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Artikel vom Freitag, 21. Juni 2019

Schutz vor Naturgefahren: Wildbachverbauung schreitet voran

Der Schutz vor Naturgefahren und die ökologische Aufwertung der Bach- und Flussläufe ist von großer Bedeutung. Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler verschaffte sich mit dem Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger, Technikern und Gemeindevertretern an fünf Baustellen im Eisacktal und Wipptal ein Bild vom Stand der Arbeiten.

Die Wildbachverbauung ist wichtig für den Schutz von Naturgefahren.

Die Wildbachverbauung ist wichtig für den Schutz von Naturgefahren. - Foto: LPA

Hochwasserschutz am Eisack in Brixen

Bauleiter Lukas Pichler gab bei dem Lokalaugenschein am Eisack auf der Höhe des Vinzentinums Einblick in die Baustelle: Ziel der Verbauung ist es, diesen Flussabschnitt gegen ein 100-jähriges Hochwasser abzusichern und die gewässerökologische Situation zu verbessern. Seit Mitte Februar ist das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord der Agentur für Bevölkerungsschutz im Einsatz und erneuert die bestehende Ufermauer. Der Abschluss der Arbeiten ist für Mitte kommenden Jahres geplant. Das Projekt in Höhe von einer Million Euro wird über das Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE 2014-2020 abgewickelt.

Bau eines Rückhaltebeckens für Geschiebe und Holz in Vahrn

Eine 10 Meter hohe und 50 Meter breite Sperre aus Stahlbeton mit Auffangbecken kann im Schalderer Bach bis zu 40.000 Kubikmeter Geschiebe und Wildholz zurückhalten. Nachdem der Schalderer Bach als gefährlich eingestuft wurde, gab es in den vergangenen Jahren verschiedene Schutzmaßnahmen, um am besiedelten Unterlauf des Schalderer Baches das Abflussprofil zu vergrößern und damit den Schutz vor Hochwasser zu erhöhen. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro und wird über das Programm Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung EFRE 2014-2020 finanziert.

BBT-Ausgleichsmaßnahme am Schindlergraben in Franzensfeste

Mit Bürgermeister Thomas Klapfer wurden gestern die Bauarbeiten am Schindlergraben oberhalb von Franzensfeste begutachtet. Während der Unwetter vom September 2009 hatte der rechte Zubringer des Eisacks die Riolstraße und mehrere Häuser übermurt und große Schäden angerichtet.

Derzeit wird ein quer zum Hang verlaufender Ablenkdamm errichtet und an der Innenseite ausgepflastert. Mit dieser Maßnahme wird der Schindlergraben in einem 90-Grad-Winkel in den Riolbach umgeleitet, abgehende Muren landen im bestehenden Rückhaltebecken des Riolbachs. Die Kosten dieser Schutzmaßnahme belaufen sich auf rund 560.000 Euro.

Vergrößerter Flusslauf, neue Brücke, Unterführung in Sterzing

Fast ein Jahrzehnt lang hat das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord am Hochwasserschutz der Gemeinden Sterzing und Pfitsch gebaut, um die Hochwassergefahr abzuwenden.

Sterzings Bürgermeister Fritz Karl Messner und der Bürgermeister der Gemeinde Pfitsch Stefan Gufler haben am Donnerstag die abgeschlossenen Bauvorhaben in Augenschein genommen: Im Vorjahr wurde das Bachbett des Eisacks vergrößert und ein neuer handgemauerter Uferschutz errichtet. Dieses Projekt war Teil des EU-Programms Investitionen in Wachstum und Beschäftigung und wurde aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE 2014-20 finanziert.

Im Anschluss daran wurde im Auftrag des Amtes für Straßenbau Nord-Ost die neue Flainer Brücke über den Eisack gebaut, die höher ist als die vorherige und damit dem Eisack im Hochwasserfall ausreichend Platz bietet. Im Auftrag der Gemeinde Sterzing wurde neben der neuen Flainer Brücke eine Unterführung errichtet. Für die kommenden Jahre sind weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz der beiden Gemeinden geplant.

Konsolidierungsarbeiten am Pfitscher Bach in Afens

54 Konsolidierungssperren aus Zyklopensteinen und Beton und seitliche Uferschutzmauern werden derzeit im Pfitscher Bach im Bereich Ölberg bei der Archer Brücke und der Örtlichkeit Afens errichtet. Es wird eine Million Euro in diese Maßnahme, die über Gelder des Fondo Unico Regionale FUR finanziert wird, investiert. Als Folge der Unwetter von 2012 hatte sich der Bach mehrere Meter eingetieft, immer noch rutschen Material und Bäume nach.

lpa

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