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Artikel vom Donnerstag, 22. August 2019

Spülung des Mühlbacher Stausees hat verheerende Folgen

Das Amt für Jagd und Fischerei hat im Zuge der Spülung erstmalig eine umfangreiche Datensicherung vorgenommen und vor wenigen Tagen die Ergebnisse präsentiert - sie belegen, dass klassische Spülungen für den Jungfischbestand in den darunterliegenden Fließgewässern tödlich sind.

Das Amt für Jagd und Fischerei hat im Zuge der Spülung erstmalig eine umfangreiche Datensicherung vorgenommen und vor wenigen Tagen die Ergebnisse präsentiert - sie belegen, dass klassische Spülungen für den Jungfischbestand in den darunterliegenden Fließgewässern tödlich sind. Foto: Landesfischereiverband Südtirol

Das Amt für Jagd und Fischerei hat im Zuge der Spülung erstmalig eine umfangreiche Datensicherung vorgenommen und vor wenigen Tagen die Ergebnisse präsentiert - sie belegen, dass klassische Spülungen für den Jungfischbestand in den darunterliegenden Fließgewässern tödlich sind. Foto: Landesfischereiverband Südtirol

Dank der erstmals praktizierten umfangreichen Datensicherung (Trübung, Pegelgang, chemisch-physikalische Parameter sowie fischökologische Erhebungen an 10 Probepunkten zwischen Mühlbach und Bozen), federführend betrieben vom Amt für Jagd und Fischerei, sind die Auswirkungen für die Gewässerlebensräume nun detailliert schwarz auf weiss dokumentiert.

Fischbrütlinge großteils vernichtet

Für Fischbrütlinge, also Jungfische der heurigen Generation, war die Stauseespülung großteils letal: die Äschenbrütlinge wurden komplett vernichtet, d.h. auf keinem der 10 Probepunkte konnte nach der Stauseespülung ein Äschenbrütling nachgewiesen werden. Auch der Forellen-Brütlingsbestand wurde großteils vernichtet - hier ist im Durchschnitt aller Probepunkte ein Ausfall von 85% zu beklagen.

Rechnet man Ergebnisse der einzelnen Probepunkte auf die gesamte betroffene Flussstrecke von Mühlbach bis Bozen hoch (Rienz und Eisack, rund 60 km Länge), muss man von einigen Hunderttausend verendeten Fischbrütlingen ausgehen - wohlgemerkt von Wildfischen, u.a. der gefährdeten Marmorierten Forelle.

Stauseespülungen „nicht nachhaltig"

Angesichts der Tatsache, dass die Behörden für diese Spülung die Auflagen verschärft hatten - an die sich der Betreiber Alperia auch zu 100% gehalten hat (wie die wichtigsten Kennzahlen der Spülung dokumentieren) - das Ergebnis aber dennoch ähnlich verheerend ist, wie bei vergangenen Spülungen, lässt laut Landesfischereiverband nur die Schlussfolgerung zu,  dass die klassischen Stauseespülungen nicht nachhaltig durchzuführen sind - sie müssten durch alternative Methoden, etwa den Einsatz eines Saugbaggers, ersetzt werden.

Dabei werden Sedimente über einen längeren Zeitraum (in den Monaten mit relativ hoher Wasserführung der Flüsse), z.B. von Juni bis Oktober, kontinuierlich durch unbemannte Boote (vollautomatisiert) abgepumpt und dem Triebwasser zugeführt (also mitturbiniert). Die “Dosierung” der Wassertrübung kann fein justiert und umweltverträglich gestaltet werden.

Alperia kündigt Prüfung alternativer Methoden an 

Im Zuge der kürzlich erfolgten Präsentation der erhobenen Daten durch das Amt für Jagd und Fischerei hat der Betreiber Alperia zugesichert, umgehend alternative Methoden der Sedimentbewirtschaftung prüfen zu wollen. Gleichzeitig haben das Amt für Gewässerschutz und das Amt für Jagdt und Fischerei angekündigt, das sogenannte “Führungsprojekt”, welches die Spülungsmodalitäten regelt, gemeinsam mit dem Betreiber auf alternative Methoden überprüfen und anpassen zu wollen. Allerdings handelt es sich dabei um erst mündliche, noch wenig konkrete Zusagen.

stol

 

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