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Artikel vom Dienstag, 13. Februar 2018

Tücken bei der Partnersuche

Viele Singles greifen trotz Onlineforen immer noch gerne zu Zeitungsannoncen, um das Glück in der Liebe zu finden. Am Valentinstag gibt das Europäische Verbraucherzentrum in Bozen (EVZ) Tipps im Umgang mit Verträgen, die das verhoffte Glück schnell zum Alptraum werden lassen können.

Viele Singles greifen trotz Onlineforen immer noch gerne zu Zeitungsannoncen, um das Glück in der Liebe zu finden.

Viele Singles greifen trotz Onlineforen immer noch gerne zu Zeitungsannoncen, um das Glück in der Liebe zu finden. - Foto: shutterstock

So berichtet Julia Rufinatscha, Rechtsberaterin im EVZ, von einem ganz speziellen Fall: Dabei handelte es sich um einen in einer Bar abgeschlossenen Partnervermittlungsvertrag. Die Vertragsdauer betrug in diesem Fall 6 Monate, als Leistungsumfang wurden 6 Kontaktadressen versprochen. Der Standardvertrag sah vor, dass mit der Leistungserfüllung sofort begonnen wrude und dass sich der Kunde damit einverstanden erklärt. Vergebens suchte die Juristin jedoch nach den Bestimmungen zum Rücktrittsrecht.

„Und als ich dann den stolzen Preis von 2.080 Euro gesehen habe, konnte ich meinen Augen kaum trauen“, erzählt die Mitarbeiterin des EVZ. „Das sind ja knapp 350 Euro pro Partnervorschlag!“.

Der betroffene Verbraucher hatte der Juristin berichtet, den Vertrag im Herbst 2017 abgeschlossen zu haben und bisher, trotz mehrerer Kontaktversuche, keinerlei Leistung oder Rückmeldung von der deutschen Partnervermittlungsagentur erhalten zu haben.

Das EVZ überprüft seit mehr als 2 Jahrzehnten die verschiedensten Partnervermittlungsverträge und konnte über die Jahre hinweg vielen Verbrauchern zu ihrem Recht verhelfen und dazu beitragen, dass die Vertragsbedingungen verbessert und, da es sich häufig um Institute aus Deutschland und Österreich handelt, an italienisches Recht und auch an europäisches Verbraucherrecht angepasst wurden. „Als ich diesen Vertrag vor mir liegen hatte, fühlte ich mich um Jahre zurückversetzt“, so Rufinatscha. „So sieht ein Paradebeispiel eines Vertrages aus, wie er auf keinen Fall sein sollte!“

Worauf man beim Abschließen solcher Verträge achten muss, erklärt das EVZ in einer Aussendung am Dienstag.

Das Gesetz sieht ein Rücktrittsrecht bei in Bars abgeschlossenen Verträgen vor, das innerhalb von 14 Kalendertagen ab Unterzeichnung ausgeübt werden kann; in diesem Fall muss der Verbraucher nichts bezahlen. Enthält der Vertrag die Informationen zu diesem Recht nicht, verlängert sich dasselbe auf 12 Monate. Achten Sie aber darauf, ob der Vertrag auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden eine sofortige Ausführung der Leistung vorsieht. Dadurch könnten sehr hohe Kosten entstehen, die Sie, sogar ohne jemals einen Partnervorschlag erhalten haben, im Falle eines Rücktritts bezahlen müssen. Deshalb rät der EVZ auf eine Vermittlung beziehungsweise Vertragsausführung innerhalb der ersten 14 Tagen zu verzichten.

Außerdem sollte man immer eine Kopie des Vertrages und eine Kopie der eigenen Angaben über den Wunschpartner bei der Unterzeichnung des Vertrages verlangen. So kann sich der Verbraucher stets vergewissern, ob die unterbreiteten Partnervorschläge mit den vertraglich vereinbarten Wünschen übereinstimmen.

Sollten die Partnervorschläge in Bezug auf wesentliche, im Partnerprofil festgeschriebene Wunschvorstellungen nicht übereinstimmen, reiche es laut EVZ nicht aus, sich nur im Stillen zu ärgern, sondern dass unbedingt schriftlich und jedes Mal aufs Neue reklamiert werden müsse. Nur so kann der Verbraucher verhindern, dass diese Vorschläge nicht angerechnet werden können.

stol

 

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