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Artikel vom Donnerstag, 20. Juni 2019

Sexuelle Belästigung: 100.000 Euro für Schülerinnen

Noch bis zum 2. Juli hat der Grundschullehrer, dem vorgehalten wird, 10 Schülerinnen unsittlich berührt zu haben, Zeit, die Nebenkläger zu entschädigen. Die Familien der Mädchen haben sich in das Verfahren eingelassen, insgesamt soll es um eine Schadenersatzsumme von 100.000 Euro gehen.

Der Lehrer soll 10 Schülerinnen unsittlich berührt haben. (Symbolbild)

Der Lehrer soll 10 Schülerinnen unsittlich berührt haben. (Symbolbild) - Foto: shutterstock

Die Verteidigung zeigte sich zuversichtlich, dass es innerhalb der von Richter Emilio Schönsberg gesetzten Frist zu einer Einigung kommt. Nach der Schadenersatzleistung dürften die Nebenkläger aus dem Verfahren ausscheiden, was sich im Fall eines Schuldspruches mildernd auswirken könnte. Noch ist nicht klar, ob der Lehrer ein ordentliches Verfahren wählen oder ein alternatives – wie einen Vergleich oder ein verkürztes Verfahren – beantragen wird. Auch dazu hat er noch am 2. Juli Gelegenheit. Bei einer Verurteilung hat ein Angeklagter, der einen alternativen Verfahrensweg beschreitet, automatisch Anrecht auf eine Strafmaßreduzierung von einem Drittel. Der Lehrer hat von Anfang an auf seine Unschuld gepocht, allerdings liegen den Ermittlern Überwachungsvideos aus dem Klassenraum vor, die den Mann schwer belasten sollen. 

Vom Dienst suspendiert und in Hausarrest

Wie berichtet, war der Lehrer im Juni 2018 verhaftet und in der Folge in den Hausarrest überstellt worden. Gleich nach seiner Verhaftung wurde er vom Dienst suspendiert. Im Herbst wurde der Lehrer dann aus dem Hausarrest entlassen und mit Unterschriftspflicht belegt. Seit deren Aufhebung wartet der Lehrer auf freiem Fuß auf die Entscheidung des Vorverhandlungsrichters. Bei der gestrigen Verhandlung war er anwesend.

Die Staatsanwaltschaft hält dem Mann vor, Schülerinnen im Alter unter 10 Jahren an intimen Körperstellen berührt zu haben. Auch waren die mutmaßlichen Opfer dem Lehrer anvertraut. Ins Rollen gebracht haben soll der Lehrer die Ermittlungen indirekt selbst. Er soll die Eltern nämlich ersucht haben, den Kindern nahezulegen, sie sollten ihm gegenüber nicht zu aufdringlich sein. Als eine Mutter ihre Tochter darauf ansprach, soll diese erklärt haben, es sei doch genau umgekehrt. Die Mutter wandte sich an die Schuldirektorin, und diese erstattete Anzeige. Bei einem Beweissicherungsverfahren wurde ein mutmaßliches Opfer im geschützten Raum angehört. Damit sollte dem Mädchen der psychische Druck einer Aussage im Gerichtssaal erspart werden. Die Aussage hat im Prozess volle Beweiskraft.

D/rc

 

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