Startseite » Chronik im Überblick » Lokal

Artikel vom Dienstag, 25. Juni 2019

Weitere Schafe auf der Penser-Joch-Alm gerissen

Am Penser Joch hat der Wolf wieder zugeschlagen: Auf der selben Almweide, wo er vergangene Woche 8 Schafe gerissen hat, fand der Hirte Montag Früh 4 weitere tote Tiere. 3 Schafe wiesen Bisse auf, eines dürft in den Tod gehetzt worden sein.

Mitten auf dem Wanderweg zum Weißhorn lag eines der Schafkadaver.

Mitten auf dem Wanderweg zum Weißhorn lag eines der Schafkadaver. - Foto: D

„Das war ein schreckliches Bild; ich bekam Gänsehaut: Da lagen alle Schafe, 12 Stück. Eines war mitten auf dem Wanderweg Richtung Weißhorn“, erzählte Günther Spiess, der Sarner Revierleiter. Am Montag hielt er sich den ganzen Tag über am Penser Joch auf. „Vielleicht kommt der Wolf schon diese Nacht wieder“, meint Spiess.

Die 3 gerissenen Schafe gehören dem Sarner Bauern Alois Oberkalmsteiner. Er hat sie erst am Sonntag aufgetrieben, und einen Tag später sind 3 aus der Herde tot. Der Widder, der allem Anschein nach getrieben und in den Tod gestürzt ist, gehörte einem Bauern aus dem Eisacktal. „Keines der Tiere war angefressen; das heißt, dass der Wolf seine Beute nur reißen wollte und nicht etwa jagte, weil er hungrig war“, sagte Spiess. Das macht ihn wütend.

DNA wird überprüft

Ein Vertreter des Amtes für Jagd und Fischerei war am Montag mit den Förstern an Ort und Stelle und entnahm DNA-Proben. Die Laborergebnisse werden letzte Gewissheit über den „Täter“ geben.

In 2 Wochen liegen die Ergebnisse vor. Es dürften 2 Wölfe sein, die sich zurzeit am Penser Joch herumtreiben. Davon ist Spiess überzeugt, und es sind möglicherweise dieselben, die schon im Wipptal Ende Mai zugeschlagen haben.

Die Bauern sind wütend und ratlos zugleich. Sie können die Schafe nicht heim in den Stall holen oder sie vor dem Wolf hertreiben. „Ich bin überzeugt, dass im Sarntal irgendwann der Wolf dran glauben muss; es ist nur eine Frage der Zeit“, ist sich Spiess sicher.

D/br

Stefan Laner, Mühlwald

Es tut mir sehr leid, für den Herrn Spiess und den Herrn Oberklamsteiner. Ein funktionierendes Konzept für Wolf und Schaf friedlich zusammen zu leben scheint in weiter Ferne zu sein. Wir werden wohl wieder anfangen die alten Wolfsgruben aus zu graben. Ich hoffe mal, dass jemand mit mehr Verstand als ich über den Ausgang der Wolfsgeschichte in Südtirol entscheiden wird und kann. Was sonst soll man machen, als einfach die Augen zu zu machen, die Ohren zu zu halten, sich weg zu drehen und zu gehen. Es wird schon jemand da sein, der dem Wolf die Schlinge zuzieht. Die meisten von uns Milchbauern haben trotz der neuen Schlachtregelungen das alte Handwerk noch nicht verlernt.

25.06.2019 21:29 Uhr

Melden

1 Kommentar

Mehr Meldungen vom Bezirk

 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos