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Artikel vom Dienstag, 10. Oktober 2017

Todesdrohungen gegen Jagdverband: Anzeige erstattet

"Es ist eine ernsthafte Bedrohung", sagt Heinrich Aukenthaler, Geschäftsführer des Südtiroler Jadgverbandes, auf STOL-Anfrage. Dennoch reagiert er gelassen auf die Schmierereien, die am Wochenende am Sitz des Verbandes aufgesprüht worden waren.

Der schwarze Schriftzug am Sitz des Südtiroler Jagdverbandes.

Der schwarze Schriftzug am Sitz des Südtiroler Jagdverbandes. - Foto: STOL

Dass der Südtiroler Jagdverband nicht bei allen auf Gegenliebe stößt, ist nichts Neues. Dass der Sitz in Bozen nun Ziel eines Sprühangriffs wurde, ist hingegen ein Einzelfall. 

Am Gebäude in der Bozner Schlachthofstraße prangt seit dem Wochenende ein schwarzer Schriftzug - der genaue Wortlaut: „…a Kugel isch diar gonz gewiss! … du feiger Jäger 1957, Peissenberg, Tegernseer. Ein Rächer heit, morgen, irgendwann …“

Volkslied als Drohung

"Das ist schon eine ernste Bedrohung", so Aukenthaler. "Du feiger Jäger" soll sich auf das Volkslied "Der Wildschütz Jennerwein" beziehen. "Da hat offensichtlich jemand das Lied gekannt und es genutzt, um sich Luft zu machen", vermutet der Geschäftsführer des Jagdverbandes. 

Auch „1857 Peissenberg, Tegernsee“ sind Anspielungen auf den Wildschütz Georg Jennerwein (gestorben 1877), einem bayerischen Wilderer, der am auch Peißenberg genannten Rinnerspitz in den Schlierseer Bergen erschossen worden ist. "Auch wenn die Jahreszahl nicht stimmt", korrigiert Aukenthaler. 

Ein Teil des Schriftzuges ist ein Auszug aus einem Volkslied. - Foto: Dlife

Wer dahintersteckt, ist derzeit noch unklar. Zu dem Sprühakt soll es in der Nacht von Samstag auf Sonntag gekommen sein. Fest steht: Der Südtiroler Jagdverband hat Anzeige erstattet. "Sollte es noch Videoaufzeichnungen geben, wird die Polizei sie auswerten. Der Jagdverband selbst hat keine Aufzeichnungen", sagt Aukenthaler. Ein Kameraauge sei zu allererst mit schwarzer Farbe besprüht worden. 

Mit Erschießen gedroht

Südtirols Jäger sind nicht zum ersten Mal Drohungen ausgesetzt. Im Juni waren anonyme Briefe an mehrere Personen ergangen, in denen mit Erschießen gedroht worden war. "Der Sitz ist zum ersten Mal betroffen", so Aukentahler. Über Leserbriefe und dergleichen tun hartnäckige Tierschützer ihren Ummut des Öfteren kund. 

Der Sitz des Südtiroler Jagdverbandes ist zum ersten Mal betroffen. - Foto: Dlife

Die Schmierereien am Sitz sollen so schnell wie möglich entfernt werden. Es sind die Fenster und Deckfolien betroffen. Diese werden abgekratzt bzw. entfernt. 

Südtirols Jäger lassen sich trotzdem nicht so schnell aus der Ruhe bringen. "Ich glaube nicht, dass der Gewalt der Worte auch eine Gewalt der Taten folgt", beruhigt Aukenthaler. Dennoch nehme man den Vorfall ernst. 

stol/ker

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