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Artikel vom Donnerstag, 7. Dezember 2017

Südtirols Pisten: Mittags passieren die meisten Unfälle

Wie viele Unfälle passieren eigentlich auf Südtirols Skipisten? Um dem auf den Grund zu kommen, hat das Landesinstitut für Statistik ASTAT für die Saison 2016/17 erstmals eine Unfallstatistik erhoben. Von 112 Skipistenbetreibern haben 66 den Online-Fragebogen ausgefüllt.

Foto: shutterstock

Für die statistische Auswertung wurden insgesamt 7.785 erfasste verletzte Skifahrer, Snowboarder oder andere Wintersportler berücksichtigt. Aufgrund der niedrigen Rücklaufquote kann von einer bedeutend höheren Anzahl an Verunglückten ausgegangen werden.

Von den insgesamt auf Pisten verunglückten Personen waren etwas mehr als die Hälfte, nämlich 52,2 Prozent, Männer im Durchschnittsalter von 37,1 Jahren. Bei den verbleibenden 47,8 Prozent Frauen lag das Durchschnittsalter bei 37,9 Jahren.

Betrachtet man die Verunglückten nach Altersgruppe, so fällt die Gruppe der 11 bis 20-Jährigen durch die höchste Anzahl sowohl bei den weiblichen (10,1 Prozent aller Verletzten) als auch bei den männlichen (12,3 Prozent) Sportlern auf.

Mittags passieren die meisten Unfälle

Die häufigste Verletzungsursache ist der Sturz ohne Fremdbeteiligung. Auf diese Weise verunglückten auf Südtirols Pisten fast 80 Prozent der erfassten Sportler. Zweithäufigste Ursache war ein Zusammenstoß mit anderen Personen. In fast 40 Prozent der Kollisionen blieb die zweite am Unfall beteiligte Person unverletzt. 

Die meisten verunglückten Personen gibt es in den zwei Stunden zwischen 11 und 13 Uhr (35 Prozent).

Der Schwierigkeitsgrad einer Piste ergibt sich aus deren Gefälle und wird mit blau, rot oder schwarz markiert.

Bemerkenswert ist laut den Experten des ASTAT, dass sich der Großteil der Verletzten nicht auf den anspruchsvollen Pisten verunglückte sondern auf den mit rot gekennzeichneten Pisten, die dem mittleren Schwierigkeitsgrad entsprechen (44,1 Prozent).

Auf den leichten (blauen) Pisten, die nicht mehr als 25 Prozent Längs- und Quergefälle aufweisen, verunglückten beachtliche 29,9 Prozent. Auf Pisten mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad hingegen ein geringerer Anteil an Sportlern (10,6 Prozent). Auch auf Verbindungspisten, Übungshängen und Snowparks verletzten sich 15,4 Prozent der Sportler.

Knieverletzungen am häufigsten

Nach Monaten betrachtet gab es die meisten Verunglückten mit Verletzungen klarerweise im Jänner (29,4 Prozent) und im Februar (29,1 Prozent). Dies entspricht jeweils knapp einem Drittel der gesamten Verletzten. Nach Wochentag berechnet, können anhand der vorliegenden Daten keine bedeutenden Unterschiede festgestellt werden, allerdings ereigneten sich donnerstags und freitags die wenigsten Unfälle.

Mit einem Anteil von 30,5 Prozent aller Traumen stehen die Kniegelenksverletzungen, davon Zerrungen und Verstauchungen, an der Spitze aller Verletzungen im Wintersport.

Kopfverletzungen und Bewusstlosigkeit liegen in ihrer Häufigkeit an zweiter Stelle. Diese schließen vor allem Prellungen, Schnittwunden im Gesicht, Schwindel und Zustände eines Rausches mit ein.

Die Frakturen betreffen am häufigsten den Unterschenkel (19 Prozent aller Frakturen), die Schulter (18,7 Prozent) und die Hand und Finger (16,9 Prozent).

6 Tote im untersuchten Zeitraum

Auf Südtirols Pisten gab es laut Erhebung im untersuchten Zeitraum sechs tödlich verunfallte Personen: 3 starben an ihren Verletzungen und 3 an einer Herzkreislauferkrankung. 3 Personen stammten aus Deutschland, und je eine Person aus Italien, Großbritannien und einem anderen Land der Europäischen Union. Personen, die in Folge eines Unfalles zu einem späteren Zeitpunkt gestorben sein könnten, wurden in dieser Erhebung nicht berücksichtigt.

stol

 

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