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Artikel vom Freitag, 19. Juli 2019

Vor 90 Jahren wütete in Matsch ein Großbrand

Am Freitag, 19. Juli 1929, wütete im Obervinschgauer Dorf Matsch ein Großfeuer, dem nicht weniger als 15 Häuser zum Opfer fielen.

Der Artikel in der „Dolomiten“-Ausgabe vom 20. Juli 1929.

Der Artikel in der „Dolomiten“-Ausgabe vom 20. Juli 1929.

Zeitzeugen, die den Großbrand vor 90 Jahren erlebt haben, wird es wohl nicht mehr viele geben. Über das schreckliche Ereignis in ihrem Dorf hatten aber über viele Jahre die Kinder von ihren Eltern und Großeltern Geschichten hören können.

Am Freitag, 19. Juli 1929, wütete in Matsch ein Großfeuer, dem sage und schreibe letztlich 15 Häuser zum Opfer fielen. Die „Dolomiten“ haben in ihren Ausgaben vom Samstag, 20., und Montag, den 22. Juli 1929, zuerst kurz und dann lang berichtet.

Ein „furchtbares Unglück“ habe das kleine Bergdorf getroffen, ist zu lesen. Widersprüchlich waren die Meldungen über die Brandursache: Zunächst hieß es im ersten Bericht des Tagblatts „Dolomiten“, der Brand sei von einem Kind ausgelöst worden, das mit Zündhölzchen gespielt. Zwei tage später hieß es dann, das Feuer sei am Nachmittag aus unbekannten Gründen entstanden, es habe „bei großer Trockenheit mit rasender Schnelligkeit“ um sich gegriffen.

Zeitweise habe man fürchten müssen, dass das gesamte Dorf in Schutt und Asche gelegt werde. 18 Familien mit – heutzutage wäre das undenkbar – „109 Köpfen“ seien obdachlos geworden, wird geklagt. Der Sachschaden sei hoch, man sprach von „einer Million Lire“.

Nur ein kleiner Teil sei durch Versicherungen gedeckt gewesen, entsprechend schwierig dürfte sich der Wiederaufbau gestaltet haben. Fast die gesamte Obergasse sei betroffen gewesen, die Häuser hätten „fast durchaus aus Holz“ bestanden. Alles sei „in kürzester Zeit ein glühender Trümmerhaufen geworden“.

Die Löscharbeiten seien schwierig gewesen. Zum einen befanden sich viele Dorfbewohner auf den teils weit entfernten Feldern und Wiesen, zum anderen habe es nur wenige Hydranten gegeben.

„Nur mit äußerster Kraftanstrengung“ sei es gelungen, der Flammen schlussendlich doch noch Herr zu werden. Die Bilanz allerdings war schrecklich: Neben den 15 Häusern waren dem Feuer auch Nutztiere zum Opfer gefallen; die Rede ist von Schweinen und Hennen.“ 

Im Übrigen sei das Feuer erst nach dem Eintreffen der Feuerwehren aus dem Tal unter Kontrolle gewesen. Dies habe gezeigt, wie „notwendig eine telephonische Verbindung zwischen Mazia (Matsch) und Malles, dem Hauptorte der Gemeinde, wäre“, wird festgestellt.

lie/D/stol

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