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Artikel vom Montag, 20. März 2017

Smogwolke über Bozen: „Keine lokale Ursache“

Feinstaub-Alarm im Süden Südtirols: Am Samstag überschritten die Werte im Bozner Talkessel und im Unterland deutlich die erlaubte Obergrenze, am Sonntag pendelten sich die Werte wieder im grünen Bereich ein. Keinesfalls ungewöhnlich, erklärt Luca Verdi vom Labor für physikalische Chemie. Und: Die Ursache liegt nicht in Südtirol.

Foto: shutterstock

Wie die Tageszeitung Alto Adige am Sonntag auf ihrer Onlineseite berichtete, stiegen die Feinstaubwerte (PM10) an der Messstation in der Claudia-Augusta-Straße am Samstag deutlich an. So wurden 62 Mikrogramm pro Quadratmeter (µg / m³) gemessen, der zugelassene Höchstwert liegt bei 50 µg / m³.

In der Galizienstraße in Leifers stiegen die Werte sogar auf 73 µg / m³, an der Autobahneinfahrt bei Neumarkt 70 µg / m³ und bei Kurtinig 66 µg / m³. Bereits am Sonntag sanken die Feinstaubwerte wieder unter den vorgeschriebenen Höchstwert, blieben jedoch weiterhin relativ hoch.

Südwind aus der Poebene bringt Feinstaub

Wie Luca Verdi, der Direktor des Labors für physikalische Chemie, im Gespräch mit STOL erklärt, sei dieser Anstieg keineswegs ungewöhnlich: „In diesem Winter wurde bereits zweimal ein solcher Anstieg gemessen. Diesmal hängt es mit einer Schlechtwetterfront zusammen: Der Südwind bringt den Feinstaub aus der Poebene über das Trentino bis ins Südtiroler Unterland.“

Auch bei den Kollegen im Trentino sei ein Anstieg der Feinstaubwerte gemessen worden. Bezeichnend dafür, dass der Feinstaub mit dem Wind in unsere Gegend gebracht würde, sei auch, dass die Werte nördlich von Bozen konstant blieben: „Der Wind erreichte Bozen, anschließend flaute er ab, weshalb zum Beispiel in Meran keine Veränderungen gemessen wurden.“

Im Jahresdurchschnitt deutlich unter der Höchstgrenze

Dass sich die Werte bereits am darauffolgenden Tag wieder besserten, hat laut Verdi mit dem Nordwind zu tun: „Der Wind hat die Feinstaubwerte im Süden Südtirols wieder reguliert, während sie im Norden noch tiefer sanken.“

Eine lokale Ursache könne somit ausgeschlossen werden.

Da der Südwind aus der Poebene weiterhin bestehen bleibt, könne es durchaus passieren, dass die Feinstaubwerte in den kommenden Tagen im Unterland und im Bozner Talkessel erneut ansteigen. Auf das ganze Jahr betrachtet liege Südtirol jedoch weiterhin stets deutlich unter der Höchstgrenze, so Verdi abschließend.

stol/liz

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