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Artikel vom Freitag, 19. April 2019

Wolf schlägt im Wipptal wieder zu

Wie soll man seinen Kindern sagen, dass das Reh, das sie ein Jahr lang aufgepäppelt haben, von einem Wolf gerissen wurde? Das fragt sich der Bauer Zeno Frei in einem Video, das er auf Facebook gepostet hat.

Im Wipptal treiben Wölfe ihr Unwesen (Archivbild).

Im Wipptal treiben Wölfe ihr Unwesen (Archivbild). - Foto: shutterstock

In Freienfeld treiben Wölfe ihr Unwesen. Sie haben mehrere Rehe gerissen, sind im Dorf und bei Bauernhöfen gesichtet worden und in eine Fotofalle getappt, die das Amt für Jagd und Fischerei aufgestellt hatte. Am Donnerstag machte der Bauer und Gemeindereferent Zeno Frei einen weiteren Riss öffentlich. 

In einem auf Facebook geposteten Video richtet er sich – unter seinem Hof in Elzenbaum – direkt an die Wolfsbefürworter und erzählt die Geschichte eines Rehs, das seine 3 Kinder (3, 7 und 10 Jahre alt) gesund gepflegt haben. Das Reh hatte ein Nachbar im Vorjahr verletzt auf einer Wiese gefunden. Anstatt ihm den Gnadenschuss zu geben, wollten es die Kinder mit nach Hause nehmen. Dort päppelten sie das verletzte Tier mit Hilfe der Mutter auf, reichten ihm die Milchflasche… Sobald es genesen war, durfte es sich frei auf dem Hof bewegen. Nachts schlief es in der Tenne und begleitete die Kleinste sogar auf dem Weg in den Kindergarten zur Bushaltestelle. 

Trauriger Fund des Rehs

„Wir haben einen Wolf oder mehrere Wölfe hier in Elzenbaum um die Häuser, vielleicht 50 oder 30 Meter weg“, erinnert Frei. Jetzt im Frühling würden die Kinder auf den Wiesen spielen, bei der Feldarbeit mithelfen. Als sie das Fehlen des Rehs bemerkten, fragten sie laut Frei: „Wo ist das Reh? Vor 2 Tagen haben wir einen Wolf gesehen unter dem Haus. Vielleicht hat er es gefressen?“

Beim Spazierengehen dann der traurige Fund. Frei schwenkt mit seiner Kamera auf das gerissene Tier: „Jetzt werde ich meinen Kindern erklären müssen, dass das jetzt normal ist und dass es vielleicht auch mal ein Kalb oder Schaf erwischt.“

Unterschiedliche Meinungen als Reaktion

Die Reaktionen blieben nicht aus: Mitgefühl wurde geäußert, Unverständnis über das Halten eines Rehs, festgestellt, dass es natürlich sei, dass der Schwächere in der Nahrungskette vom Stärkeren gefressen werde, oder geraten: „Schießen, vergraben, Mund halten“. Auf Anfrage meinte Frei: Er habe bewusst machen wollen, dass Bauern für und mit den Tieren lebten und sich auch die Mühe machten, verletzte Wildtiere zu pflegen.

Der Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Luigi Spagnolli bedauerte den Vorfall angesichts des emotionalen Hintergrunds, meinte aber auch: „Das ist und bleibt die Natur.“ Dass Wölfe Rehe reißen, sei normal. Erfreulich sei, dass bisher keine Nutztiere gerissen wurden. Laut Spagnolli soll nun verifiziert werden, ob wirklich ein Wolf dafür verantwortlich ist. Wahrscheinlich hielten sie sich aber noch im Gebiet auf. „Mit der heutigen gesetzlichen Regelung können wir wenig unternehmen, dass sich Wölfe entfernen. Wir sind in Erwartung, dass die Politik etwas Besseres findet“, sagte Spagnolli

D/ive

Monika Thum, München

Nun Herr Gritsch, lassen Sie sich Ihren Osterbraten schmecken. Ich hoffe, dass es kein Reh ist.

21.04.2019 12:18 Uhr

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20.04.2019 14:48 Uhr

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Monika Thum, München

Wir Richtig, Herr Zanier! Die Rehe gehören den Wölfen, nicht den Jägern!

20.04.2019 11:28 Uhr

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Monika Thum, München

Nur der Jäger darf das Reh schießen und seinen Kindern erklären, dass Rehbraten eine Spezialität ist. Der Wolf darf keine blutigen Jagdspuren hinterlassen weil das Gewalt zeigt. Der Jäger arbeitet sauberer. Er tötet durch das Gewehr und zerlegt das Reh verborgen. Dadurch kriegen die Kinder nicht mit, dass der Jäger Gewalt ausgeübt hat. Das Wölfe Rehe reißen, ist normal. Dass Menschen sich an Rehen vergreifen, nicht.

20.04.2019 11:26 Uhr

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Albert Tschurtschenthaler, Sexten

Es erinnert gewaltig an" der Wolf und die Sieben Geißlein ". Wild soll nicht von Menschen aufgepäppelt werden. Ich als Jäger erkenne die Vorgänge in der Natur. Strenge Winter sind Medizin für Wildbestände, schwaches wird umkommen, starkes überlebt, Raubtiere haben einen ähnlichen Effekt. Rehe wären nicht das was sie heute sind hätten sie nicht tausende von Jahren mit Raubwild zurechtkommen müssen.

19.04.2019 13:27 Uhr

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hermann zanier, Meran

Ja, was soll der Wolf dann fressen? Während der Jagdzeit und auch außerhalb davon werden täglich Rehe geschossen, manchmal auch gelatzelt, da regt sich niemand auf, auch wenn es nach einem harten Winter geschieht, wenn viel mehr Rehe als sonst eingegangen sind. Jetzt ´werden alle zu tierliebenden Gemütsmenschen, denen ein totes Reh das Wasser aus den Augen treibt.

19.04.2019 08:00 Uhr

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6 Kommentare

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