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Artikel vom Freitag, 10. August 2018

So tickt Südtirols Jugend

Zum heutigen Weltjugendtag hat das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) sich zum Ziel gesetzt, die Lebenswelten der jungen Bevölkerung in Südtirol zu beleuchten. Es geht dabei um die 120.000 in Südtirol ansässigen Personen im Alter von 15 bis 34 Jahren. Spannende Ergebnisse liefert die Studie in Bezug auf Wohnen, Essgewohnheiten und Freizeitgestaltung.

Wie Südtirols Jugend tickt, hat die ASTAT erhoben.

Wie Südtirols Jugend tickt, hat die ASTAT erhoben. - Foto: shutterstock

In den vergangenen Jahren ist eine zeitliche Verzögerung der wichtigsten Ereignisse innerhalb der Lebensverläufe mit Bezug auf Bildungswege, Eintritt ins Arbeitsleben, Auszug aus der Herkunftsfamilie, Paarbildung und Geburt der Kinder zu beobachten. Bei der vorliegenden Studie geht es um die 120.000 Personen im Alter von 15 bis 34 Jahren, die in Südtirols Melderegistern eingetragen sind (Stand zum 31.12.2017).

6 von 10 Jugendlichen leben noch im „Hotel Mama“

Aufgrund der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft, der abnehmenden Geburtenziffern und des Ausscheidens der sogenannten „Babyboomer“ aus dem Reproduktionsprozess, ist der Anteil der jungen Generation an der Gesamtbevölkerung seit drei Jahrzehnten rückläufig und von einem Drittel auf weniger als ein Viertel (23 Prozent) geschrumpft. Die Bevölkerungsprognosen gehen von einer weiteren Abnahme dieser Quote aus, auch wenn der Trend zum Teil durch den Zuzug junger, gebärfreudiger Menschen aus dem Ausland aufgefangen wird.

60 Prozent der jungen Südtiroler wohnen noch bei Mama und Papa oder zumindest einem von beiden. Die Frauen erweisen sich dabei als unabhängiger als die Männer in derselben Altersklasse: Bereits zwischen 25 und 29 Jahren haben fast sechs von zehn jungen Frauen ihre Herkunftsfamilie verlassen, und ab dem Alter 30 leben nur mehr 16 Prozent mit ihr unter einem Dach.

Sieben von zehn jungen Menschen sind mit ihrem Leben sehr zufrieden

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert die Gesundheit als „Zustand des vollständigen körperlichen und geistigen Wohlergehens“ und fügt dabei der subjektiven auch eine objektive Komponente hinzu (Vorhandensein oder Fehlen von Krankheiten). Außerdem haben viele Studien gezeigt, dass der individuell empfundene Gesundheitszustand eng mit traditionellen objektiven Indikatoren verknüpft ist. Die Mehrzweckerhebung widmet der Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustandes eine eigene Frage. Der Großteil der jungen Menschen unter 35 Jahren (94,4%) bewertet ihren Gesundheitszustand als positiv („gut“ bzw. „sehr gut“), außerdem sind 69,4% sehr zufrieden mit dem eigenen Leben (Zufriedenheit entspricht oder ist größer als 8 auf einer Skala von 0 bis 10).

Essgewohnheiten der jungen Südtiroler

Etwa jeder vierte junge Südtiroler nimmt kein angemessenes Frühstück zu sich: Nur etwas mehr als die Hälfte isst täglich Blatt- und anderes Gemüse, außerdem essen nur 55,6 Prozent jeden Tag Obst. Obwohl bei einem Drittel mindestens einmal in der Woche Fisch auf dem Speiseplan steht, konsumieren zwei Drittel mehrmals wöchentlich Wurstwaren. Auch Süßspeisen und salzige Snacks sind bei den Jugendlichen sehr beliebt: Über die Hälfte der 15- bis 34-Jährigen verzehren mindestens ein paar Mal pro Woche Torten, Eis und Ähnliches und ungefähr 30 Prozent Salzgebäck, Kartoffelchips oder ähnliches. Zudem konsumiert einer von vier täglich kohlensäurehaltige Limonaden.

Alkohol und Rauchen

Falsche Essgewohnheiten und Bewegungsmangel (Dies ist bei den jungen Südtirolern, die viel Sport treiben, nicht der Fall(1)) können zu Übergewicht führen: Während italienweit 40 Prozent der jungen Menschen übergewichtig sind, liegt hierzulande der Body Mass Index in nur 19 Prozent der Fälle über der Norm. Übergewicht kann das Risiko, später an einer Krankheit wie Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken, erheblich steigern. 13 Prozent der 15- bis 34-Jährigen trinken mehrmals in der Woche alkoholische Getränke außerhalb der Mahlzeiten. Ein Drittel hat im Zeitraum von 12 Monaten das kritische Maß von sechs Gläsern bei einer einzigen Gelegenheit mindestens einmal überschritten. 

Weniger als ein Viertel der jungen Menschen raucht: Hier ist eine sinkende Tendenz zu beobachten (vor nur 10 Jahren war der Prozentsatz noch um ungefähr 8 Punkte höher)

Freizeitgestaltung und Interesse an Politik

Kanpp 71 Prozent der Jugendlichen gingen mindestens einmal in Jahr ins Kino und 66 Prozent in ein Tanzlokal. Etwa die Hälfte waren bei Sportveranstaltungen oder Konzerten. 45 Prozent haben im Laufe des vergangenen Jahres ein Museum bzw. eine Ausstellung besucht und 41 Prozent gingen ins Theater.

Die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen und mehr als zwei von drei der 25- bis 34-Jährigen lesen mindestens einmal wöchentlich eine Tageszeitung. Die jungen Männer lesen mehr Zeitungen als die jungen Frauen, letztere jedoch mehr Bücher. Auf geringes Interesse stößt die Politik, die nur bei 38,7% für Gesprächsstoff sorgt. Einer von 20 ist in einer Partei eingeschrieben, dafür engagieren sich viele im Vereinswesen: 19 Prozent sind Mitglied in einer Freiwilligenorganisation und gut 28 in einer Kultur- oder Freizeitvereinigung.

stol

 

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