffentlichen Feldweg getraut, auf privaten bin ich nie gefahren, da wird es nicht viel besser sein. Es gäbe also sicher einiges zu verbessern, das kann man nicht nur mit Schönrederei richten. Dass gerade in Deutschland diese Diskussion hochgespielt wird, ist fast ein Hohn. Wegen ihrem BIP wird doch das Gift vertrieben und auf den allermeisten deutschen Wiesen kann man sowieso nicht spazieren.

03.01.2018 08:40 Uhr

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7 Kommentare

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