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Artikel vom Sonntag, 10. Februar 2019

Tag der Erinnerung: Gedenken an Foibe-Opfer

Anlässlich des Tages der Erinnerung wird am Sonntag italienweit der Opfer des Foibe-Massakers sowie der Vertriebenen aus Istrien, Fiume und Dalmatien gedacht.

Auch in Bozen wurde am Sonntag der Opfer des Foibe-Massakers gedacht. - Foto: Roland Lang

Auch in Bozen wurde am Sonntag der Opfer des Foibe-Massakers gedacht. - Foto: Roland Lang

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg verübten jugoslawische Partisanen aus Rache Verbrechen an der italienischen Bevölkerung in den istrischen und dalmatinischen Küstengebieten. Die Opfer wurden dabei in Karsthöhlen geworfen, die sogenannten Foiben, oftmals bei lebendigem Leibe.

Bei den Opfern der Massaker handelte es sich vorwiegend um Angehörige der italienischen Volksgruppe sowie slawische Nichtkommunisten, die sich gegen die Annexionsbestrebungen des titoistischen Jugoslawiens stellten bzw. von den neuen Machthabern als mögliche Gefahr angesehen wurden.

Der italienische Staat hatte zuvor, besonders seit der Machtübernahme der Faschisten, über 2 Jahrzehnte lang die slowenische und kroatische einheimische Bevölkerung terrorisiert und versucht, sie ihrer nationalen Identität und Sprache zu berauben.

„Den Tag der Erinnerung zu feiern bedeutet eine große Tragödie in der Geschichte Italiens wieder zu erleben“, sagte der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella in seiner Rede im Quirinalspalast.

In ganz Italien werden für den 10. Februar Gedenkinitiativen erwartet. Auch in Bozen wurden zum Gedenktag mehrere Kränze an Denkmäler niedergelegt.

stol/lcm

hermann zanier, Meran

Diese Morde als Vergeltung darzustellen, ist eine Vereinfachung. Bei vielen der Opfer handelte es sich um Bauern, die ihres Besitzes beraubt wurden, und vor allem um nicht kommunistische Istrianer; die Rolle des PCI ist mehr als fragwürdig, die Mitglieder waren zumindest Spitzel für die Jugoslawen, deswegen wurde nach dem Krieg alles totgeschwiegen. Die Mörder waren vor allem serbische Partisanen, am Land herrschte zwischen den Volksgruppen ein anständiges Verhältnis. Die meisten Faschisten machten sich rechtzeitig aus dem Staub, die Opfer waren normale, mehr oder weniger wohlhabende Bürger.

10.02.2019 15:46 Uhr

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