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Artikel vom Dienstag, 10. September 2019

Welttag Suizidprävention: „Hand in Hand, um Leben zu retten“

„Hand in Hand für Suizidprävention“: Unter diesem Motto des Tages der Suizidprävention, der am heutigen 10. September weltweit begangen wird, hat an der Freien Universität in Brixen eine Tagung stattgefunden, zu welcher das Südtiroler Netzwerk Suizidprävention geladen hat. Ziel ist es, für das Thema zu sensibilisieren und „Seelische Erste-Hilfe-Maßnahmen“ weiter auszubauen.

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Am heutigen Dienstag hat die zweite Tagung zur Sensibilisierung des Themas Suizidprävention in der Freien Universität Brixen stattgefunden. - Foto: Caritas

Am heutigen Dienstag hat die zweite Tagung zur Sensibilisierung des Themas Suizidprävention in der Freien Universität Brixen stattgefunden. - Foto: Caritas

Das Netzwerk Suizidprävention wurde vor 2 Jahren gegründet, um die Suizid- bzw. Suizidversuchsrate in Südtirol zu senken. Eine wichtige Aufgabe ist es, die wesentlichen Informationen rund um die Suizidprävention zu bündeln und verschiedene Sensibilisierungsmaßnahmen weiterzuentwickeln. Nach der ersten großen Tagung im vergangenen Jahr fand am heutigen Dienstag in Brixen die zweite Tagung zu diesem wichtigen Thema statt. Auch Soziallandesrätin Waltraud Deeg zählte zu den Teilnehmern.

Neue Anlaufstellen für Betroffene

„Bei der Tagung heute haben wir 2 Neuigkeiten vorgestellt, nämlich eine spezifische Website, sowie ein Faltblatt, das Hilfe und Informationen bietet“, erklärt Guido Osthoff, Bereichsleiter der Caritas und Koordinator des Netzwerks.

„Neben einigen Tipps für den richtigen Umgang mit psychischen Krisen bei Mitmenschen finden sich auf der Webseite Kontaktinformationen von Hilfsangeboten der Gesundheitsdienste, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen bis hin zu pädagogischen Schulungsangeboten. Dadurch wird diese Vielzahl an existierenden Anlaufstellen in Südtirol noch sichtbarer“, ergänzt die zweite Moderatorin der Tagung Sabine Cagol von der EAAD – EOS Genossenschaft und Leiterin der Fachambulanz für psychosoziale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter in Bruneck.

Informationsgrundlage verbessern

Wichtig ist dem Netzwerk auch, die Suizid-Daten wissenschaftlich zu verbessern. Reinhard Tschiesner, Professor an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen, zeigte im Rahmen der Tagung die bestehenden Herausforderungen in diesem Bereich auf: „Die wissenschaftliche Bearbeitung von Daten zu Suizid und Suizidversuchen ist nicht einfach, besonders nicht in einem relativ kleinen Gebiet wie Südtirol. Allerdings brauchen wir gerade für eine effektive Präventionsarbeit solide Informationen sowie eine kontinuierliche Erhebung und Analyse der Charakteristika von Suizidopfern“.

Richtig reagieren

Der zweite Teil der Tagung widmete sich der Weiterentwicklung von Kompetenzen von wichtigen Berufsgruppen sowie der allgemeinen Bevölkerung. „Die Vermittlung von ‚seelischen Erste-Hilfe‘-Kenntnissen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Präventionsbemühungen“, unterstrich Roger Pycha, Primar des psychiatrischen Dienstes am Krankenhaus Brixen.

So wurden verschiedene Zielgruppen wie Sanitätspersonal, Jugendarbeiter, Lehrpersonen und ehrenamtlich Engagierte in mehreren Workshops mit den wichtigsten Informationen und Techniken vertraut gemacht. „Dies entspricht dem Motto des heutigen Tages: Nur ‚Hand in Hand‘ schaffen wir es, dass Personen in allen Bereichen des alltäglichen Lebens richtig auf Menschen in Krisensituationen reagieren.“

Gemeinsam für Suizidprävention

Das Netzwerk Suizidprävention setzt sich aus mehr als 20 verschiedenen gemeinnützigen Organisationen und öffentlichen Einrichtungen zusammen. Koordiniert wird das Netzwerk von der Caritas, der EAAD-EOS Genossenschaft, dem Forum Prävention, Telefono Amico und von Vertretern der psychiatrischen und psychologischen Dienste, der Freien Universität Bozen, der Notfallseelsorge sowie der Deutschen und Italienischen Bildungsdirektion der Autonomen Provinz Bozen.

stol

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