Startseite » Chronik im Überblick » Lokal

Artikel vom Donnerstag, 25. Januar 2018

Schwazers Sportärzte zu Haftstrafen verurteilt

Am Bozner Landesgericht ist am Donnerstag ein Präzedenzurteil gegen die Sportärzte Pierluigi Fiorella und Giuseppe Fischetto gefallen. Bekanntlich ist ihnen Beihilfe vorgeworfen worden, weil sie von Alex Schwazers Doping vor den olympischen Spielen 2012 gewusst und geschwiegen hätten. Auch FIDAL-Funktionärin Rita Bottiglieri wurde verurteilt.

Foto: STOL

Richterin Carla Scheidle hat beide Ärzte am Donnerstagvormittag für schuldig befunden. Pierluigi Fiorella und Giuseppe Fischetto wurde zu einer Haftstrafe von je 2 Jahren und FIDAL-Funktionärin Rita Bottiglieri zu einer Haftstrafe von 9 Monaten verurteilt. 

Außerdem wurde über die beiden Ärzte eine Geldstrafe von 10.000 Euro pro Kopf verhängt. Für Bottiglieri sind es 4000 Euro. Bei ihr ist die Geldstrafe im Gegensatz zu den Ärzten allerdings auf Bewährung ausgesetzt.

Dies ist in Italien das erste Mal, dass ein Verbandsarzt verurteilt wird, weil er es im Sinne der Anklage unterlassen habe, einen Verdachtsfall zu melden und damit das Doping  begünstigt habe.

Berufsverbot

Zu den Haftstrafen und Geldstrafen kommt zudem für die Ärzte ein Berufsverbot bis zum Ende der Haftstrafe hinzu. Alle drei Verurteilten dürfen außerdem nie wieder in leitender Funktion für das CONI (Comitato Olimpico Nazionale Italiano) und in Vereinen, die vom CONI anerkannt sind, tätig sein.

An die Weltantidopingagentur WADA, die Nebenklägerin im Prozess war, müssen Fiorella und Fischetto je 6000 Euro an Schadensersatz zahlen, Bottiglieri hingegen 3000 Euro. Außerdem müssen sie die Prozessspesen in Höhe von 10.000 Euro berappen.

Die Urteilsbegründung wird in 90 Tagen hinterlegt.

Im Dezember hatte Ankläger Giancarlo Bramante die Argumentation der Verteidigung zurückgewiesen, wonach es Mitgliedern des Betreuungsteams eines Athleten bzw. ihren Ärzten untersagt sei, sich in Doping-Kontrollen einzumischen. Ganz im Gegenteil: Das Reglement sehe sogar ausdrücklich vor, dass das Team zu absoluter Kooperation im Kampf gegen Doping verpflichtet sei. Hinzu komme, dass ein Arzt die Gesundheit seines Patienten – in diesem Fall des Athleten – schützen müsse.

Rechtsanwalt Stefano Borella (für die Weltantidopingagentur WADA) hatte betont, dass die Indizien für Doping augenscheinlich gewesen seien. Die Angeklagten hätten aber nichts unternommen. Die Verteidigung brachte Schriftsätze zugunsten ihrer Mandanten ein. 

stol/rc

Mehr Meldungen vom Bezirk

 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos